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Erste Mannschaft: Spiel gedreht

Die zuletzt ohnehin schon ersatzgeschwächte erste Fußballmannschaft des TSV 03 musste vor dem Derby in Dornheim gegenüber der Wochentagsbegegnung in Nauheim noch vier weitere Ausfälle verkraften und schließlich auch auf den erkrankten Coach Uli Höllenriegel verzichten. Sein Co-Trainer Orkun Erdinc hatte dafür Torjäger Kai Riesle wieder an Bord und setzte außerdem auf Zweitmannschaftstorjäger Gerrit Jost. Trotzdem brachte der TSV in der ersten Halbzeit offensiv nichts zustande, stand dafür aber defensiv eine halbe Stunde lang kompakt, so dass Strafraumszenen Mangelware blieben. Dann allerdings nahm die SGD das Heft des Handelns in die Hand und erspielte sich drei, vier dicke Torgelegenheiten. Fast mit dem Pausenpfiff gelang den Gastgebern folgerichtig per Kopf nach eine langen Flanke von der rechten Eckfahne die Führung. Doch nach dem Seitenwechsel zog sich Dornheim weit zurück und setzte offensichtlich auf Konter. Das rächte sich umgehend: der TSV kam dadurch zu mehr Ballbesitz und immer besser ins Spiel. Bereits der erste strukturierte Angriff führte zum Ausgleich. Kai Riesle sicherte einen langen Ball, Falk Samstag steckte seine Hereingabe zu Moritz Knoche durch und der traf aus der Drehung in den Torwinkel. Nur wenig später eilte Riesle über die linke Seite auf und davon, ließ zwei Gegenspieler stehen und traf per Flachschuss aus 25 Metern zur 2:1 Führung für den TSV, der sich den Vorsprung danach verdiente. Das Wolfskehler Mittelfeld, in dem Samstag und Knoche ein enormes Laufpensum abwickelten, wurde durch die Einwechslungen der angeschlagenen Stefan Spengler und Kevin Wolf nun ballsicherer und Samstag scheiterte nach einer Hereingabe Riesles nur knapp am Keeper. So wurde es in den Schlussminuten noch einmal spannend. Dornheim kam zu einer Großchance, als Jonas Kursch bereits ausgespielt war, Patrick Harnischfeger den Schuss aus spitzem Winkel aber am kurzen Pfosten abwehrte. Und in den Schlussminuten brannte es ein paar Mal lichterloh im Strafraum des TSV, als die SGD ihre Größenvorteile bei hohen Bällen auszuspielen versuchte, letztlich aber gegen die starke Wolfskehler Viererkette nichts Entscheidendes mehr Richtung Tor brachte.

Es spielten: Jonas Kursch, Yannick Jung, Falko Müller (Timo Epple) Falco Eberling, Patrick Harnischfeger, Kevin Reinke (Kevin Wolf), Falk Samstag, Gerrit Jost (Stefan Spengle), Tobias Keim, Moritz Knoche und Kai Riesle.

Zweite Mannschaft: Punkt und Niederlage

Auch nach einem halben Jahrhundert Fußball erlebt man überraschenderweise doch immer wieder etwas Neues. Noch am Donnerstag hatte die zweite Mannschaft im Abstiegskampf der Kreisliga B beim Tabellendritten SKG Bauschheim einen überraschenden Punkt ergattert, um dann bis zum Spiel am Sonntag bei Türk Rüsselsheim einen unfassbaren Spielerschwund hinnehmen zu müssen. Von den 14 in Bauschheim eingesetzten Kickern stand mit Bastian Bopp in Rüsselsheim nur noch einer zur Verfügung und selbst Coach Orkun Erdinc musste bei der ersten Garnitur den erkrankten Uli Höllenriegel ersetzen. In Bauschheim konnte sich der TSV mit cleverer Taktik gegen dominierende Gastgeber einen wertvollen Punkt ergattern. Nelmin Imamovic brachte nach Vorarbeit von Falk Breunig bzw. Gerrit Jost sein Team zweimal in Front, die Gastgeber glichen jeweils umgehend aus. Bei Türk Rüsselsheim übernahm das Betreuerteam Christoph Schaffner / Christian Kummer nicht nur das Coaching, sondern kickte notgedrungen selbst mit. Auf dem Platz standen auch Andreas Krichbaum, Simon Engel und Patrick Engert, die ihre Fußballschuhe schon an den Nagel gehängt hatten sowie Kevin Kleinböhl, Kevin Dewit und Tom Brinkschulte, die in der Rückrunde noch nicht zum Einsatz gekommen waren. Das zusammengewürfelte Team hatte durchaus gute Siegchancen, erzielte durch Patrick Engert aber nur einen Treffer und unterlag am Ende etwas unter Wert mit 1:3 (0:0).

In Bauschheim spielten: Alexander Dörr, Malte Tschöpe, Yannick Jung, Timo Epple, Thomas Wilfer, Gerrit Jost, Nelmin Imamovic, Hendrik Brodhecker, Fabian Reuter, Falk Breunig, Bastian Bopp und Fabian Dietz.

In Rüsselsheim spielten: Kevin Kleinböhl, Martin Czarnecki, Tibor Tschöpe, Tim Hammann, Bastian Bopp, Christian Kummer, Christoph Schaffner, Simon Funke, Kevin Dewit, Patrick Engert, Felix Schulz, Andreas Krichbaum, Tom Brinkschulte und Simon Engel.

Dritte Mannschaft: Weitere Heldentaten

Die dritte Mannschaft setzte die Serie ihrer Heldentaten auch in der vergangenen Woche fort und entdeckte mit Uli Krumb und Jan Ewald die Torwarttalente Nummer 7 und 8 der laufenden Saison. Beim 2:1(2:0) Erfolg dienstags beim SV 07 Bischofsheim II zehrte das Team von Christian Ehlhardt lange Zeit von einer frühen 2:0 Führung, die Luqman Maqsood und Shafe Pal herausgeschossen hatten. Der Bischofsheimer Anschlusstreffer blieb letztlich ein Schönheitsfehler.

Deutlich souveräner gestaltete sich hingegen der 6:3 (2:1) Erfolg bei der SKG Erfelden II, bei dem Historisches zu vermelden war: Mark Breitwieser erzielte im zarten Alter von 40 Jahren den ersten Punktspieltreffer in seiner mit 28 Jahren auch relativ spät begonnenen Karriere und tat das im Stile eines Torjägers. Von Shafe Pal, der selbst dreimal erfolgreich war, auf die Reise geschickt, lupfte er die Kugel über den gegnerischen Keeper. Die weiteren Tore erzielten Rafe Pal und Erik Storandt.

In Bischofsheim spielten: Uli Krumb, Mark Breitwieser, Paul Gerlach, Fateh Pal, Jeffrey Hlanguyo, Maged Abdelkerim, Christian Ehlhardt, Lugman Maqsood, Shafe Pal, Martin Barthelmes, Erik Storandt, Kevin Dewit und Philipp Wille.

In Erfelden spielten: Jan Ewald, Mark Breitwieser, Paul Gerlach, Fateh Pal, Jeffrey Hlanguyo, Tim Jünger, Christian Ehlhardt, Lugman Maqsood, Shafe Pal, Martin Barthelmes, Rafe Pal, Erik Storandt, Dustin Lück und Dominic Hammann.

Protokoll der Mitgliederversammlung der Abteilung Fußball

Für den tags zuvor bei einem Trainingsunfall verletzten Abteilungsleiter Horst Hammann führte in die-sem Jahr der sportliche Leiter Christoph Schaffner durch die Abteilungsversammlung. Nach Be-schluss des Ältestenrats mit Ehrenpräsident Manfred Gollenbeck und der insgesamt 33 Mitglieder wurde die Tagesordnung beschlossen. Schaffner berichtete anschließend über die gute Stimmung innerhalb der Abteilung, die Zufriedenheit mit der aktuellen sportlichen Situation und besonders mit dem Trainergespann Höllenriegel / Erdinc / Ehlhardt, deren Verträge man gerne zeitnah verlängern wolle. Bei den alten Herren ist laut Spartenleiter Mark Breitwieser derzeit ein Spielbetrieb mangels einer ausreichenden Anzahl spielwilliger Kicker nicht möglich. Trainiert wird aber weiterhin regelmäßig mittwochs mit der dritten Mannschaft, in der auch eine Reihe von Akteuren im Alte Herren-Alter re-gelmäßig spielen. Das von den Seniorenfußballern veranstaltete Schlachtfest, das unter sinkenden Einnahmen leidet, wird ebenso weiter durchgeführt wie das alljährliche Wanderwochenende. Jugend-leiter Michael Scholz war mit der Situation bei den Nachwuchskickern nicht vollends zufrieden, da es im vergangenen Jahr deutlich mehr Ab- als Zugänge gegeben habe. Problematisch werde es erneut, in der kommenden Saison eine eigene A-Jugend zu stellen. Hier wie bei den restlichen Langfeld-mannschaften werden Kooperationen mit Nachbarvereinen angestrebt. Außerdem fänden derzeit Gespräche unter allen Riedstädter Vereinen zum Thema Bildung eines Jugendfördervereins statt. Für den erkrankten Daniel Schnölzer berichtete Christoph Schaffner von einer Reihe von Arbeitseinsät-zen, die im Jahr 2017 absolviert wurden. Herausgehoben wurde der Abbau von Zäunen auf dem ehemaligen Gelände von Opel Rüsselsheim, die rund um den Kunstrasenplatz an der Sandkaute wie-der aufgebaut wurden. Außerdem wurden der Weg rund um das Hauptfeld neu geschottert, diverse Werbebanden ausgetauscht und eine Verkaufshütte für den Weihnachtsmarkt und eigene Veranstal-tungen gebaut. Das Engagement von Benjamin Adam (Zäune) und Alex Bergsträßer (Hütte) wurde dabei besonders hervorgehoben. Die Abteilung Fußball präsentierte sich erneut am Weihnachtsmarkt und war ebenfalls für die Bewirtung bei der Verabschiedung der Weihnachtsbäume verantwortlich. Obwohl beide Veranstaltungen nicht vom Wetter verwöhnt wurden, konnten jeweils zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden. Zum Abschluss der Berichte konnte Finanzchef Karlheinz Schnölzer von einem ausgeglichenen Haushalt berichten. Es konnte sogar noch Geld für die Generalreinigung des Kunstrasens im Jahr 2018 zurückgelegt werden. Zum Abschluss der Veranstaltung wünschte sich Christoph Schaffner ein größeres Engagement der Mitglieder bei den eigenen Veranstaltungen und wies darauf hin, dass die Abteilung auf der Suche nach einem dritten Platzkassierer sei. Interessenten könnten sich bei der Abteilungsleitung melden.

Riedstadtmeister 2017! Die erste Mannschaft in den neuen Ausweichtrikots, wieder zur Verfügung gestellt von Andreas Harnischfeger vom Autohaus Brass in Pfungstadt.

AH-Wanderung 2017: Bier und mehr in Bamberg

Nachdem in den vergangenen beiden Jahren das oft vergebliche Streben nach innerer Befeuchtung die Wanderungen der Altherrenfußballer dominierte und ein gewisser Hang zur Askese gefordert war, wollte man im Jahr 2017 einen neuen Selbstversuch mit geradezu konträrer Ausrichtung starten. Dazu hatte sich die im letzten Jahr unfreiwillig "Jako Brass" getaufte Wandergruppe Mittelfranken ausgesucht. Eine Gegend, deren Schönheit nicht nur in der reizvollen Landschaft, sondern auch in der hohen Brauereidichte liegt. Mal schauen, wie es um die Moral der Truppe steht, wenn die Verlockung stets in greifbarer Nähe ist, war die Devise. Verschärfend hatte man sich erstmals ein kleines Teufelchen als Mitreisenden gegönnt, das immer bereit war, ein Stück Weg für ein schnelles Helles zu opfern. Die Anreise nach Mittelfranken verlief so unspektakulär wie trocken, der brütend heiße Tag weckte in dem einen oder anderen wohl unschöne Erinnerungen an die Strapazen der Odenwaldhölle. Trotzdem wollte man sich in Bamberg vor der ersten Etappe noch eine Erfrischung gönnen, stieß aber bei Spezial-Bräu auf taube Ohren und reservierte Bänke, was - es war schließlich Fronleichnam - wohl auch mit der falschen Konfession zu tun hatte. Im gegenüberliegenden Fässla zeigte man sich aufgeschlossener und bald hatte man die erste Erfrischung zu sich genommen. Nun ging es mit dem Bus hinaus nach Memmelsdorf, wo das Fremdenverkehrsamt einen Marathon in doppeltem Sinne offerierte. Tour Nummer 20 bietet laut Prospekt "Idylle, Bier und Braukunst". Übersetzt bedeutet dies 13 (dreizehn) Brauereien auf 31 (einunddreißig) Kilometern. Logisch, dass diese Etappe nur in einer Ansiedlung namens Strullendorf enden kann. Dem gesunden Menschenverstand folgend verkürzte man die Tortur schon während der Planungsphase auf zwölf Kilometer und fünf Brauereien. Auf den ersten hundert Metern hinter der Bushaltestelle im Zentrum von Memmelsdorf lagen mit den "Drei Kronen" und "Höhn" gleich die beiden ersten attraktiven Angebote fränkischer Lebensart und die wenigen Besonnenen der Gruppe hatten angesichts der vom Himmel lachenden sieben Sonnen Mühe, Teufelchen und inneren Schweinhund daran vorbei zu lotsen. Schließlich war ja noch nichts geschafft, die Moral noch intakt. Das änderte sich auf den folgenden Kilometern durch blühende Felder bei gleißendem Licht und enormer Hitze. Die nächste Zapfstelle in Merkendorf wurde förmlich gestürmt und diese konnte - das Teufelchen lässt grüßen - natürlich nur "Wagner" heißen. Selbst der disziplinierteste Wandersmann musste zugeben, dass der dort vorgefundene Biergarten ein wahrhaft paradiesischer Ort ist und im Hinblick auf Ambiente, Angebot und Preisgestaltung keine Wünsche offen lässt. Der halbe Liter zu zwei Euro zehn - das war wie einst in Berlin bei der indischen "häbbi Auer ganse Nachd". Nur ungern löste man sich von diesem Idyll und dem am Nachmittag offerierten Kuchen- und Tortenbüfett, ließ von Seiten der Reiseleitung die zweite ortsansässige Brauerei "Höhn" besser unerwähnt und begab sich auf die zweite Schleife vorbei an Drosendorf. Dort passierte man eine Schankstube mit dem wenig einladenden Namen "Go(e)ller" und landete schließlich doch noch in den eingangs bereits erwähnten Etablissements in Memmelsdorf, wo die Zeit bis zur Rückfahrt des Busses erfolgreich überbrückt werden konnte. Schon jetzt hatte man an einem Nachmittag mehr unterschiedliche Biersorten gekostet, als je in der Zellerei angeboten wurden. Zwei weitere (St. Georgenbräu zum Abendessen im Kachelofen und Klosterbräu zum Abschluss) wurden es im Verlauf eines ruhigen Abends in der wunderschönen Bamberger Altstadt noch und zeitig zog man sich in die jeweils zu zweit zu belegenden Hotelzimmer zurück, die in einem durchschnittlichen Wolfskehler Bauernhaus ob ihrer Größe wohl kaum über den Status eines Wandschranks oder einer Speisekammer hinaus gekommen wären. 24.000 Schritte zeigte die Uhr vor dem Schlafengehen für diesen Tag, das war schon ganz ordentlich. Da ahnte allerdings noch niemand, dass es am nächsten Tag fast doppelt so viele, nämlich rund 46.000 Schritte werden sollten. Es hätte wohl auch Mord und Totschlag gegeben. So startete man frohen Mutes am frühen Freitagmorgen mit der Bahn nach Ebelsbach-Eltmann und enterte von dort die neunte Etappe des Steigerwald-Panoramawegs, die über 25 Kilometer zurück nach Bamberg führen sollte. Bei perfekten klimatischen Rahmenbedingungen kam man bis zur Mittagsrast in Roßstadt zügig voran und erfreute sich der tollen Aussicht hinunter in die Mainebene und auf die in der Ferne liegenden Türme von Kloster Michelsberg in Bamberg. Beim dem Mittagsmahl folgenden Aufstieg ließ man sich aber zu einem Schwenk auf den regionalen Pfad der Menschenrechte verleiten und hatte den Panoramaweg auf Nimmerwiedersehen verloren. Das hatte zur Folge, dass man bald wieder an Höhe einbüßte und ab Viereth zurück nach Bamberg in den Flussauen entlang von Main und Regnitz unterwegs war. Auch schön, aber deutlich weiter als geplant. Daran änderte auch ein ungefragt auskunftsfreudiger Passant nichts, der für die letzten sechs Kilometer "etliche Kilometer" Abkürzung verhieß, sollte man seiner Weisung folgen. Die verbalen Auszeichnungen, mit denen er am Ende der "Abkürzung" in Abwesenheit geehrt wurde, bleiben hier unerwähnt. Und weil am Abend noch einmal ein 1,5 km langer Fußmarsch zum Biergarten der Traditionsbrauerei Mahr anstand, hatte das Teufelchen am späten Freitag endgültig gewonnen. Mahr indes wurde seinem Ruf gerecht, bot leckeres Essen und ausgezeichnetes Bier. Am Samstag jedoch fanden sich nur noch drei Unentwegte bereit, die Tour der Bamberger Sehenswürdigkeiten via Rathaus und Michelsberg zur Altenburg mit ihren grandiosen Aussichten und weiteren 24.000 Schritten auf sich zu nehmen. Der Rest ließ den Ausflug nach den Strapazen des Vortags verständlicherweise locker ausklingen. Am Nachmittag traf man sich zum Essen im Biergarten Greifenklau, testete das unvergleichliche Schlenkerla und begab sich sich nach einem Abschlusstrunk dort wo alles begann (im Fässla) wieder auf die Heimreise. Unterwegs verdiente man sich quasi im Schlaf durch eine zweistündige Verspätung der Bahn die Hälfte der Fahrtkosten und kehrte wohlbehalten am späten Abend nach Wolfskehlen, Hanau und Günterfürst zurück.

Fazit 2016/17

Eine ereignisreiche Saison 2016/17 ist zu Ende gegangen, für die erste Mannschaft war es Jahr 1 nach dem Abenteuer Kreisoberliga. Nach dem Abschied etlicher Leistungsträger in den beiden letzten Jahren hatte man mit Uli Höllenriegel einen jungen, ambitionierten Trainer verpflichtet und sich den Neuaufbau auf die Fahne geschrieben. Plus minus Platz 5 lautete die Zielsetzung zu Beginn der Spielzeit. Was man zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass man dabei kaum auf die verbliebenen Korsettstangen zurückgreifen konnte. Viele Leistungsträger der Vorjahre hatten mit Verletzungsproblemen zu kämpfen und so kamen eigentlich unverzichtbare Kicker wie Timo Epple (8 Einsätze), Pascal Maier (8), Kevin Reinke (10), Fabian Winter (12) oder Kevin Wolf (12) nur zu überschaubaren Anzahlen von Spielen. Andreas Krichbaum (6 Spiele) verabschiedete sich im Herbst berufsbedingt komplett und Stefan Spengler spielte überhaupt nicht. Selbst Kai Riesle hatte bei seinen 21 Einsätzen eine Reihe verletzungsbedingter Kurzauftritte, schoss bei diesen aber 11 Tore und bereitete bestimmt genauso viele vor. So blieben mit den Brüdern Kursch, Yannick Jung, Patrick Harnischfeger Falko Müller und Malte Tschöpe gerade mal eine Handvoll Kicker übrig, die in Wolfskehlen mit Mitte 20 schon als Routiniers bezeichnet werden müssen.Um sie herum gruppierte Höllenriegel mit Erfolg eine Reihe blutjunger Nachwuchskräfte, denen es nicht nur gelang, die vorhandenen Lücken zu schließen, sondern nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Allen voran die beiden Innenverteidiger Tobias Keim und Falco Eberling, die eine herausragende Runde spielten und dafür sorgten, dass die Defensivprobleme der letzten Jahre ad acta gelegt werden konnten. Davor etablierten sich Chris Peter, Falk Breunig und Simon Spengler, die aus dem zweiten Glied nachgerückt waren und vorne sorgte Hendrick Brodhecker vor allem in der Vorrunde als treffsicherer Torjäger mit 13 Treffern für Furore. Als es gegen Ende der Saison personell immer enger wurde, sprangen die A-Junioren Moritz Knoche und Nils Peter in die Bresche, wobei Peter bei seinen 19 Einsätzen 9 Treffer gelangen. So konnte man quasi bis zum vorletzten Spieltag um den Aufstieg mitspielen und landete mit 66:39 Toren und 55 Punkten exakt auf dem angestrebten fünften Tabellenplatz. Dieser spiegelt ziemlich genau das Leistungsbild der Mannschaft wider, holte sie doch gegen die vier oben stehenden Teams aus acht Spielen lediglich einen Sieg und drei Unentschieden und damit für einen Spitzenplatz zu wenig Punkte. Dabei belegte man sowohl in der Hinrunden- als auch in der Rückrundentabelle mit 28 bzw. 27 Punkten jeweils Platz 4. Kassierte man in der Hinrunde noch die eine oder andere deutliche Pleite (0:4 bei Italia Groß-Gerau, 0:3 in Walldorf), verlor man in der zweiten Saisonhälfte nur noch beim Meister VfR Rüsselsheim (1:2) und gegen die SKV Büttelborn II (3:4), Allerdings spielte man in dieser Phase einfach zu oft Unentschieden, um ernsthaft in den Aufstiegskampf eingreifen zu können. Verbesserungswürdig ist die durchschnittliche Heimbilanz mit lediglich 26 Punkten, während man auswärts zusammen mit dem VfR Rüsselsheim die meisten Zähler (29) einfuhr. Die argen personellen Probleme werden auch dadurch verdeutlicht, dass kein Spieler in allen Begegnungen dabei sein konnte. Torhüter Jonas Kursch (29 Einsätze) fehlte nur einmal, dann klafft aber bereits eine Lücke zu seinem Bruder Richard, dem Innenverteidigerpaar Keim/Eberling (alle 27) und Patrick Harnischfeger (26). Die meisten Tore schossen Hendrick Brodhecker (13) und Kai Riesle (11), gefolgt von Nils Peter (9).

Als die zweite Mannschaft wenige Spieltage vor Saisonende beim Abstiegskonkurrenten SKG Walldorf in der 94. Spielminute den 1:1 Ausgleich kassierte, schien das das unrühmliche Ende einer verkorksten Saison einzuläuten. Die personellen Probleme der ersten Garnitur waren massiv zum Team von Ferenc Radics durchgeschlagen und hatten dazu geführt, dass man am Ende der Hinrunde mit lediglich 7 Zählern abgeschlagen das Tabellenende der Kreisliga B zierte. Als problematisch erwies sich zum einen, dass man einen Teil des Stammpersonals der Vorjahre nach oben abgegeben hatte und auf andere verletzungs- und berufsbedingt nicht mehr zugreifen konnte; zum anderen konnten Leistungsträger vor allem in der Offensive nicht an die Form der Vergangenheit anknüpfen. So fehlten der blutjungen Truppe häufig die Führungskräfte. Das änderte sich erst mit Beginn der Rückrunde, als es schon fast zu spät war. Mit dem Wiedereinstieg von Bastian Bopp und Christian Kummer, der Reaktivierung von Tim Jünger und Christoph Schaffner sowie der Rekrutierung der Brüder Fateh und Shafe Pal bekam die Mannschaft wieder ein solides Grundgerüst. Ergebnis war eine tolle Aufholjagd, die in der Rückrundentabelle auf Platz 7 führte, insgesamt aber nicht ganz ausreichte, um sich einen direkten Nichtabstiegsplatz zu sichern. 29 Punkte standen am Ende auf der Habenseite. Das hätte in den Vorjahren locker gereicht, diesmal bedeuteten sie punktgleich mit dem SV Klein-Gerau und nur einen Zähler hinter Eintracht Rüsselsheim den Abstiegsrelegationsplatz. Nun schien es sich zu rächen, dass man die Rückrundenpartie gegen Klein-Gerau nach Führung noch mit 2:3 verloren hatte und im Hinspiel kurzfristig nicht in Rüsselsheim antreten konnte, weshalb man auch das Rückspiel auswärts bestreiten musste. Doch in der Relegation zeigte man sich - obschon personell wieder einmal schmalbrüstig besetzt - vor allem taktisch von der besten Seite und setzte sich völlig überraschend gegen die haushoch favorisierte zweite Mannschaft von Concordia Gernsheim durch. Nach einem 1:1 im Hinspiel gelang durch Tim Hammanns Kopfballtor ein 1:0 Sieg am Rhein, der den Klassenerhalt sicherte. Den Treffer im Hinspiel hatte Paul Arnold erzielt, der in Darmstadt studierte und sich bei der dritten Mannschaft lediglich etwas fit halten wollte. Während der Relegation kam er zu seinen beiden einzigen Einsätzen in der zweiten Garnitur und hatte ebenso entscheidenden Anteil am erfolgreichen Saisonausklang wie Alte Herren-Keeper Ralf Engeroff, der gegen Gernsheim den verreisten Stammtorhüter Jens Kaltenmorgen ersetzte und auch ohne Training als solider Rückhalt glänzte. So darf sich die zweite Mannschaft auf ein weiteres Jahr in der Kreisliga B neben Traditionsteams wie dem FC Leeheim, dem TV Crumstadt oder dem SV Klein-Gerau freuen. Das personelle Dilemma der Saison veranschaulichen insgesamt 46 eingesetzte Spieler. Die meisten Partien bestritt Simon Funke (27), vor Gerrit Jost, Jens Kaltenmorgen und Dominic Nusser (26). Wie wichtig Shafe Pal für das Team war, zeigen seine 11 Tore in 13 Spielen, mit denen er Torschützenkönig wurde. Mit deutlichem Abstand folgte Nelmin Imamovic (6), der vor allem zum Rundenende einige wichtige Treffer erzielte.

Die dritte Mannschaft spielte eine ruhige Saison, kämpfte sich nach durchwachsenem Saisonstart ins Mittelfeld der Kreisliga D vor und biss sich irgendwann auf Platz 7 fest. Diesen belegte das Team von Christian Ehlhardt mit 72:68 Toren und 46 Punkten auch in der Abschlusstabelle. Dazu trugen 22 Punkte in der Vor- und 24 Punkte in der Rückrunde bei. Auch bei der Dritten ist die Heimbilanz mit 24 Punkten verbesserungswürdig.. Erstaunlich gegenüber den Vorjahren ist die hohe Anzahl erzielter Treffer, allerdings hat man nicht zuletzt durch die langfristigen Verletzungen der beiden Innenverteidiger Patrick Kurath und Uli Krumb auch deutlich mehr als zuvor kassiert. Mit Abstand bester Schütze war auch hier Shafe Pal mit 12 Toren in nur 9 Spielen. Es folgen 23 (!) weitere Torschützen von den Spielertrainer Ehlhardt mit sechs Toren Pal am nächsten kam, gefolgt von Paul Arnold, Dominic Hammann und Patrick Henninger (je 5). 56 Spieler setzte die dritte Mannschaft ein, von denen unverwüstliche Routinier Jeffrey Hlanguyo mit 24 die meisten bestritt. Auch hier folgt Christian Ehlhardt mit 20 Einsätzen.

Insgesamt setzte der TSV in seinen drei aktiven Mannschaft 90 Spieler ein, eine stolze Zahl für unseren kleinen Verein. Bemerkenswert ist auch, dass alle drei Mannschaften jeweils den dritten Platz in den Fairnesstabellen ihrer Klassen belegen. Überhaupt widerlegt das komplette Ried vor allem in der Fairnesstabelle der Kreisliga A das rüpelhafte Bild, das man in der einzigen noch existenten Tageszeitung unserer Region gerne von den Südkreismannschaften zeichnet: die fünf fairsten Teams dieser Klasse heißen (in dieser Reihenfolge) SKG Stockstadt, TSV Goddelau, TSV Wolfskehlen, FC Leeheim und SG Dornheim.

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