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Erste Mannschaft: Ungefährdeter Heimsieg

Obwohl Coach Ingo Röder gegenüber dem Spitzenspiel eine Woche zuvor vier Akteure ersetzen musste, kam es gegen den TSV Trebur zu einem ungefährdeten 7:0 (1:0) Erfolg. Doch der Sieg trat angesichts der Knieverletzung Nils Peters in den Hintergrund. Peter verletzte sich bei einer Flanke durch einen Schlag aufs Standbein. Gegen die noch abstiegsbedrohten Gäste kam unsere Mannschaft recht gut ins Spiel, nutzte aber seine Chancen zu Beginn nicht und musste bei dem einen oder anderen gefährlichen Konter auf der Hut sein. Mit der 1:0 Führung durch Falk Samstag, der bei einem zu kurz abgewehrten Schuss Kai Riesles abstaubte, waren die Kräfteverhältnisse zur Pause ergebnistechnisch korrekt dargestellt. Doch nach dem Seitenwechsel ließen zwei schnelle Treffer durch Samstag nach vorzüglicher Vorarbeit Stefan Spenglers und Kai Riesle den Widerstand der Gäste zusammenbrechen. Unsere Mannschaft kombinierte nun nach Belieben und erhöhte durch Hendrik Brodhecker (2) und Kai Riesle auf 6:0. Den Schlusspunkt setzte ein Treburer Eigentor.

Es spielten: Jonas Kursch, Falk Samstag, Falko Müller (Patrick Harnischfeger), Tim Hammann, Yannick Jung, Timo Epple, Tobias Keim, Kai Riesle, Stefan Spengler (Kevin Reinke), Hendrik Brodhecker, Nils Peter (Malte Tschöpe).

 

Zweite Mannschaft: Wieder knapp vorbei

Die zweite Mannschaft schrammte erneut knapp an einem Punktgewinn vorbei und unterlag bei der mitgefährdeten SKG Erfelden mit 2:4 (1:2). Nach einem schnellen 0:2 Rückstand verkürzte Hicham Mejdoule und Patrik Merbach gelang in der 82. Minute sogar der Ausgleich. Doch wie so oft in den letzten Wochen kassierte der TSV in den Schlussminuten noch die entscheidenden Gegentreffer zur erneuten Niederlage.

Es spielten: Alexander Dörr, Falk Breunig, Johann Czarnecki (Gerrit Jost), Christopher Metzger, Hicham Mejdoule, Christopher Peter (Domenik Infuso), Bastian Bopp (Bilal el Haddadi), Patrik Merbach, Fabian Dietz, Torben Hammann, Rafe Pal.

Dritte Mannschaft: Anschluss verpasst

Mit lediglich einem Punkt aus zwei Spielen verpasste die dritte Mannschaft den Anschluss an die Spitzengruppe der Kreisliga D. Das kurzfristig auf Wunsch der Gäste in die Woche gelegte Spiel gegen den SV Klein-Gerau II schien das Team von Christian Ehlhardt durch Treffer von Dustin Lück und Shafe Pal nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich schon fast gewonnen zu haben, doch dann kassierte man quasi in letzter Sekunde noch den Ausgleich. Ähnlich lief es gegen die tSG Worfelden II. Auch hier lag man durch Shafe Pal in Führung, musste dann den Ausgleich hinnehmen und kassierte kurz vor dem Ende den Treffer zur 1:2 (1:1) Niederlage - der ersten im Jahr 2019.

Gegen Klein-Gerau spielten: Dominic Hammann, Paul Gerlach, Uli Krumb, Jeffrey Hlanguyo, Fateh Pal, Maged Abdelkerim, Martin Barthelmes, Luqman Maqsood, Shafe Pal, Rafe Pal, Christian Ehlhardt, Kevin Dewit, Navid Jamshiki, Dustin Lück.

Gegen Worfelden spielten: Richard Minich, Kevin Dewit, Uli Krumb, Jeffrey Hlanguyo, Tobias Behrendt, Dustin Lück, Maged Abdelkerim, Navid Jamshiki, Rafe Pal, Shafe Pal, Erik Storandt, Luqman Maqsood und Patrick Götz.

Protokoll der Mitgliederversammlung der Abteilung Fußball

Am 12. Februar 2019 eröffnete Abteilungsleiter Horst Hammann die diesjährige Mitgliederversammlung der Abteilung Fußball des TSV 03 und eröffnete nach dem Beschluss der Tagesordnung den Reigen der Berichte der Spartenleiter. Der sportliche Leiter Christoph Schaffner blickte auf ein erfolg-reiches Jahr der aktiven Fußballer zurück, dem mit dem knapp verpassten Aufstieg der ersten Mannschaft in die Kreisoberliga nur das Sahnehäubchen fehlte. Doch auch die Relegationsteilnahme wurde als ebenso großer Erfolg gewertet wie der souveräne Klassenerhalt der zweiten Garnitur in der B-Liga und der dritte Platz des dritten Teams in der Kreisliga D. Schaffner bescheinigte Spielern und den Trainern großes Engagement und sehr gute Arbeit. Jugendleiter Michael Scholz konnte mit Freude auf großen Zuwachs bei den kleinsten Kickern blicken und berichtete über funktionierende Spielgemeinschaften im Langfeldbereich. Eng ist es wie immer bei der Ausstattung mit Jugendtrainern. Hier werden nach dem Ausscheiden der langjährigen Coaches Bernd Werner und Michael Klett noch Nachfolger gesucht. Daniel Schnölzer ließ drei Veranstaltungen Revue passieren, von denen lediglich der Weihnachtsmarkt ein wirtschaftlicher Erfolg war. Die Saisoneröffnung war dagegen nur schwach besucht und die Verabschiedung der Weihnachtsbäume litt unter starken Regenfällen. Während bei diesen Veranstaltungen die Dienstpläne nur knapp gefüllt werden konnten, war der große Arbeitseinsatz zur Renovierung der Tribünenrückwand ein voller Erfolg. In nur drei Stunden waren die erforderlichen Arbeiten erledigt. Im neuen Jahr erhofft sich die Abteilung den Einbau einer automatischen Beregnungsanlage im Hauptfeld, damit die manuelle Berieselung, die im trockenen letzten Jahr großen Aufwand erforderte, endlich der Vergangenheit angehört. Rechner Karlheinz Schnölzer bescheinigte der Abteilung eine ordentliche Kassenlage und großes Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Ausgaben: schon im zweiten Jahr in Folge nutzte die Abteilung den ihr vom Gesamtverein zur Verfügung gestellten Etat nicht vollends aus und kann die Gelder so für die periodisch anstehenden Überarbeitungsmaßnahmen am Kunstrasenplatz zurücklegen. Die nach den Berichten zur Wahlleiterin gekürte Vereinspräsidentin Inga Büdinger begleitete anschließend die einstimmige Wiederwahl von Abteilungsleiter Horst Hammann für zwei weitere Jahr. Hammann ließ anschließend sein Team be-stehend aus Daniel Schnölzer (stellvertretender Abteilungsleiter), Christoph Schaffner (sportlicher Leiter), Michael Scholz (Jugendleiter), Mark Breitwieser (Alte Herren), Karlheinz Schnölzer (Rechner) und Karlheinz Luksch (Presse) en bloc in den jeweiligen Ämtern bestätigen und begrüßte Jonas Kursch als neuen Aktivensprecher. Kursch tritt die Nachfolge von Tim Jünger an. Nach einem Ausblick Christoph Schaffners auf das kommende Jahr beendete Horst Hammann die Sitzung nach gut einer Stunde.

AH Wanderung 2018: Rennsteig!

Was sagen den geneigten Lesern die Ortsnamen Wutha, Mölmen, Petkus, Krätzersrasen oder gar Klein Berlinchen? Nichts? Nun, dann waren sie wohl noch nicht auf dem Rennsteig unterwegs. Die alten Herren des TSV 03 schlossen diese zweifellos nicht unwesentliche Wissenslücke bei ihrer achten Mehrtageswanderung über Fronleichnam ohne - ich greife vor - auch nur einen winzigen Anhaltspunkt von etwas zu entdecken, was man sich so unter "Klein Berlinchen" vorzustellen glaubt. Selbst die Bezeichnung Rennsteig muss man im Nachhinein als mindestens irreführend deklarieren, denn an hurtige Fortbewegung und schnelles Ankommen war bei den vom jungfräulichen Organisationsteam Sputti/Enfuchs ausbaldowerten Tagesetappen nicht zu denken. Das lag aber in erster Linie an der schwülheißen Witterung, der respekteinflößenden Topographie und nicht zuletzt der Getränkevielfalt bei der Bahnanreise, die jeder Bar der großen Schwester von Klein Berlinchen zur Ehre gereicht hätte. Selbst ein 5l-Partyfass hatte den Weg in einen der ansonsten nur mit dem Notwendigsten bestückten Rucksäcke gefunden. So ging es nach der Ankunft in Eisenach um die Mittagszeit zunächst nur schleppend hinauf, doch die Wartburg musste sein, von der hatte man schließlich schon etwas gehört. Müh-, weil bierselig war er, der Anstieg zum Weltkulturerbe, das einst von Jörg dem Springer als einfache Festung gegründet und zwischenzeitlich Martin Luther als Versteck und Ort der Inspiration gedient hatte. In nur elf Wochen übersetzte Luther das Neue Testament aus der altgriechischen Sprache in die deutsche. Das ist manchem Wolfskehler Wirt mit seiner Speisekarte in dreißig Jahren nicht gelungen. Möglicherweise genoss Luther zwischendurch auch mal die herrlichen Ausblicke aus über 400 Metern Höhe auf den Thüringer Wald, ganz sicher aber auch das eine oder andere Bier und wenigstens darin taten wir es ihm gleich. Bei Temperaturen deutlich über dreißig Grad wäre der eine oder andere sicher gerne noch etwas im lauschigen Biergarten sitzen geblieben und hätte dafür vielleicht auch eine Bibel-Übersetzung in Kauf genommen, doch man war schließlich nicht zum Spaß hier, sondern zum Wandern. Die erste Tagesetappe zum Waldgasthof und Rennsteighotel "Hubertushaus" über prognostizierte 12 Kilometer zog uns schnell in ihren Bann, die Gespräche verstummten, wurden bald aber wieder lebhafter, als man feststellte, dass die Einkehrmöglichkeiten nie gekannte Ausmaße annahmen. Ja, so hatte man sich das auch in den vergangenen sieben Jahren vorgestellt, aber eben in den seltensten Fällen angetroffen. Alle ein bis zwei Kilometer eine Gelegenheit zum Verweilen und Abschalten von allzuviel Natur und Stille. Kleine Paradiese wie der "Rastplatz Hohe Sonne" und die "Rasthütte am Rennsteig" versorgten uns fortan zur rechten Zeit mit dem Nötigsten, bevor wir an unserem Tagesziel eintrafen. Dort fühlten wir uns sofort gut aufgehoben, die auf uns einprasselnde ruppige Rhetorik des Servicepersonals trieb so manchem die Tränen in die Augen, erinnerte sie doch stark an zahllose Abende in einem jüngst geschlossenen Erlebnislokal in heimischen Gefilden. Das leckere Essen ließ uns über die verbalen Entgleisungen der blonden Fee großzügig hinweghören. Der Spaß wurde nur kurzfristig durch den Radlerschock des Batwiesers getrübt, der ihn wie einst den Kletterer beim Dummschwätzer am Rheinsteig ereilte, worauf er sein Abendmahl der Allgemeinheit spendete. Doch als sich die Stimmung bei zwei mehr oder weniger spontanen Gesangseinlagen für Jubilar Paul dem Siedepunkt zuneigte, wurden wir per last Order kurz nach 22 Uhr in die spartanischen Betten komplimentiert. Zugegeben, das war auch gut so, denn im Morgengrauen lauerte die Königsetappe über 16km, 400 Höhenmeter und den großen Inselsberg. Große Hoffnungen für die nähere Zukunft hegte man nach Einnahme des Frühstücks noch nicht, doch was soll man sagen: "Woas en scheene Doag" wartete auf uns. Los ging es, als man nach kurzer Wegstrecke auf den heiligen Berg einer Wolfskehler Dynastie von Kirchendienern traf - den Glöckner am Rennsteig, ein herrlicher Aussichtspunkt. Klar, dass sich Manni dort verewigte. Nur wenig später folgte man einer spontanen Eingebung, kehrte in die "Waldschänke Dreiherrnstein" ein und fand Kreuzberger Klosterbier vom Fass! Diesem Idyll gab man sich bei guten Gesprächen und mehreren Steinkrügen fast zu lange hin, denn am Horizont drohte bereits der Große Inselsberg mit seinen mehr als 900 Metern Höhe. Laut Wikipedia der "höchste Berg der nordwestlichen Hälfte des Mittleren Thüringer Waldes" und "ein Quarzporphyr-Härtling, der aus den umliegenden weicheren Schichten herausgewittert ist". Alles klar? Jedenfalls zog sich die Etappe jetzt für die teilweise verwitterten Härtlinge aus dem mittleren hessischen Ried, warum auch immer. Oben angekommen lohnte die grandiose Rundumsicht alle Mühen und der nahezu dehydrierte Altfußballerr labte sich alsbald am unvermeidlichen Wernesgrüner. Man tat allerdings gut daran, nicht allzu lange zu verweilen und strebte wohl von einer Ahnung getrieben dem Tagesziel "Haus am Reitstein" (Kleiner Inselsberg) zu. Das erwies sich als vorausschauend, denn auch hier schloss die Küche bereits um 19 Uhr. Was bei der Ankunft bedeutete: Bestellen, kasernenähnliche Behausung aufsuchen, Katzenwäsche, Essen fassen, zwei Bier trinken, ein Kümmerling auf's Haus und sich auf der Straße wiederfinden. Gemütlich scheinen die nicht zu sein, die Thüringer, zumindest dort, wo wir sie angetroffen haben. Den Abend retteten wir mit einem überteuerten Kasten War(m)steiner, der ob seiner körpernahen Temperatur nicht einmal vollständig verzehrt wurde. Der abschließende Samstag brachte erneut Sonne und Wärme für (fast) ganz Deutschland und Nebel und Nieselregen für den kleinen Inselsberg und so reduzierte sich das Häuflein der Wanderer auf zwei durchnässte Gestalten, die der Rest mit dem Linienbus Nummer 42 auf dem Weg von Brotterode über Ruhla nach Eisenach wieder auflas. In Eisenach trennte man sich bester Laune bis zum nächsten Jahr, wenn Ober-Seemen droht. Während drei Kameraden zwecks Konzertbesuch zur großen Schwester von Klein Berlinchen weiterreisten, bekam der Rest auf seinem Heimweg nach Frankfurt von der Deutschen Bundesbahn noch einen kostenlosen Ausflug mit dem ICE über Messel und Darmstadt-Kranichstein spendiert, so dass man just in time zum Relegationsspiel wohlbehalten wieder in Wolfskehlen eintraf. Fazit: tolles Wetter, prima Einkehr und ein Team, das sich mittlerweile ohne viele Worte versteht!

AH-Wanderung 2017: Bier und mehr in Bamberg

Nachdem in den vergangenen beiden Jahren das oft vergebliche Streben nach innerer Befeuchtung die Wanderungen der Altherrenfußballer dominierte und ein gewisser Hang zur Askese gefordert war, wollte man im Jahr 2017 einen neuen Selbstversuch mit geradezu konträrer Ausrichtung starten. Dazu hatte sich die im letzten Jahr unfreiwillig "Jako Brass" getaufte Wandergruppe Mittelfranken ausgesucht. Eine Gegend, deren Schönheit nicht nur in der reizvollen Landschaft, sondern auch in der hohen Brauereidichte liegt. Mal schauen, wie es um die Moral der Truppe steht, wenn die Verlockung stets in greifbarer Nähe ist, war die Devise. Verschärfend hatte man sich erstmals ein kleines Teufelchen als Mitreisenden gegönnt, das immer bereit war, ein Stück Weg für ein schnelles Helles zu opfern. Die Anreise nach Mittelfranken verlief so unspektakulär wie trocken, der brütend heiße Tag weckte in dem einen oder anderen wohl unschöne Erinnerungen an die Strapazen der Odenwaldhölle. Trotzdem wollte man sich in Bamberg vor der ersten Etappe noch eine Erfrischung gönnen, stieß aber bei Spezial-Bräu auf taube Ohren und reservierte Bänke, was - es war schließlich Fronleichnam - wohl auch mit der falschen Konfession zu tun hatte. Im gegenüberliegenden Fässla zeigte man sich aufgeschlossener und bald hatte man die erste Erfrischung zu sich genommen. Nun ging es mit dem Bus hinaus nach Memmelsdorf, wo das Fremdenverkehrsamt einen Marathon in doppeltem Sinne offerierte. Tour Nummer 20 bietet laut Prospekt "Idylle, Bier und Braukunst". Übersetzt bedeutet dies 13 (dreizehn) Brauereien auf 31 (einunddreißig) Kilometern. Logisch, dass diese Etappe nur in einer Ansiedlung namens Strullendorf enden kann. Dem gesunden Menschenverstand folgend verkürzte man die Tortur schon während der Planungsphase auf zwölf Kilometer und fünf Brauereien. Auf den ersten hundert Metern hinter der Bushaltestelle im Zentrum von Memmelsdorf lagen mit den "Drei Kronen" und "Höhn" gleich die beiden ersten attraktiven Angebote fränkischer Lebensart und die wenigen Besonnenen der Gruppe hatten angesichts der vom Himmel lachenden sieben Sonnen Mühe, Teufelchen und inneren Schweinhund daran vorbei zu lotsen. Schließlich war ja noch nichts geschafft, die Moral noch intakt. Das änderte sich auf den folgenden Kilometern durch blühende Felder bei gleißendem Licht und enormer Hitze. Die nächste Zapfstelle in Merkendorf wurde förmlich gestürmt und diese konnte - das Teufelchen lässt grüßen - natürlich nur "Wagner" heißen. Selbst der disziplinierteste Wandersmann musste zugeben, dass der dort vorgefundene Biergarten ein wahrhaft paradiesischer Ort ist und im Hinblick auf Ambiente, Angebot und Preisgestaltung keine Wünsche offen lässt. Der halbe Liter zu zwei Euro zehn - das war wie einst in Berlin bei der indischen "häbbi Auer ganse Nachd". Nur ungern löste man sich von diesem Idyll und dem am Nachmittag offerierten Kuchen- und Tortenbüfett, ließ von Seiten der Reiseleitung die zweite ortsansässige Brauerei "Höhn" besser unerwähnt und begab sich auf die zweite Schleife vorbei an Drosendorf. Dort passierte man eine Schankstube mit dem wenig einladenden Namen "Go(e)ller" und landete schließlich doch noch in den eingangs bereits erwähnten Etablissements in Memmelsdorf, wo die Zeit bis zur Rückfahrt des Busses erfolgreich überbrückt werden konnte. Schon jetzt hatte man an einem Nachmittag mehr unterschiedliche Biersorten gekostet, als je in der Zellerei angeboten wurden. Zwei weitere (St. Georgenbräu zum Abendessen im Kachelofen und Klosterbräu zum Abschluss) wurden es im Verlauf eines ruhigen Abends in der wunderschönen Bamberger Altstadt noch und zeitig zog man sich in die jeweils zu zweit zu belegenden Hotelzimmer zurück, die in einem durchschnittlichen Wolfskehler Bauernhaus ob ihrer Größe wohl kaum über den Status eines Wandschranks oder einer Speisekammer hinaus gekommen wären. 24.000 Schritte zeigte die Uhr vor dem Schlafengehen für diesen Tag, das war schon ganz ordentlich. Da ahnte allerdings noch niemand, dass es am nächsten Tag fast doppelt so viele, nämlich rund 46.000 Schritte werden sollten. Es hätte wohl auch Mord und Totschlag gegeben. So startete man frohen Mutes am frühen Freitagmorgen mit der Bahn nach Ebelsbach-Eltmann und enterte von dort die neunte Etappe des Steigerwald-Panoramawegs, die über 25 Kilometer zurück nach Bamberg führen sollte. Bei perfekten klimatischen Rahmenbedingungen kam man bis zur Mittagsrast in Roßstadt zügig voran und erfreute sich der tollen Aussicht hinunter in die Mainebene und auf die in der Ferne liegenden Türme von Kloster Michelsberg in Bamberg. Beim dem Mittagsmahl folgenden Aufstieg ließ man sich aber zu einem Schwenk auf den regionalen Pfad der Menschenrechte verleiten und hatte den Panoramaweg auf Nimmerwiedersehen verloren. Das hatte zur Folge, dass man bald wieder an Höhe einbüßte und ab Viereth zurück nach Bamberg in den Flussauen entlang von Main und Regnitz unterwegs war. Auch schön, aber deutlich weiter als geplant. Daran änderte auch ein ungefragt auskunftsfreudiger Passant nichts, der für die letzten sechs Kilometer "etliche Kilometer" Abkürzung verhieß, sollte man seiner Weisung folgen. Die verbalen Auszeichnungen, mit denen er am Ende der "Abkürzung" in Abwesenheit geehrt wurde, bleiben hier unerwähnt. Und weil am Abend noch einmal ein 1,5 km langer Fußmarsch zum Biergarten der Traditionsbrauerei Mahr anstand, hatte das Teufelchen am späten Freitag endgültig gewonnen. Mahr indes wurde seinem Ruf gerecht, bot leckeres Essen und ausgezeichnetes Bier. Am Samstag jedoch fanden sich nur noch drei Unentwegte bereit, die Tour der Bamberger Sehenswürdigkeiten via Rathaus und Michelsberg zur Altenburg mit ihren grandiosen Aussichten und weiteren 24.000 Schritten auf sich zu nehmen. Der Rest ließ den Ausflug nach den Strapazen des Vortags verständlicherweise locker ausklingen. Am Nachmittag traf man sich zum Essen im Biergarten Greifenklau, testete das unvergleichliche Schlenkerla und begab sich sich nach einem Abschlusstrunk dort wo alles begann (im Fässla) wieder auf die Heimreise. Unterwegs verdiente man sich quasi im Schlaf durch eine zweistündige Verspätung der Bahn die Hälfte der Fahrtkosten und kehrte wohlbehalten am späten Abend nach Wolfskehlen, Hanau und Günterfürst zurück.

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