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Erste Mannschaft: Erfolg beim Favoriten

Eine geschlossene Teamleistung bildete die Basis für den doch einigermaßen überraschenden 2:0 (1:0) Erfolg der ersten Mannschaft bei Opel Rüsselsheim, neben Hellas Rüsselsheim und dem TSV Goddelau sicher einer der Topfavoriten im Kampf um den Aufstieg. Einen Tag nach dem Rücktritt von Uli Höllenriegel trat die von Orkun Erdinc gecoachte Elf geschlossen und kompakt auf und war von der ersten Sekunde an hellwach. Schon früh hatte Pascal Maier eine gute Kopfballgelegenheit nach einer Hereingabe Kevin Reinkes und bereits nach sechs Minuten lag der TSV vorne, als Kai Riesle nach einem Pass Nils Peters überlegt den Keeper umkurvte und aus spitzem Winkel einschob. Auch danach setzte Wolfskehlen immer wieder Nadelstiche, sah sich aber mit zunehmender Spieldauer dem stetig zunehmenden Druck der Gastgeber gegenüber. Allerdings brachte Opel wenig auf das Wolfskehler Tor. Eine echte Bewährungsprobe hatte Jonas Kursch, als er einen Schuss aus spitzem Winkel abwehrte. Bei einer Gelegenheit aus nahezu identischer Position rettete der Pfosten für ihn. Ansonsten nahmen ihm seine aufmerksamen Vorderleute die Arbeit weitgehend ab und verkrafteten sogar die verletzungsbedingten Ausfälle Falco Eberlings und Stefan Spenglers. Gegen Ende der Partie nutzte der TSV den sich zunehmend bietenden Freiraum wieder für eigene Offensivaktionen. Fünf Minuten vor dem Ende störte Chris Peter den Aufbau der Gastgeber erfolgreich, Kai Riesle schnappte sich den eroberten Ball, wackelte den Keeper aus und schob zum entscheidenden zweiten Treffer ein.

Es spielten: Jonas Kursch, Patrick Harnischfeger (Falk Samstag), Falko Müller, Falco Eberling (Hendrik Brodhecker), Tobias Keim, Stefan Spengler (Yannick Jung), Kevin Reinke, Chris Peter, Kai Riesle, Pascal Maier, Nils Peter.

Zweite Mannschaft: Wichtige Punkte

Endlich einmal gut besetzt, zeigte die zweite Mannschaft prompt, was eigentlich in ihr steckt und feierte einen verdienten 4:1 (3:0) Erfolg gegen A-Ligaabsteiger SV 07 Nauheim II. Dabei hatte das Team von Orkun Erdinc in der ersten Spielminute noch Glück, als die Gäste fast vom Anstoß weg die Latte trafen. Dann allerdings drehte der TSV auf und ging durch einen Hattrick Hendrik Brodheckers bis zur Pause vorentscheidend in Führung. Zweimal nutzte er dabei Fehlpässe in der Nauheimer Deckung und einmal versenkte er eine Flanke von Fabian Dietz mit der Hacke. Eng schien es noch einmal nach gut einer Stunde zu werden, als die Gäste im Anschluss an eine Ecke verkürzten und Keeper Kevin Kleinböhl nach dem anschließenden Gerangel um den Ball die rote Karte sah. Unverständlich, dass sein Kontrahent ohne Strafe blieb. Doch Nauheim fiel in der verbleibenden Spielzeit nicht mehr viel ein. Bei den wenigen Wolfskehler Kontern scheiterte Fabian Dietz zunächst am glänzend reagierenden Keeper, bereitete fünf Minuten vor dem Ende aber das 4:1 vor, das Christoph Schaffner per Kopf erzielte. In der Nachspielzeit holte sich der Nauheimer Mittelstürmer nach einem üblen Tritt an Christoph Schaffner noch die rote Karte ab, die er sich in den neunzig Minuten vorher bereits redlich verdient hatte.

Es spielten: Kevin Kleinböhl, Martin Czarnecki, Hicham Mejdoule, Falk Samstag, Johann Czarnecki, Tim Hammann, Christoph Schaffner, Gerrit Jost, Fabian Dietz, Thorben Hammann, Hendrik Brodhecker, Tom Brinkschulte und Martin Barthelmes.

Dritte Mannschaft: Niederlage zum Auftakt

Nach einer schwachen Leistung macht es die 3. Mannschaft des TSV den anderen beiden Aktiven Mannschaften nach und verliert Ihr Auftaktspiel bei der TSG Worfelden II deutlich mit 5:3 (3:1). Die dünne Spielerdecke der 1. + 2. Mannschaft führte dazu, dass mit Jünger, Kleinböhl, Strohauer und Lück 4 Spieler abgegeben werden mussten. Besonders das Fehlen von Kapitän Jünger und Keeper Kleinböhl merkte man dem Spiel an. Anfangs noch mit guten Ansätzen, geriet man durch einen sehr zweifelhaften Elfmeter früh mit 1:0 in Rückstand (7.). In der Folge konnten Chancen nicht genutzt werden und spielte gar 20 Minuten zu Zehnt, da Stürmer S. Pal mit einer Verletzung haderte. Spielertrainer Ehlhardt, erst zur 35. Minute zum Spiel hinzugestoßen, ersetzte ihn. Zuvor gelang es den Hausherren bereits auf 2:0 zu erhöhen (32.), begünstigt durch schwache Defensivarbeit des TSV. Im Versuch Ordnung zu finden, zeigten sich die Worfelder gnadenlos und trafen zum 3:0 (37.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff dann der lange Ball von Ehlhardt auf Rafe Pal, der für Martin Barthelmes auflegte und zum 1:3 Anschluss einnetzte. Der kurze Aufwind wurde durch ein schnellen Doppelpack nach der Hälfte zum zwischenzeitlichen 1:5 gestoppt und die Treffer zum 2:5 und 3:5 durch S. Pal waren letztlich nur Ergebniskosmetik. Der TSV scheitert am eigenen Kopf und Einstellung gegen einen spielerisch nicht besseren Gegner. Der hoffentlich rechte Schuss vor den Bug für die Legenden, die sich in diesem Spiel nicht mit dem gewohnten Mannschaftsgeist zeigte und daher verdient als Verlierer vom Platz ging.

Es spielten: Michael Wachauf – Mark Breitwieser, Fateh Pal, Jeffrey Hlanguyo, Uli Krumb – Norman Wicher, Rafe Pal, Martin Barthelmes, Luqman Maqsood – Dominik Hammann, Shafe Pal (35. Christian Ehlhardt)

AH Wanderung 2018: Rennsteig!

Was sagen den geneigten Lesern die Ortsnamen Wutha, Mölmen, Petkus, Krätzersrasen oder gar Klein Berlinchen? Nichts? Nun, dann waren sie wohl noch nicht auf dem Rennsteig unterwegs. Die alten Herren des TSV 03 schlossen diese zweifellos nicht unwesentliche Wissenslücke bei ihrer achten Mehrtageswanderung über Fronleichnam ohne - ich greife vor - auch nur einen winzigen Anhaltspunkt von etwas zu entdecken, was man sich so unter "Klein Berlinchen" vorzustellen glaubt. Selbst die Bezeichnung Rennsteig muss man im Nachhinein als mindestens irreführend deklarieren, denn an hurtige Fortbewegung und schnelles Ankommen war bei den vom jungfräulichen Organisationsteam Sputti/Enfuchs ausbaldowerten Tagesetappen nicht zu denken. Das lag aber in erster Linie an der schwülheißen Witterung, der respekteinflößenden Topographie und nicht zuletzt der Getränkevielfalt bei der Bahnanreise, die jeder Bar der großen Schwester von Klein Berlinchen zur Ehre gereicht hätte. Selbst ein 5l-Partyfass hatte den Weg in einen der ansonsten nur mit dem Notwendigsten bestückten Rucksäcke gefunden. So ging es nach der Ankunft in Eisenach um die Mittagszeit zunächst nur schleppend hinauf, doch die Wartburg musste sein, von der hatte man schließlich schon etwas gehört. Müh-, weil bierselig war er, der Anstieg zum Weltkulturerbe, das einst von Jörg dem Springer als einfache Festung gegründet und zwischenzeitlich Martin Luther als Versteck und Ort der Inspiration gedient hatte. In nur elf Wochen übersetzte Luther das Neue Testament aus der altgriechischen Sprache in die deutsche. Das ist manchem Wolfskehler Wirt mit seiner Speisekarte in dreißig Jahren nicht gelungen. Möglicherweise genoss Luther zwischendurch auch mal die herrlichen Ausblicke aus über 400 Metern Höhe auf den Thüringer Wald, ganz sicher aber auch das eine oder andere Bier und wenigstens darin taten wir es ihm gleich. Bei Temperaturen deutlich über dreißig Grad wäre der eine oder andere sicher gerne noch etwas im lauschigen Biergarten sitzen geblieben und hätte dafür vielleicht auch eine Bibel-Übersetzung in Kauf genommen, doch man war schließlich nicht zum Spaß hier, sondern zum Wandern. Die erste Tagesetappe zum Waldgasthof und Rennsteighotel "Hubertushaus" über prognostizierte 12 Kilometer zog uns schnell in ihren Bann, die Gespräche verstummten, wurden bald aber wieder lebhafter, als man feststellte, dass die Einkehrmöglichkeiten nie gekannte Ausmaße annahmen. Ja, so hatte man sich das auch in den vergangenen sieben Jahren vorgestellt, aber eben in den seltensten Fällen angetroffen. Alle ein bis zwei Kilometer eine Gelegenheit zum Verweilen und Abschalten von allzuviel Natur und Stille. Kleine Paradiese wie der "Rastplatz Hohe Sonne" und die "Rasthütte am Rennsteig" versorgten uns fortan zur rechten Zeit mit dem Nötigsten, bevor wir an unserem Tagesziel eintrafen. Dort fühlten wir uns sofort gut aufgehoben, die auf uns einprasselnde ruppige Rhetorik des Servicepersonals trieb so manchem die Tränen in die Augen, erinnerte sie doch stark an zahllose Abende in einem jüngst geschlossenen Erlebnislokal in heimischen Gefilden. Das leckere Essen ließ uns über die verbalen Entgleisungen der blonden Fee großzügig hinweghören. Der Spaß wurde nur kurzfristig durch den Radlerschock des Batwiesers getrübt, der ihn wie einst den Kletterer beim Dummschwätzer am Rheinsteig ereilte, worauf er sein Abendmahl der Allgemeinheit spendete. Doch als sich die Stimmung bei zwei mehr oder weniger spontanen Gesangseinlagen für Jubilar Paul dem Siedepunkt zuneigte, wurden wir per last Order kurz nach 22 Uhr in die spartanischen Betten komplimentiert. Zugegeben, das war auch gut so, denn im Morgengrauen lauerte die Königsetappe über 16km, 400 Höhenmeter und den großen Inselsberg. Große Hoffnungen für die nähere Zukunft hegte man nach Einnahme des Frühstücks noch nicht, doch was soll man sagen: "Woas en scheene Doag" wartete auf uns. Los ging es, als man nach kurzer Wegstrecke auf den heiligen Berg einer Wolfskehler Dynastie von Kirchendienern traf - den Glöckner am Rennsteig, ein herrlicher Aussichtspunkt. Klar, dass sich Manni dort verewigte. Nur wenig später folgte man einer spontanen Eingebung, kehrte in die "Waldschänke Dreiherrnstein" ein und fand Kreuzberger Klosterbier vom Fass! Diesem Idyll gab man sich bei guten Gesprächen und mehreren Steinkrügen fast zu lange hin, denn am Horizont drohte bereits der Große Inselsberg mit seinen mehr als 900 Metern Höhe. Laut Wikipedia der "höchste Berg der nordwestlichen Hälfte des Mittleren Thüringer Waldes" und "ein Quarzporphyr-Härtling, der aus den umliegenden weicheren Schichten herausgewittert ist". Alles klar? Jedenfalls zog sich die Etappe jetzt für die teilweise verwitterten Härtlinge aus dem mittleren hessischen Ried, warum auch immer. Oben angekommen lohnte die grandiose Rundumsicht alle Mühen und der nahezu dehydrierte Altfußballerr labte sich alsbald am unvermeidlichen Wernesgrüner. Man tat allerdings gut daran, nicht allzu lange zu verweilen und strebte wohl von einer Ahnung getrieben dem Tagesziel "Haus am Reitstein" (Kleiner Inselsberg) zu. Das erwies sich als vorausschauend, denn auch hier schloss die Küche bereits um 19 Uhr. Was bei der Ankunft bedeutete: Bestellen, kasernenähnliche Behausung aufsuchen, Katzenwäsche, Essen fassen, zwei Bier trinken, ein Kümmerling auf's Haus und sich auf der Straße wiederfinden. Gemütlich scheinen die nicht zu sein, die Thüringer, zumindest dort, wo wir sie angetroffen haben. Den Abend retteten wir mit einem überteuerten Kasten War(m)steiner, der ob seiner körpernahen Temperatur nicht einmal vollständig verzehrt wurde. Der abschließende Samstag brachte erneut Sonne und Wärme für (fast) ganz Deutschland und Nebel und Nieselregen für den kleinen Inselsberg und so reduzierte sich das Häuflein der Wanderer auf zwei durchnässte Gestalten, die der Rest mit dem Linienbus Nummer 42 auf dem Weg von Brotterode über Ruhla nach Eisenach wieder auflas. In Eisenach trennte man sich bester Laune bis zum nächsten Jahr, wenn Ober-Seemen droht. Während drei Kameraden zwecks Konzertbesuch zur großen Schwester von Klein Berlinchen weiterreisten, bekam der Rest auf seinem Heimweg nach Frankfurt von der Deutschen Bundesbahn noch einen kostenlosen Ausflug mit dem ICE über Messel und Darmstadt-Kranichstein spendiert, so dass man just in time zum Relegationsspiel wohlbehalten wieder in Wolfskehlen eintraf. Fazit: tolles Wetter, prima Einkehr und ein Team, das sich mittlerweile ohne viele Worte versteht!

Protokoll der Mitgliederversammlung der Abteilung Fußball

Für den tags zuvor bei einem Trainingsunfall verletzten Abteilungsleiter Horst Hammann führte in die-sem Jahr der sportliche Leiter Christoph Schaffner durch die Abteilungsversammlung. Nach Be-schluss des Ältestenrats mit Ehrenpräsident Manfred Gollenbeck und der insgesamt 33 Mitglieder wurde die Tagesordnung beschlossen. Schaffner berichtete anschließend über die gute Stimmung innerhalb der Abteilung, die Zufriedenheit mit der aktuellen sportlichen Situation und besonders mit dem Trainergespann Höllenriegel / Erdinc / Ehlhardt, deren Verträge man gerne zeitnah verlängern wolle. Bei den alten Herren ist laut Spartenleiter Mark Breitwieser derzeit ein Spielbetrieb mangels einer ausreichenden Anzahl spielwilliger Kicker nicht möglich. Trainiert wird aber weiterhin regelmäßig mittwochs mit der dritten Mannschaft, in der auch eine Reihe von Akteuren im Alte Herren-Alter re-gelmäßig spielen. Das von den Seniorenfußballern veranstaltete Schlachtfest, das unter sinkenden Einnahmen leidet, wird ebenso weiter durchgeführt wie das alljährliche Wanderwochenende. Jugend-leiter Michael Scholz war mit der Situation bei den Nachwuchskickern nicht vollends zufrieden, da es im vergangenen Jahr deutlich mehr Ab- als Zugänge gegeben habe. Problematisch werde es erneut, in der kommenden Saison eine eigene A-Jugend zu stellen. Hier wie bei den restlichen Langfeld-mannschaften werden Kooperationen mit Nachbarvereinen angestrebt. Außerdem fänden derzeit Gespräche unter allen Riedstädter Vereinen zum Thema Bildung eines Jugendfördervereins statt. Für den erkrankten Daniel Schnölzer berichtete Christoph Schaffner von einer Reihe von Arbeitseinsät-zen, die im Jahr 2017 absolviert wurden. Herausgehoben wurde der Abbau von Zäunen auf dem ehemaligen Gelände von Opel Rüsselsheim, die rund um den Kunstrasenplatz an der Sandkaute wie-der aufgebaut wurden. Außerdem wurden der Weg rund um das Hauptfeld neu geschottert, diverse Werbebanden ausgetauscht und eine Verkaufshütte für den Weihnachtsmarkt und eigene Veranstal-tungen gebaut. Das Engagement von Benjamin Adam (Zäune) und Alex Bergsträßer (Hütte) wurde dabei besonders hervorgehoben. Die Abteilung Fußball präsentierte sich erneut am Weihnachtsmarkt und war ebenfalls für die Bewirtung bei der Verabschiedung der Weihnachtsbäume verantwortlich. Obwohl beide Veranstaltungen nicht vom Wetter verwöhnt wurden, konnten jeweils zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden. Zum Abschluss der Berichte konnte Finanzchef Karlheinz Schnölzer von einem ausgeglichenen Haushalt berichten. Es konnte sogar noch Geld für die Generalreinigung des Kunstrasens im Jahr 2018 zurückgelegt werden. Zum Abschluss der Veranstaltung wünschte sich Christoph Schaffner ein größeres Engagement der Mitglieder bei den eigenen Veranstaltungen und wies darauf hin, dass die Abteilung auf der Suche nach einem dritten Platzkassierer sei. Interessenten könnten sich bei der Abteilungsleitung melden.

Riedstadtmeister 2017! Die erste Mannschaft in den neuen Ausweichtrikots, wieder zur Verfügung gestellt von Andreas Harnischfeger vom Autohaus Brass in Pfungstadt.

AH-Wanderung 2017: Bier und mehr in Bamberg

Nachdem in den vergangenen beiden Jahren das oft vergebliche Streben nach innerer Befeuchtung die Wanderungen der Altherrenfußballer dominierte und ein gewisser Hang zur Askese gefordert war, wollte man im Jahr 2017 einen neuen Selbstversuch mit geradezu konträrer Ausrichtung starten. Dazu hatte sich die im letzten Jahr unfreiwillig "Jako Brass" getaufte Wandergruppe Mittelfranken ausgesucht. Eine Gegend, deren Schönheit nicht nur in der reizvollen Landschaft, sondern auch in der hohen Brauereidichte liegt. Mal schauen, wie es um die Moral der Truppe steht, wenn die Verlockung stets in greifbarer Nähe ist, war die Devise. Verschärfend hatte man sich erstmals ein kleines Teufelchen als Mitreisenden gegönnt, das immer bereit war, ein Stück Weg für ein schnelles Helles zu opfern. Die Anreise nach Mittelfranken verlief so unspektakulär wie trocken, der brütend heiße Tag weckte in dem einen oder anderen wohl unschöne Erinnerungen an die Strapazen der Odenwaldhölle. Trotzdem wollte man sich in Bamberg vor der ersten Etappe noch eine Erfrischung gönnen, stieß aber bei Spezial-Bräu auf taube Ohren und reservierte Bänke, was - es war schließlich Fronleichnam - wohl auch mit der falschen Konfession zu tun hatte. Im gegenüberliegenden Fässla zeigte man sich aufgeschlossener und bald hatte man die erste Erfrischung zu sich genommen. Nun ging es mit dem Bus hinaus nach Memmelsdorf, wo das Fremdenverkehrsamt einen Marathon in doppeltem Sinne offerierte. Tour Nummer 20 bietet laut Prospekt "Idylle, Bier und Braukunst". Übersetzt bedeutet dies 13 (dreizehn) Brauereien auf 31 (einunddreißig) Kilometern. Logisch, dass diese Etappe nur in einer Ansiedlung namens Strullendorf enden kann. Dem gesunden Menschenverstand folgend verkürzte man die Tortur schon während der Planungsphase auf zwölf Kilometer und fünf Brauereien. Auf den ersten hundert Metern hinter der Bushaltestelle im Zentrum von Memmelsdorf lagen mit den "Drei Kronen" und "Höhn" gleich die beiden ersten attraktiven Angebote fränkischer Lebensart und die wenigen Besonnenen der Gruppe hatten angesichts der vom Himmel lachenden sieben Sonnen Mühe, Teufelchen und inneren Schweinhund daran vorbei zu lotsen. Schließlich war ja noch nichts geschafft, die Moral noch intakt. Das änderte sich auf den folgenden Kilometern durch blühende Felder bei gleißendem Licht und enormer Hitze. Die nächste Zapfstelle in Merkendorf wurde förmlich gestürmt und diese konnte - das Teufelchen lässt grüßen - natürlich nur "Wagner" heißen. Selbst der disziplinierteste Wandersmann musste zugeben, dass der dort vorgefundene Biergarten ein wahrhaft paradiesischer Ort ist und im Hinblick auf Ambiente, Angebot und Preisgestaltung keine Wünsche offen lässt. Der halbe Liter zu zwei Euro zehn - das war wie einst in Berlin bei der indischen "häbbi Auer ganse Nachd". Nur ungern löste man sich von diesem Idyll und dem am Nachmittag offerierten Kuchen- und Tortenbüfett, ließ von Seiten der Reiseleitung die zweite ortsansässige Brauerei "Höhn" besser unerwähnt und begab sich auf die zweite Schleife vorbei an Drosendorf. Dort passierte man eine Schankstube mit dem wenig einladenden Namen "Go(e)ller" und landete schließlich doch noch in den eingangs bereits erwähnten Etablissements in Memmelsdorf, wo die Zeit bis zur Rückfahrt des Busses erfolgreich überbrückt werden konnte. Schon jetzt hatte man an einem Nachmittag mehr unterschiedliche Biersorten gekostet, als je in der Zellerei angeboten wurden. Zwei weitere (St. Georgenbräu zum Abendessen im Kachelofen und Klosterbräu zum Abschluss) wurden es im Verlauf eines ruhigen Abends in der wunderschönen Bamberger Altstadt noch und zeitig zog man sich in die jeweils zu zweit zu belegenden Hotelzimmer zurück, die in einem durchschnittlichen Wolfskehler Bauernhaus ob ihrer Größe wohl kaum über den Status eines Wandschranks oder einer Speisekammer hinaus gekommen wären. 24.000 Schritte zeigte die Uhr vor dem Schlafengehen für diesen Tag, das war schon ganz ordentlich. Da ahnte allerdings noch niemand, dass es am nächsten Tag fast doppelt so viele, nämlich rund 46.000 Schritte werden sollten. Es hätte wohl auch Mord und Totschlag gegeben. So startete man frohen Mutes am frühen Freitagmorgen mit der Bahn nach Ebelsbach-Eltmann und enterte von dort die neunte Etappe des Steigerwald-Panoramawegs, die über 25 Kilometer zurück nach Bamberg führen sollte. Bei perfekten klimatischen Rahmenbedingungen kam man bis zur Mittagsrast in Roßstadt zügig voran und erfreute sich der tollen Aussicht hinunter in die Mainebene und auf die in der Ferne liegenden Türme von Kloster Michelsberg in Bamberg. Beim dem Mittagsmahl folgenden Aufstieg ließ man sich aber zu einem Schwenk auf den regionalen Pfad der Menschenrechte verleiten und hatte den Panoramaweg auf Nimmerwiedersehen verloren. Das hatte zur Folge, dass man bald wieder an Höhe einbüßte und ab Viereth zurück nach Bamberg in den Flussauen entlang von Main und Regnitz unterwegs war. Auch schön, aber deutlich weiter als geplant. Daran änderte auch ein ungefragt auskunftsfreudiger Passant nichts, der für die letzten sechs Kilometer "etliche Kilometer" Abkürzung verhieß, sollte man seiner Weisung folgen. Die verbalen Auszeichnungen, mit denen er am Ende der "Abkürzung" in Abwesenheit geehrt wurde, bleiben hier unerwähnt. Und weil am Abend noch einmal ein 1,5 km langer Fußmarsch zum Biergarten der Traditionsbrauerei Mahr anstand, hatte das Teufelchen am späten Freitag endgültig gewonnen. Mahr indes wurde seinem Ruf gerecht, bot leckeres Essen und ausgezeichnetes Bier. Am Samstag jedoch fanden sich nur noch drei Unentwegte bereit, die Tour der Bamberger Sehenswürdigkeiten via Rathaus und Michelsberg zur Altenburg mit ihren grandiosen Aussichten und weiteren 24.000 Schritten auf sich zu nehmen. Der Rest ließ den Ausflug nach den Strapazen des Vortags verständlicherweise locker ausklingen. Am Nachmittag traf man sich zum Essen im Biergarten Greifenklau, testete das unvergleichliche Schlenkerla und begab sich sich nach einem Abschlusstrunk dort wo alles begann (im Fässla) wieder auf die Heimreise. Unterwegs verdiente man sich quasi im Schlaf durch eine zweistündige Verspätung der Bahn die Hälfte der Fahrtkosten und kehrte wohlbehalten am späten Abend nach Wolfskehlen, Hanau und Günterfürst zurück.

Fazit 2016/17

Eine ereignisreiche Saison 2016/17 ist zu Ende gegangen, für die erste Mannschaft war es Jahr 1 nach dem Abenteuer Kreisoberliga. Nach dem Abschied etlicher Leistungsträger in den beiden letzten Jahren hatte man mit Uli Höllenriegel einen jungen, ambitionierten Trainer verpflichtet und sich den Neuaufbau auf die Fahne geschrieben. Plus minus Platz 5 lautete die Zielsetzung zu Beginn der Spielzeit. Was man zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass man dabei kaum auf die verbliebenen Korsettstangen zurückgreifen konnte. Viele Leistungsträger der Vorjahre hatten mit Verletzungsproblemen zu kämpfen und so kamen eigentlich unverzichtbare Kicker wie Timo Epple (8 Einsätze), Pascal Maier (8), Kevin Reinke (10), Fabian Winter (12) oder Kevin Wolf (12) nur zu überschaubaren Anzahlen von Spielen. Andreas Krichbaum (6 Spiele) verabschiedete sich im Herbst berufsbedingt komplett und Stefan Spengler spielte überhaupt nicht. Selbst Kai Riesle hatte bei seinen 21 Einsätzen eine Reihe verletzungsbedingter Kurzauftritte, schoss bei diesen aber 11 Tore und bereitete bestimmt genauso viele vor. So blieben mit den Brüdern Kursch, Yannick Jung, Patrick Harnischfeger Falko Müller und Malte Tschöpe gerade mal eine Handvoll Kicker übrig, die in Wolfskehlen mit Mitte 20 schon als Routiniers bezeichnet werden müssen.Um sie herum gruppierte Höllenriegel mit Erfolg eine Reihe blutjunger Nachwuchskräfte, denen es nicht nur gelang, die vorhandenen Lücken zu schließen, sondern nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Allen voran die beiden Innenverteidiger Tobias Keim und Falco Eberling, die eine herausragende Runde spielten und dafür sorgten, dass die Defensivprobleme der letzten Jahre ad acta gelegt werden konnten. Davor etablierten sich Chris Peter, Falk Breunig und Simon Spengler, die aus dem zweiten Glied nachgerückt waren und vorne sorgte Hendrick Brodhecker vor allem in der Vorrunde als treffsicherer Torjäger mit 13 Treffern für Furore. Als es gegen Ende der Saison personell immer enger wurde, sprangen die A-Junioren Moritz Knoche und Nils Peter in die Bresche, wobei Peter bei seinen 19 Einsätzen 9 Treffer gelangen. So konnte man quasi bis zum vorletzten Spieltag um den Aufstieg mitspielen und landete mit 66:39 Toren und 55 Punkten exakt auf dem angestrebten fünften Tabellenplatz. Dieser spiegelt ziemlich genau das Leistungsbild der Mannschaft wider, holte sie doch gegen die vier oben stehenden Teams aus acht Spielen lediglich einen Sieg und drei Unentschieden und damit für einen Spitzenplatz zu wenig Punkte. Dabei belegte man sowohl in der Hinrunden- als auch in der Rückrundentabelle mit 28 bzw. 27 Punkten jeweils Platz 4. Kassierte man in der Hinrunde noch die eine oder andere deutliche Pleite (0:4 bei Italia Groß-Gerau, 0:3 in Walldorf), verlor man in der zweiten Saisonhälfte nur noch beim Meister VfR Rüsselsheim (1:2) und gegen die SKV Büttelborn II (3:4), Allerdings spielte man in dieser Phase einfach zu oft Unentschieden, um ernsthaft in den Aufstiegskampf eingreifen zu können. Verbesserungswürdig ist die durchschnittliche Heimbilanz mit lediglich 26 Punkten, während man auswärts zusammen mit dem VfR Rüsselsheim die meisten Zähler (29) einfuhr. Die argen personellen Probleme werden auch dadurch verdeutlicht, dass kein Spieler in allen Begegnungen dabei sein konnte. Torhüter Jonas Kursch (29 Einsätze) fehlte nur einmal, dann klafft aber bereits eine Lücke zu seinem Bruder Richard, dem Innenverteidigerpaar Keim/Eberling (alle 27) und Patrick Harnischfeger (26). Die meisten Tore schossen Hendrick Brodhecker (13) und Kai Riesle (11), gefolgt von Nils Peter (9).

Als die zweite Mannschaft wenige Spieltage vor Saisonende beim Abstiegskonkurrenten SKG Walldorf in der 94. Spielminute den 1:1 Ausgleich kassierte, schien das das unrühmliche Ende einer verkorksten Saison einzuläuten. Die personellen Probleme der ersten Garnitur waren massiv zum Team von Ferenc Radics durchgeschlagen und hatten dazu geführt, dass man am Ende der Hinrunde mit lediglich 7 Zählern abgeschlagen das Tabellenende der Kreisliga B zierte. Als problematisch erwies sich zum einen, dass man einen Teil des Stammpersonals der Vorjahre nach oben abgegeben hatte und auf andere verletzungs- und berufsbedingt nicht mehr zugreifen konnte; zum anderen konnten Leistungsträger vor allem in der Offensive nicht an die Form der Vergangenheit anknüpfen. So fehlten der blutjungen Truppe häufig die Führungskräfte. Das änderte sich erst mit Beginn der Rückrunde, als es schon fast zu spät war. Mit dem Wiedereinstieg von Bastian Bopp und Christian Kummer, der Reaktivierung von Tim Jünger und Christoph Schaffner sowie der Rekrutierung der Brüder Fateh und Shafe Pal bekam die Mannschaft wieder ein solides Grundgerüst. Ergebnis war eine tolle Aufholjagd, die in der Rückrundentabelle auf Platz 7 führte, insgesamt aber nicht ganz ausreichte, um sich einen direkten Nichtabstiegsplatz zu sichern. 29 Punkte standen am Ende auf der Habenseite. Das hätte in den Vorjahren locker gereicht, diesmal bedeuteten sie punktgleich mit dem SV Klein-Gerau und nur einen Zähler hinter Eintracht Rüsselsheim den Abstiegsrelegationsplatz. Nun schien es sich zu rächen, dass man die Rückrundenpartie gegen Klein-Gerau nach Führung noch mit 2:3 verloren hatte und im Hinspiel kurzfristig nicht in Rüsselsheim antreten konnte, weshalb man auch das Rückspiel auswärts bestreiten musste. Doch in der Relegation zeigte man sich - obschon personell wieder einmal schmalbrüstig besetzt - vor allem taktisch von der besten Seite und setzte sich völlig überraschend gegen die haushoch favorisierte zweite Mannschaft von Concordia Gernsheim durch. Nach einem 1:1 im Hinspiel gelang durch Tim Hammanns Kopfballtor ein 1:0 Sieg am Rhein, der den Klassenerhalt sicherte. Den Treffer im Hinspiel hatte Paul Arnold erzielt, der in Darmstadt studierte und sich bei der dritten Mannschaft lediglich etwas fit halten wollte. Während der Relegation kam er zu seinen beiden einzigen Einsätzen in der zweiten Garnitur und hatte ebenso entscheidenden Anteil am erfolgreichen Saisonausklang wie Alte Herren-Keeper Ralf Engeroff, der gegen Gernsheim den verreisten Stammtorhüter Jens Kaltenmorgen ersetzte und auch ohne Training als solider Rückhalt glänzte. So darf sich die zweite Mannschaft auf ein weiteres Jahr in der Kreisliga B neben Traditionsteams wie dem FC Leeheim, dem TV Crumstadt oder dem SV Klein-Gerau freuen. Das personelle Dilemma der Saison veranschaulichen insgesamt 46 eingesetzte Spieler. Die meisten Partien bestritt Simon Funke (27), vor Gerrit Jost, Jens Kaltenmorgen und Dominic Nusser (26). Wie wichtig Shafe Pal für das Team war, zeigen seine 11 Tore in 13 Spielen, mit denen er Torschützenkönig wurde. Mit deutlichem Abstand folgte Nelmin Imamovic (6), der vor allem zum Rundenende einige wichtige Treffer erzielte.

Die dritte Mannschaft spielte eine ruhige Saison, kämpfte sich nach durchwachsenem Saisonstart ins Mittelfeld der Kreisliga D vor und biss sich irgendwann auf Platz 7 fest. Diesen belegte das Team von Christian Ehlhardt mit 72:68 Toren und 46 Punkten auch in der Abschlusstabelle. Dazu trugen 22 Punkte in der Vor- und 24 Punkte in der Rückrunde bei. Auch bei der Dritten ist die Heimbilanz mit 24 Punkten verbesserungswürdig.. Erstaunlich gegenüber den Vorjahren ist die hohe Anzahl erzielter Treffer, allerdings hat man nicht zuletzt durch die langfristigen Verletzungen der beiden Innenverteidiger Patrick Kurath und Uli Krumb auch deutlich mehr als zuvor kassiert. Mit Abstand bester Schütze war auch hier Shafe Pal mit 12 Toren in nur 9 Spielen. Es folgen 23 (!) weitere Torschützen von den Spielertrainer Ehlhardt mit sechs Toren Pal am nächsten kam, gefolgt von Paul Arnold, Dominic Hammann und Patrick Henninger (je 5). 56 Spieler setzte die dritte Mannschaft ein, von denen unverwüstliche Routinier Jeffrey Hlanguyo mit 24 die meisten bestritt. Auch hier folgt Christian Ehlhardt mit 20 Einsätzen.

Insgesamt setzte der TSV in seinen drei aktiven Mannschaft 90 Spieler ein, eine stolze Zahl für unseren kleinen Verein. Bemerkenswert ist auch, dass alle drei Mannschaften jeweils den dritten Platz in den Fairnesstabellen ihrer Klassen belegen. Überhaupt widerlegt das komplette Ried vor allem in der Fairnesstabelle der Kreisliga A das rüpelhafte Bild, das man in der einzigen noch existenten Tageszeitung unserer Region gerne von den Südkreismannschaften zeichnet: die fünf fairsten Teams dieser Klasse heißen (in dieser Reihenfolge) SKG Stockstadt, TSV Goddelau, TSV Wolfskehlen, FC Leeheim und SG Dornheim.

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