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Berichte 2017

Japan, eine Karate-Reise

Die "Wolfskehler" Truppe vlnr: Christine und Daniel Goldfuß, Jutta Kraft, Simone Gottschling, Sylvia Heiß, Kerstin Hammann. Es fehlen: Andreas Heiß und Nicole Dehnhard.

Erstes Japanische Abendessen mit der Gruppe im Shinjuku Viertel in Tokío.

Unsere Gruppe im Hoitsugan-Dojo.

Dampf und Schwefel im Hakone Park.

Die Damen posieren vor dem Mount Fuji.

Nach dem Essen in traditioneller Kluft.

Andreas schaut auf Shiragawa-go.

Steinfiguren am Mojyusenji-Tempel.

Mahnmal in Hiroshima.

Als Ursprungsland des Karate übt Japan eine große Anziehungskraft auf Karatekas aus. Gerade wenn man dieser Kampfsportart schon länger nachgeht, kommt für viele aktive Karatekas irgendwann der Zeitpunkt, sich im Ursprungsland des Karate damit auseinander setzen zu wollen. Umso besser, dass unser Haus- und Hof-Sensei, Akita Shinji, in der Regel alle zwei Jahre unter seiner Führung eine Reise nach Japan anbietet. Was ist besser, als von einem Insider im eigenen Land herumgeführt zu werden? Es öffnen sich Türen, die einem Touristen sonst verschlossen bleiben.

So machten wir uns zu acht auf, Japan für uns zu entdecken. Neben aktiven Karatekas unseres Dojos waren auch Freunde und Angehörige dabei. In Summe war unsere Reisegruppe 21 Personen schwer. Nicht zu viel und auch nicht zu wenig. Der Reiseplan versprach viel, nicht nur jede Menge Sightseeing, sondern auch Karate-Training und viele Reisekilometer. Mehr als 3.000 Km sollten wir in vierzehn Tagen zurücklegen und nahezu die gesamte Hauptinsel bereisen. Lediglich den Norden haben wir gemieden. Sicherlich nicht zuletzt wegen Fukushima.

Los ging es am 19.08.2017 mit dem Flieger von Frankfurt nach Tokio, wo wir am 20. ankamen und für zwei Nächte verweilten. Die Zeit reichte aus, um viele Hot-Spots zu besichtigen, wie den Tsukiji Fish Market, den Kaiser-Palast, den Asakusa Tempel und das laute und grelle Shinjuku Viertel. Auch das Karate-Training kam in Tokio natürlich nicht  kurz. Akita-Sensei hatte uns eine ganze besondere Trainings-Einheit organisiert. Im berühmten Hoitsugan-Dojo, das Dojo  eines unserer Karate-Stil-Begründer, durften wir beim berühmten Osaka Yoshiharu-Shihan trainieren. Wir dürften uns glücklich schätzen, dass wir die Luft in diesen Räumen atmen können, so leitet Akita-Sensei das Training ein. Eine interessante Trainingseinheit im Keller eines mehrstöckigen Tokioter Hauses begann unter den Wachsamen Augen von Osaka-Shihan. Erstaunlich, was man noch alles aus sich rausholen kann, nach ca. 15Km Fußmarsch, Temperaturen von über 30 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit größer 80%, wenn die Motivation stimmt. Uns lief der Schweiß im Strömen, aber die Gelegenheit wollten wir alle voll ausnutzen und uns natürlich von unserer besten Seite zeigen.

Am Morgen des 4. Tages verließen wir Tokio in Richtung Hakone Park, der wegen des Mount Fuji bekannt ist und auch den Japanern gern als Ausflugs- und Entspannungsziel dient. Die Japaner pflegen eine enge Partnerschaft mit der Schweiz, was hier zum Ausdruck kommt. Seilbahnen, wie sie unser eins vom jährlichen Skiurlaub kennt, luden uns zur Bergtour ein. Merkwürdig vertraut kommt einen die Landschaft vor, hohe Berge, Kiefernwälder, doch warum qualmt es überall?

Beim näheren Hinsehen lässt sich doch nicht verheimlichen, dass wir um die halbe Welt gereist sind. Japans seismische Aktivität wird deutlich. Dampf und Schwefel tritt aus der Erde während wir mit der Seilbahn darüber hinweg fahren. Überhaupt spürt man immer wieder, dass der Boden nicht so stabil zu sein scheint, wie bei uns in Deutschland. Als ob er auf dem Magma hin und her wiegt, fühlt es nicht sich an. Japaner nehmen das nicht wahr. Wir dagegen  konnten das immer wieder deutlich fühlen. Kein Grund zur Beunruhigung wie uns Akita-Sensei versicherte und tägliche Normalität.

Mount Fuji wollte uns sein Gesicht leider nicht zeigen. Es war sehr bewölkt und an Fernsicht war an diesem Tag nicht zu denken. Wir sollten aber am kommenden Tag das Glück haben, den Berg in ganzer Pracht sehen zu können. Nach der Bergtour fuhren wir mit dem Schiff  über einen idyllischen Bergsee weiter nach Motohakone, um von dort aus weiter zu unserem Hotel.

Einmal eingecheckt , legten wir die für uns bereitgestellte traditionelle Kleidung, den Jukata, an. Bevor es zum traditionellen Abendessen ging, erfrischten wir uns im hoteleigenen heißen Quellbad, dem Japanischen Onzen. Onzen ist ein Teil der Japanischen Badekultur. Nach der ausgiebigen Körperreinigung entspannt man im heißen natürlichen Quellbad. In der Regel entspringen die Quellbäder dem vulkanischen Untergrund. Eine wundervolle Art sich zu reinigen und zu entspannen. Wir sollten noch mehrfach in den Genuss kommen.

Völlig entspannt konnten wir nun das traditionelle Essen genießen. Natürlich ist frischer Sushi, Schnecken und Schrimps ein Hauptbestandteil der japanischen Küche. Aber es auch Fleischgerichte aus Geflügel, Schwein und Rind werden gereicht. Wer Sushi und Fisch gern mag, ist in Japan an der Quelle angekommen. Nirgendwo anders auf der Welt kann man so hochwertigen und frischen Fisch verzehren wie in Japan.

Die Sitzkultur der Japaner ist für uns Deutsche hingegen eine echte Herausforderung. Wohin nur mit den langen Beinen?  Jeder dürfte das Problem gehabt haben, sich auf dem Boden bequem zu positionieren. Aber das Essen und die Einführung in die Japanische Esskultur lenkte uns von unseren Beinen ab.

Von Hakone aus fuhren wir am kommenden Tag weiter nach Takayama. Auf dem Weg dorthin erfrischten wir uns in einem wundervollen Berg-Onzen und genossen anschließend das Nachtleben des idyllischen Takayama. Danach ging es weiter in das Bergdorf und Weltkulturerbe Shirakawa-go und von dort nach Kanazawa, welches berühmt für seine Gärten ist.

Am siebten Tag fuhren wir weiter Fukuoka mit einem Umweg über Tokio, da wegen eines Sturms unsere ursprünglich geplante Route gesperrt war. Über 1.500Km legten wir mit dem Shinkansen zurück. Eine schnelle und bequeme Art zu reisen. Die Deutsche Bahn kann sich ein Beispiel an der Japanischen Pünktlichkeit nehmen. Nicht nur die Zeiten werden exakt eingehalten, auf den Punkt stoppen die Wagen, so dass man sich schon vor dem Eintreffen des Schnellzuges korrekt aufstellen kann. Das gilt auch für alle kleinen lokalen und überregionalen Bahnen. Überhaupt sind die Japaner sehr ordentlich. Müll wird grundsätzlich mit genommen und korrekt entsorgt, es liegt nichts herum. Sorgen wegen Taschendieben muss man sich nicht machen. Das gibt es schlichtweg nicht.

Am achten Tag reisten wir weiter nach Beppu. Hier wurden wir vom örtlichen Dojo betreut und Watanabe-Sensei und seine Frau Kuori-Sensei kümmerten sich um unsere Unterhaltung sowie um unser Karate-Training zusammen mit ihren Schülern. The Hells of Beppu, ein heißes Quellbad in freier Natur, der Monjyusenji Tempel, ein Japanischer Biergarten und ein Sayonara-Dinner mit abschließenden Karaoke ließen die Zeit wie im Flug vergehen.

Am zehnten Tag fuhren wir weiter nach Kyoto mit einem Stopp in Hiroshima wo wir das Mahnmal des Abwurfes der ersten Atombombe besuchten. Am 06. August 1945 wurde sie in 600 Metern über der Stadt zur Explosion gebracht. Vielen unschuldige Menschen starben direkt. Wer überlebte, siechte in den kommenden Monaten und Jahren dahin. Ein denkwürdiger Ort, der zur Erinnerung erhalten wurde und dafür sorgen soll, dass Menschen nie wieder dergleichen Menschen antun. Hoffen wir, dass es hilft!

In Kyoto angekommen, verweilten  wir ein  paar Tage in der wunderschönen Stadt mit ihren vielen herrlichen Tempeln.  Wir besuchten das Training bei Tokuno-Sensei in Osaka sowie einige der berühmten Tempel, wie z. B. den Goldenen Pavilion Kinkauji, den Kiyiomizudera Tempel  oder einen der vielen Märkte.

Am dreizehnten Tag stand die Rückreise nach Tokio auf dem Fahrplan. Zum Abschluss besichtigten wir die Tokio Bay und ließen den Abend mit einer Bay-Tour, leckerem Sushi und Karaoke ausklingen.

Am vierzehnten Tag flogen wir von Tokio nach Frankfurt zurück. Den Kopf voller Eindrücke von diesem wundervollen Land, in dem sich Moderne und Tradition die Hand geben. Die ein oder andere Tradition würde durchaus der ganzen Welt gut stehen, wie zum Beispiel nichts rumliegen zu lassen und seinen Müll ordnungsgemäß zu entsorgen.

 

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