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Falk Breunig schießt "Kacktor des Monats"

Unter www.echo-online.de/sport/fussball/grossgerau-ruesselsheim/wolfskehler-schiesst-kacktor-des-monats-september_20515294 findet Ihr einen Bericht des Ried-Echos zu Falk Breunigs "Kacktor des Monats". Kleine Anmerkung am Rande: wer das Spiel, aus dem das Tor stammt, TSV 03 II gegen Hellas Rüsselsheim II gesehen hat, weiß, dass es in diesem Spiel sogar noch eine Steigerung zum ausgezeichneten Treffer gab. Schaut Euch unter www.fupa.net/tv/match/tsv-wolfskehlen-fv-hellas-ruesselsheim-8171456-166343/tor-12-fv-hellas-ruesselsheim-44 mal das 1:2 an...

 

Zwei Eigentore entscheiden

Unter der Woche freute man sich noch über die Wahl eines Treffers Falk Breunigs zum "Kacktor des Monats", am Sonntag musste die erste Mannschaft des TSV 03 gleich zwei weitere hinnehmen und verlor deshalb unglücklich beim Tabellendritten TSG Messel mit 1:2 (0:1). Wieder einmal musste Coach Ingo Röder aufgrund einer Reihe von Ausfällen sein Team umbauen und hatte letztlich nur zwei Auswechselspieler zur Verfügung. Trotzdem startete seine Elf gut in die Partie, traf mit Tim Hammanns abgefälschten Direktschuss nur das Lattenkreuz und hätte durch zwei Alleingänge Kai Riesles die Partie vor der Pause vorentscheiden können. Doch einmal scheiterte der Torjäger am Keeper und beim zweiten Mal schob er den Ball am Kasten vorbei. Die Gastgeber ließen in den ersten 45 Minuten jede Torgefahr vermissen, führten aber trotzdem plötzlich mit 1:0. Die TSG hatte sich schön bis zur Grundlinie kombiniert, dann aber nur eine eigentlich harmlose Hereingabe produziert. Doch weil man sich auf Wolfskehler Seite in der Mitte nicht einig war, legte man sich die Kugel unglücklich selbst ins Netz. Die Führung verdiente sich Messel erst nach dem Seitenwechsel, weil die TSG im Mittelfeld mehr und mehr die Oberhand gewann und sich der TSV stellenweise zu weit zurückzog. Trotzdem gelang dem TSV der Ausgleich, als der eingewechselte Fabian Dietz aus der Distanz unhaltbar einschoss. Nun schien der TSV wieder Oberwasser zu gewinnen. Kai Riesle prallte nach einem Steilpass mit dem Torhüter zusammen und hob den abprallenden Ball anschließend über Keeper und Kasten. In der Schlussphase verlor der TSV aber ein wenig die Übersicht, weil viele mit großem Einsatz erkämpfte Bälle umgehend wieder hergeschenkt wurden. Trotzdem ließ die aufmerksame Wolfskehler Innenverteidigung nur wenig zu, ein einziges Mal musste sich Jonas Kursch strecken, um einen Flachschuss aus der Ecke zu kratzen. Doch dann brach die Schlussminute an, in der Messel noch einen zweifelhaften Freistoß am Strafraumrand zugesprochen bekam. Der harmlose Schuss wäre eine sichere Beute von Jonas Kursch geworden, doch auf halbem Weg wurde die Kugel von einem Wolfskehler Abwehrspieler unhaltbar in die Tormitte abgefälscht und gleich darauf war das Spiel zu Ende.

Kader: Jonas Kursch, Tom Tietzen (Fabian Dietz), Yannick Jung, Malte Tschöpe, Falco Eberling, Moritz Knoche, Tim Hammann, Falk Samstag, Tobias Keim (Marlon Schaffner), Pascal Maier, Kai Riesle.

 

 

Zweite Mannschaft: Wichtiger Auswärtssieg

Nach zuletzt zwei ansprechenden Leistungen gegen Gernsheim und Haßloch, bei denen leider nur ein Punkt herausgesprungen ist, forderte Trainer Orkun Erdinc gegen den Nachbarn Dornheim II 3 Punkte ein. In der ersten Halbzeit war lange nur der abgestreute Rasenplatz in Dornheim ein Highlight, erst in der 35 Minute gab es gleich drei dicke Einschussmöglichkeiten für den TSV. Gerrit Jost scheiterte im 1 gegen 1 am Torhüter, den Nachschuss setzte er an den Pfosten und Christoph Schaffner schoss den Abpraller aufs Tor aber ein Abwehrspieler konnte für den geschlagenen Torhüter auf der Linie klären. Im Gegenzug hatte Dornheim II die beste Gelegenheit, als ein Schuss ans Lattenkreuz flog. Zur zweiten Halbzeit starteten unsere Jungs fulminant und schossen von der 45 bis 60 Minute einen 3 Tore Vorsprung raus. Alle Tore waren sauber herausgespielt und die Torschützen Jost, Wilfer und Kursch vollendeten in bester Stürmermanier. Scheinbar dachte man das Spiel wäre entschieden und stellte die Arbeit gegen den Ball ein, Dornheim II witterte die Chance und kam bis auf 2:3 heran. In der 90 Minute hatte Dornheim II noch die Chance zum Ausgleich, doch ein Freistoß strich knapp am Pfosten vorbei. Danach pfiff der Schiedsrichter das Spiel ab und man rettete den wichtigen Auswärtssieg über die Zeit.

Es spielten: Pütz, Krumb (Tobias Hammann), Breunig, Metzger, Schaffner, Richard Kursch, Funke, Wilfer (Behrendt), Stefan Spengler, Johann Czarnecki, Infuso (Jost)

 

 

Achtelfinale erreicht

Beim C-Ligisten FC Leeheim stellte Coach Ingo Röder eine gemischte Mannschaft, die ihre Aufgabe im Kreispokal seriös löste und mit einem ungefährdeten 3:0 (2:0) Erfolg ins Achtelfinale einzog. Auf dem Hartplatz an der Kuhweide sorgten Chris Peter und Falk Breunig mit einem tollen Kopfball für eine 2:0 Pausenführung, die Hendrik Brodhecker gleich nach dem Seitenwechsel entscheidend ausbaute. Lediglich mit der Torausbeute konnte man auf Seiten des TSV am Ende nicht zufrieden sein.

Es spielten: Jonas Kursch, Tim Hammann, Patrick Harnischfeger, Hendrik Brodhecker, Stefan Spengler, Chris Peter, Falk Breunig, Patrick Engert, Kai Riesle, Christoph Schaffner, Malte Tschöpe, Yannick JUng, Johann Czarnecki und Marlon Schaffner.

AH unterwegs: Auf dem Pfad der blauen Boa

Nach den kulinarisch exzellenten, menschlich aber eher robusten Erfahrungen des Vorjahres in Thüringen suchten die alten Herren im Jahr 2019 etwas mehr Heimatnähe und einen höheren Kuschelfaktor bei ihrer traditionellen Mehrtageswanderung. Das mit der Heimatnähe erwies sich als vorausschauend, denn wieder einmal torpedierten die aktiven Fußballer des TSV den vorgesehenen Ablauf mit einer unverhofften Relegationsteilnahme. Der geneigte Fußballfan konnte sich so den Prolog sparen und am Abend des ersten Tages binnen zwei Stunden nachreisen. Der Neckarsteig zwischen Neckargerach und Bad Wimpfen war das Ziel und wieder einmal hatte das bewährte Organisatorenteam aus Sputti und Enfuchs nichts unversucht gelassen, bislang zögerliche Altfußballler für das gemeinsame Projekt zu begeistern. Ob sie aber tatsächlich, wie kolportiert wurde, auch Einfluss auf das Wanderzeichen des Neckarsteigs – Insidern zufolge eine blaue Boa auf weißem Grund – nahmen, um auch den letzten Zögerlichen noch zu überzeugen, darf doch zumindest bezweifelt werden. Nun, schon die Anreise mit der Deutschen Bahn entlang des Neckars gestaltete sich mit vielen optischen Reizen spektakulär und die erste Etappe von Neckargerach nach Mosbach stand dem in nichts nach. 14 Kilometer und 450 Höhenmeter waren zu überwinden und das schien der routinierten Trekkinggruppe durchaus machbar. Die seit 1940 unter Naturschutz stehende Margarethenschlucht, deren Begehung nur bei guter Witterung empfohlen wird, brachte aber doch den einen oder anderen etwas unverhofft schon an seine Grenzen. Wunderschön war diese Strecke, aber halt auch brütend heiß die Witterung und was man im letzten Jahr an Einkehrmöglichkeiten zu viel hatte, hatte man dieses Jahr wieder zu wenig. So freute man sich über die Ankunft im lauschigen Mosbach, wo man eine vorzügliche proteinlastige Abendmahlzeit zu sich nahm, den per Bahn mit freudiger Botschaft eintreffenden Abteilungsleiter in Empfang nahm und zu später Stunde mit dem einheimischen Kreisligisten dessen Pokalsieg feierte. Tags darauf ging es zeitig los, denn an jenem Freitag wollten gleich zwei Tagesetappen bewältigt werden. Dabei erwies sich der erste Teilabschnitt wieder als ambitioniert und vor allem trocken. Besonders die steile Passage vom Bahnhof Haßmersheim hoch in Richtung Burg Hornberg verlangte der routinierten Truppe einiges ab. Wie gelegen kam da der mit herrlicher Aussicht lockende Biergarten der Festung, die einst Götz von Berlichingen bewohnt hatte und seit dem Mittelalter den in Wolfskehlen nicht unbekannten Herren von Gemmingen gehört. Doch plötzlich fühlte man sich wieder an den Rennsteig versetzt: mit dem harschen Verweis auf die erst eine Stunde später beginnende Öffnungszeit verweigerte der livrierte Dienstleister den Ausschank auch des Nötigsten. Von einem mit perfekter Blume gekrönten, wohl temperierten Durstlöscher garnicht zu sprechen. Dem Urahn der Burg muss es einst wohl ähnlich ergangen sein, denn prompt hatte der eine oder andere dürstende Wandersmann die von Berlichingen zugeschriebene unflätige Redensart auf den Lippen. Die aus dem angrenzenden Weinshop besorgten, aber nicht hinreichend temperierten Tropfen konnten das Mütchen der Zornigen nicht kühlen und so war man nach dem ungeplant zeitigen Aufbruch froh, zur Mittagsrast in Gundelsheim einzutreffen. Die dortige Kuhberg-Schänke erfüllte endlich die Erwartungen, die Männer zwischen fünfzig und sechzig nach einem entbehrungsreichen Tag so hegen: kalte Getränke in verschiedenen Varianten und üppige Mahlzeiten, hier zumeist in Form von Maultaschen dargereicht. Derart üppig gar, dass ein guter Teil der Truppe die nachmittägliche Etappe in Richtung Bad Wimpfen mit öffentlichen Verkehrsmitteln absolvierte. Das war auch in der Vergangenheit schon nicht unüblich, verschiebt sich mit fortschreitendem Alter aber scheinbar immer weiter nach vorne. Das wackere Häuflein der Aufrechten passierte per pedes Burg Guttenberg, musste aber aus zeitlichen Gründen auf eine Audienz beim ehemaligen Verteidigungsminister verzichten. Noch beeindruckender, als dessen nie zerstörte und seit 800 Jahren durchgehend bewohnte Heimstatt war freilich der große, im 16. Jahrhundert angelegte jüdische Friedhof bei Heinsheim. Besonders beklemmend, dass offensichtlich die letzten Gräber zu Beginn des zweiten Weltkriegs angelegt wurden – ein erschütterndes Zeugnis vom schwärzesten Kapitel Deutschlands und der Tatsache, dass nahezu alle Jüdinnen und Juden aus der Umgebung deportiert wurden. Das stille Mahnmal beeindruckte die Wanderer derart, dass minutenlang jedes Gespräch verstummte. Der letzte Teil der Etappe führte am Neckar entlang Richtung Bad Wimpfen und zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass alle Einkehrmöglichkeiten gut sichtbar, aber unerreichbar am anderen Ufer des Flusses lagen. Da half es auch wenig, dass bereits frühzeitig der Blaue Turm, das imposante Wahrzeichen des Tagesziels, sichtbar wurde. Als erste, weil nächste Einkehr musste stattdessen wenig traditionell eine Tankstelle am Eingang der ehemaligen Stauferstadt herhalten, die – obwohl 40 Kilometer jenseits der Grenze gelegen – zwischen 1803 und 1951 zu Hessen und dem Landkreis Heppenheim gehörte. Die Stauferstadt, nicht die Tankstelle. Flugs waren auch die kleinen, atmosphärischen Störungen behoben, die sich im Rahmen der fortschreitenden Dehydrierung fast zwangsläufig ergeben hatten. Harmonisch erklomm man durch das Untere Tor die imposante und sehr gepflegte Altstadt, traf dort auf die erstaunlicherweise auch erst kurz zuvor angekommenen Bahnreisenden und verbrachte einen wundervollen Abend bei Variationen von der Maultasche und perfekter Witterung im Biergarten der Gaststätte Dobel. Ausgeruht und bester Dinge spazierte man am nächsten Tag ins nahegelegene Bad Rappenau, sah sich dort noch ein wenig um und trat anschließend die Heimreise an.

Protokoll der Mitgliederversammlung der Abteilung Fußball

Am 12. Februar 2019 eröffnete Abteilungsleiter Horst Hammann die diesjährige Mitgliederversammlung der Abteilung Fußball des TSV 03 und eröffnete nach dem Beschluss der Tagesordnung den Reigen der Berichte der Spartenleiter. Der sportliche Leiter Christoph Schaffner blickte auf ein erfolg-reiches Jahr der aktiven Fußballer zurück, dem mit dem knapp verpassten Aufstieg der ersten Mannschaft in die Kreisoberliga nur das Sahnehäubchen fehlte. Doch auch die Relegationsteilnahme wurde als ebenso großer Erfolg gewertet wie der souveräne Klassenerhalt der zweiten Garnitur in der B-Liga und der dritte Platz des dritten Teams in der Kreisliga D. Schaffner bescheinigte Spielern und den Trainern großes Engagement und sehr gute Arbeit. Jugendleiter Michael Scholz konnte mit Freude auf großen Zuwachs bei den kleinsten Kickern blicken und berichtete über funktionierende Spielgemeinschaften im Langfeldbereich. Eng ist es wie immer bei der Ausstattung mit Jugendtrainern. Hier werden nach dem Ausscheiden der langjährigen Coaches Bernd Werner und Michael Klett noch Nachfolger gesucht. Daniel Schnölzer ließ drei Veranstaltungen Revue passieren, von denen lediglich der Weihnachtsmarkt ein wirtschaftlicher Erfolg war. Die Saisoneröffnung war dagegen nur schwach besucht und die Verabschiedung der Weihnachtsbäume litt unter starken Regenfällen. Während bei diesen Veranstaltungen die Dienstpläne nur knapp gefüllt werden konnten, war der große Arbeitseinsatz zur Renovierung der Tribünenrückwand ein voller Erfolg. In nur drei Stunden waren die erforderlichen Arbeiten erledigt. Im neuen Jahr erhofft sich die Abteilung den Einbau einer automatischen Beregnungsanlage im Hauptfeld, damit die manuelle Berieselung, die im trockenen letzten Jahr großen Aufwand erforderte, endlich der Vergangenheit angehört. Rechner Karlheinz Schnölzer bescheinigte der Abteilung eine ordentliche Kassenlage und großes Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Ausgaben: schon im zweiten Jahr in Folge nutzte die Abteilung den ihr vom Gesamtverein zur Verfügung gestellten Etat nicht vollends aus und kann die Gelder so für die periodisch anstehenden Überarbeitungsmaßnahmen am Kunstrasenplatz zurücklegen. Die nach den Berichten zur Wahlleiterin gekürte Vereinspräsidentin Inga Büdinger begleitete anschließend die einstimmige Wiederwahl von Abteilungsleiter Horst Hammann für zwei weitere Jahr. Hammann ließ anschließend sein Team be-stehend aus Daniel Schnölzer (stellvertretender Abteilungsleiter), Christoph Schaffner (sportlicher Leiter), Michael Scholz (Jugendleiter), Mark Breitwieser (Alte Herren), Karlheinz Schnölzer (Rechner) und Karlheinz Luksch (Presse) en bloc in den jeweiligen Ämtern bestätigen und begrüßte Jonas Kursch als neuen Aktivensprecher. Kursch tritt die Nachfolge von Tim Jünger an. Nach einem Ausblick Christoph Schaffners auf das kommende Jahr beendete Horst Hammann die Sitzung nach gut einer Stunde.

AH Wanderung 2018: Rennsteig!

Was sagen den geneigten Lesern die Ortsnamen Wutha, Mölmen, Petkus, Krätzersrasen oder gar Klein Berlinchen? Nichts? Nun, dann waren sie wohl noch nicht auf dem Rennsteig unterwegs. Die alten Herren des TSV 03 schlossen diese zweifellos nicht unwesentliche Wissenslücke bei ihrer achten Mehrtageswanderung über Fronleichnam ohne - ich greife vor - auch nur einen winzigen Anhaltspunkt von etwas zu entdecken, was man sich so unter "Klein Berlinchen" vorzustellen glaubt. Selbst die Bezeichnung Rennsteig muss man im Nachhinein als mindestens irreführend deklarieren, denn an hurtige Fortbewegung und schnelles Ankommen war bei den vom jungfräulichen Organisationsteam Sputti/Enfuchs ausbaldowerten Tagesetappen nicht zu denken. Das lag aber in erster Linie an der schwülheißen Witterung, der respekteinflößenden Topographie und nicht zuletzt der Getränkevielfalt bei der Bahnanreise, die jeder Bar der großen Schwester von Klein Berlinchen zur Ehre gereicht hätte. Selbst ein 5l-Partyfass hatte den Weg in einen der ansonsten nur mit dem Notwendigsten bestückten Rucksäcke gefunden. So ging es nach der Ankunft in Eisenach um die Mittagszeit zunächst nur schleppend hinauf, doch die Wartburg musste sein, von der hatte man schließlich schon etwas gehört. Müh-, weil bierselig war er, der Anstieg zum Weltkulturerbe, das einst von Jörg dem Springer als einfache Festung gegründet und zwischenzeitlich Martin Luther als Versteck und Ort der Inspiration gedient hatte. In nur elf Wochen übersetzte Luther das Neue Testament aus der altgriechischen Sprache in die deutsche. Das ist manchem Wolfskehler Wirt mit seiner Speisekarte in dreißig Jahren nicht gelungen. Möglicherweise genoss Luther zwischendurch auch mal die herrlichen Ausblicke aus über 400 Metern Höhe auf den Thüringer Wald, ganz sicher aber auch das eine oder andere Bier und wenigstens darin taten wir es ihm gleich. Bei Temperaturen deutlich über dreißig Grad wäre der eine oder andere sicher gerne noch etwas im lauschigen Biergarten sitzen geblieben und hätte dafür vielleicht auch eine Bibel-Übersetzung in Kauf genommen, doch man war schließlich nicht zum Spaß hier, sondern zum Wandern. Die erste Tagesetappe zum Waldgasthof und Rennsteighotel "Hubertushaus" über prognostizierte 12 Kilometer zog uns schnell in ihren Bann, die Gespräche verstummten, wurden bald aber wieder lebhafter, als man feststellte, dass die Einkehrmöglichkeiten nie gekannte Ausmaße annahmen. Ja, so hatte man sich das auch in den vergangenen sieben Jahren vorgestellt, aber eben in den seltensten Fällen angetroffen. Alle ein bis zwei Kilometer eine Gelegenheit zum Verweilen und Abschalten von allzuviel Natur und Stille. Kleine Paradiese wie der "Rastplatz Hohe Sonne" und die "Rasthütte am Rennsteig" versorgten uns fortan zur rechten Zeit mit dem Nötigsten, bevor wir an unserem Tagesziel eintrafen. Dort fühlten wir uns sofort gut aufgehoben, die auf uns einprasselnde ruppige Rhetorik des Servicepersonals trieb so manchem die Tränen in die Augen, erinnerte sie doch stark an zahllose Abende in einem jüngst geschlossenen Erlebnislokal in heimischen Gefilden. Das leckere Essen ließ uns über die verbalen Entgleisungen der blonden Fee großzügig hinweghören. Der Spaß wurde nur kurzfristig durch den Radlerschock des Batwiesers getrübt, der ihn wie einst den Kletterer beim Dummschwätzer am Rheinsteig ereilte, worauf er sein Abendmahl der Allgemeinheit spendete. Doch als sich die Stimmung bei zwei mehr oder weniger spontanen Gesangseinlagen für Jubilar Paul dem Siedepunkt zuneigte, wurden wir per last Order kurz nach 22 Uhr in die spartanischen Betten komplimentiert. Zugegeben, das war auch gut so, denn im Morgengrauen lauerte die Königsetappe über 16km, 400 Höhenmeter und den großen Inselsberg. Große Hoffnungen für die nähere Zukunft hegte man nach Einnahme des Frühstücks noch nicht, doch was soll man sagen: "Woas en scheene Doag" wartete auf uns. Los ging es, als man nach kurzer Wegstrecke auf den heiligen Berg einer Wolfskehler Dynastie von Kirchendienern traf - den Glöckner am Rennsteig, ein herrlicher Aussichtspunkt. Klar, dass sich Manni dort verewigte. Nur wenig später folgte man einer spontanen Eingebung, kehrte in die "Waldschänke Dreiherrnstein" ein und fand Kreuzberger Klosterbier vom Fass! Diesem Idyll gab man sich bei guten Gesprächen und mehreren Steinkrügen fast zu lange hin, denn am Horizont drohte bereits der Große Inselsberg mit seinen mehr als 900 Metern Höhe. Laut Wikipedia der "höchste Berg der nordwestlichen Hälfte des Mittleren Thüringer Waldes" und "ein Quarzporphyr-Härtling, der aus den umliegenden weicheren Schichten herausgewittert ist". Alles klar? Jedenfalls zog sich die Etappe jetzt für die teilweise verwitterten Härtlinge aus dem mittleren hessischen Ried, warum auch immer. Oben angekommen lohnte die grandiose Rundumsicht alle Mühen und der nahezu dehydrierte Altfußballerr labte sich alsbald am unvermeidlichen Wernesgrüner. Man tat allerdings gut daran, nicht allzu lange zu verweilen und strebte wohl von einer Ahnung getrieben dem Tagesziel "Haus am Reitstein" (Kleiner Inselsberg) zu. Das erwies sich als vorausschauend, denn auch hier schloss die Küche bereits um 19 Uhr. Was bei der Ankunft bedeutete: Bestellen, kasernenähnliche Behausung aufsuchen, Katzenwäsche, Essen fassen, zwei Bier trinken, ein Kümmerling auf's Haus und sich auf der Straße wiederfinden. Gemütlich scheinen die nicht zu sein, die Thüringer, zumindest dort, wo wir sie angetroffen haben. Den Abend retteten wir mit einem überteuerten Kasten War(m)steiner, der ob seiner körpernahen Temperatur nicht einmal vollständig verzehrt wurde. Der abschließende Samstag brachte erneut Sonne und Wärme für (fast) ganz Deutschland und Nebel und Nieselregen für den kleinen Inselsberg und so reduzierte sich das Häuflein der Wanderer auf zwei durchnässte Gestalten, die der Rest mit dem Linienbus Nummer 42 auf dem Weg von Brotterode über Ruhla nach Eisenach wieder auflas. In Eisenach trennte man sich bester Laune bis zum nächsten Jahr, wenn Ober-Seemen droht. Während drei Kameraden zwecks Konzertbesuch zur großen Schwester von Klein Berlinchen weiterreisten, bekam der Rest auf seinem Heimweg nach Frankfurt von der Deutschen Bundesbahn noch einen kostenlosen Ausflug mit dem ICE über Messel und Darmstadt-Kranichstein spendiert, so dass man just in time zum Relegationsspiel wohlbehalten wieder in Wolfskehlen eintraf. Fazit: tolles Wetter, prima Einkehr und ein Team, das sich mittlerweile ohne viele Worte versteht!

AH-Wanderung 2017: Bier und mehr in Bamberg

Nachdem in den vergangenen beiden Jahren das oft vergebliche Streben nach innerer Befeuchtung die Wanderungen der Altherrenfußballer dominierte und ein gewisser Hang zur Askese gefordert war, wollte man im Jahr 2017 einen neuen Selbstversuch mit geradezu konträrer Ausrichtung starten. Dazu hatte sich die im letzten Jahr unfreiwillig "Jako Brass" getaufte Wandergruppe Mittelfranken ausgesucht. Eine Gegend, deren Schönheit nicht nur in der reizvollen Landschaft, sondern auch in der hohen Brauereidichte liegt. Mal schauen, wie es um die Moral der Truppe steht, wenn die Verlockung stets in greifbarer Nähe ist, war die Devise. Verschärfend hatte man sich erstmals ein kleines Teufelchen als Mitreisenden gegönnt, das immer bereit war, ein Stück Weg für ein schnelles Helles zu opfern. Die Anreise nach Mittelfranken verlief so unspektakulär wie trocken, der brütend heiße Tag weckte in dem einen oder anderen wohl unschöne Erinnerungen an die Strapazen der Odenwaldhölle. Trotzdem wollte man sich in Bamberg vor der ersten Etappe noch eine Erfrischung gönnen, stieß aber bei Spezial-Bräu auf taube Ohren und reservierte Bänke, was - es war schließlich Fronleichnam - wohl auch mit der falschen Konfession zu tun hatte. Im gegenüberliegenden Fässla zeigte man sich aufgeschlossener und bald hatte man die erste Erfrischung zu sich genommen. Nun ging es mit dem Bus hinaus nach Memmelsdorf, wo das Fremdenverkehrsamt einen Marathon in doppeltem Sinne offerierte. Tour Nummer 20 bietet laut Prospekt "Idylle, Bier und Braukunst". Übersetzt bedeutet dies 13 (dreizehn) Brauereien auf 31 (einunddreißig) Kilometern. Logisch, dass diese Etappe nur in einer Ansiedlung namens Strullendorf enden kann. Dem gesunden Menschenverstand folgend verkürzte man die Tortur schon während der Planungsphase auf zwölf Kilometer und fünf Brauereien. Auf den ersten hundert Metern hinter der Bushaltestelle im Zentrum von Memmelsdorf lagen mit den "Drei Kronen" und "Höhn" gleich die beiden ersten attraktiven Angebote fränkischer Lebensart und die wenigen Besonnenen der Gruppe hatten angesichts der vom Himmel lachenden sieben Sonnen Mühe, Teufelchen und inneren Schweinhund daran vorbei zu lotsen. Schließlich war ja noch nichts geschafft, die Moral noch intakt. Das änderte sich auf den folgenden Kilometern durch blühende Felder bei gleißendem Licht und enormer Hitze. Die nächste Zapfstelle in Merkendorf wurde förmlich gestürmt und diese konnte - das Teufelchen lässt grüßen - natürlich nur "Wagner" heißen. Selbst der disziplinierteste Wandersmann musste zugeben, dass der dort vorgefundene Biergarten ein wahrhaft paradiesischer Ort ist und im Hinblick auf Ambiente, Angebot und Preisgestaltung keine Wünsche offen lässt. Der halbe Liter zu zwei Euro zehn - das war wie einst in Berlin bei der indischen "häbbi Auer ganse Nachd". Nur ungern löste man sich von diesem Idyll und dem am Nachmittag offerierten Kuchen- und Tortenbüfett, ließ von Seiten der Reiseleitung die zweite ortsansässige Brauerei "Höhn" besser unerwähnt und begab sich auf die zweite Schleife vorbei an Drosendorf. Dort passierte man eine Schankstube mit dem wenig einladenden Namen "Go(e)ller" und landete schließlich doch noch in den eingangs bereits erwähnten Etablissements in Memmelsdorf, wo die Zeit bis zur Rückfahrt des Busses erfolgreich überbrückt werden konnte. Schon jetzt hatte man an einem Nachmittag mehr unterschiedliche Biersorten gekostet, als je in der Zellerei angeboten wurden. Zwei weitere (St. Georgenbräu zum Abendessen im Kachelofen und Klosterbräu zum Abschluss) wurden es im Verlauf eines ruhigen Abends in der wunderschönen Bamberger Altstadt noch und zeitig zog man sich in die jeweils zu zweit zu belegenden Hotelzimmer zurück, die in einem durchschnittlichen Wolfskehler Bauernhaus ob ihrer Größe wohl kaum über den Status eines Wandschranks oder einer Speisekammer hinaus gekommen wären. 24.000 Schritte zeigte die Uhr vor dem Schlafengehen für diesen Tag, das war schon ganz ordentlich. Da ahnte allerdings noch niemand, dass es am nächsten Tag fast doppelt so viele, nämlich rund 46.000 Schritte werden sollten. Es hätte wohl auch Mord und Totschlag gegeben. So startete man frohen Mutes am frühen Freitagmorgen mit der Bahn nach Ebelsbach-Eltmann und enterte von dort die neunte Etappe des Steigerwald-Panoramawegs, die über 25 Kilometer zurück nach Bamberg führen sollte. Bei perfekten klimatischen Rahmenbedingungen kam man bis zur Mittagsrast in Roßstadt zügig voran und erfreute sich der tollen Aussicht hinunter in die Mainebene und auf die in der Ferne liegenden Türme von Kloster Michelsberg in Bamberg. Beim dem Mittagsmahl folgenden Aufstieg ließ man sich aber zu einem Schwenk auf den regionalen Pfad der Menschenrechte verleiten und hatte den Panoramaweg auf Nimmerwiedersehen verloren. Das hatte zur Folge, dass man bald wieder an Höhe einbüßte und ab Viereth zurück nach Bamberg in den Flussauen entlang von Main und Regnitz unterwegs war. Auch schön, aber deutlich weiter als geplant. Daran änderte auch ein ungefragt auskunftsfreudiger Passant nichts, der für die letzten sechs Kilometer "etliche Kilometer" Abkürzung verhieß, sollte man seiner Weisung folgen. Die verbalen Auszeichnungen, mit denen er am Ende der "Abkürzung" in Abwesenheit geehrt wurde, bleiben hier unerwähnt. Und weil am Abend noch einmal ein 1,5 km langer Fußmarsch zum Biergarten der Traditionsbrauerei Mahr anstand, hatte das Teufelchen am späten Freitag endgültig gewonnen. Mahr indes wurde seinem Ruf gerecht, bot leckeres Essen und ausgezeichnetes Bier. Am Samstag jedoch fanden sich nur noch drei Unentwegte bereit, die Tour der Bamberger Sehenswürdigkeiten via Rathaus und Michelsberg zur Altenburg mit ihren grandiosen Aussichten und weiteren 24.000 Schritten auf sich zu nehmen. Der Rest ließ den Ausflug nach den Strapazen des Vortags verständlicherweise locker ausklingen. Am Nachmittag traf man sich zum Essen im Biergarten Greifenklau, testete das unvergleichliche Schlenkerla und begab sich sich nach einem Abschlusstrunk dort wo alles begann (im Fässla) wieder auf die Heimreise. Unterwegs verdiente man sich quasi im Schlaf durch eine zweistündige Verspätung der Bahn die Hälfte der Fahrtkosten und kehrte wohlbehalten am späten Abend nach Wolfskehlen, Hanau und Günterfürst zurück.

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