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Erste Mannschaft: Großer Kampf wird nicht belohnt

Die erste Fußballmannschaft des TSV 03 lieferte dem neuen Tabellenzweiten SKG Bickenbach einen großen Kampf und musste erst in den Schlussminuten den Treffer zur 3:4 (2:2) Heimniederlage hinnehmen. Dabei bestimmte Bickenbach in den ersten zwanzig Spielminuten das Geschehen fast nach Belieben und ging früh aus abseitsverdächtiger Position in Führung, nachdem Kevin Kleinböhl noch zweimal großartig pariert hatte. Danach bekam der TSV vor allem die schnellen Außen der SKG nicht in den Griff und hatte Glück, dass die Partie nicht frühzeitig entschieden war. Bickenbach erspielte sich Chance auf Chance, versäumte es aber unter anderem bei einem Pfostenschuss nachzulegen. Dann erpresste sich der TSV in der gegnerischen Hälfte den Ball, Kai Riesle kam beim Pass Nils Peters zu Fall und Thomas Bubenhagen verwandelte den folgenden Elfmeter zum Ausgleich.Die Gäste reagierten prompt, kamen nur drei Minuten später zur erneuten Führung und hatten gleich darauf die Chance zur Vorentscheidung. Doch Kevin Kleinböhl parierte einen Elfmeter und der Nachschuss landete an der Latte. Im Gegenzug spielte das Team von Drago Brkovic zielstrebig nach vorne. Falk Breunig schickte Kai Riesle auf die Reise und dessen Hereingabe drückte Hendrik Brodhecker über die Linie. Nach dem Seitenwechsel suchte die SKG früh die Entscheidung, kam prompt zum 3:2, legte aber erneut nicht nach. Und so kam der weiterhin mit großem Kampf dagegen haltende TSV zum dritten Mal zum Ausgleich. Falk Samstag spielte einen Traumpass auf Kai Riesle und dieser hob den Ball aus fünfundzwanzig Metern über den Torhüter im Netz. Zwar blieb Bickenbach weiter am Drücker, erspielte sich aber längst nicht mehr so viele zwingende Gelegenheiten wie vor dem Seitenwechsel. Und das hätte sich fast gerächt, denn Thomas Bubenhagen fehlte nach einem tollen Solo über den halben Platz nur wenig zur erstmaligen Wolfskehler führung, nachdem zuvor schon Hendrik Brodheckers Schuss nach Ballgewinn Kai Riesles zu zentral platziert war. Und dann kassierte der TSV kurz vor Schluss doch noch das entscheidende 3:4, als man die bereits eroberte Kugel nicht aus der Gefahrenzone brachte und die SKG die folgende Überzahl cool zu Ende spielte. Schade für unsere stark ersatzgeschwächte Mannschaft, die ihrem Anhang in einem stimmungsvollen Spiel eine gute Leistung präsentierte.

Es spielten: Kevin Kleinböhl, Kevin Reinke, Tobias Keim, Falco Eberling, Felix Schulz, Falk Samstag, Falk Breunig, Thomas Bubenhagen, Hendrik Brodhecker (Tobias Hammann), Nils Peter und Kai Riesle (Patrick Engert).

Zweite Mannschaft: Knapper Heimsieg

Einen etwas glücklichen 2:1 (1:0) Heimsieg landete die zweite Mannschaft im Heimspiel gegen die SKG Erfelden II. Glücklich vor allem deshalb, weil das Team von Orkun Erdinc nicht an die bisher gezeigten Leistungen anknüpfen konnte und sich kaum Torchancen herausspielte. So kam der TSV vor der Pause quasi mit seinem ersten Torschuss nach gut einer halben Stunde zur Führung, als Rafe Pal den Ball in den gegnerischen Strafraum durchsteckte, Patrick Engert den Keeper umkurvte und einschob. Ähnlich verhielt es sich nach der Pause. Auch hier blieb unsere Mannschaft nicht zwingend genug, ehe Engert einen Steilpass Tobias Langs gegen zu zögerliche Erfelder Abwehrspieler zum 2:0 nutzte. Dieser Treffer hätte das nun zusehends hektische Geschehen mit vielen Fouls, gelben Karten und zwei Zeitstrafen etwas beruhigen können, wäre den Gästen per Abstauber nach einem Distanzschuss nicht postwendend der Anschluss gelungen. Wenigstens stand die Wolfskehler Defensivreihe an diesem Dienstag souverän und ließ trotz Erfelder Dauerdrucks in den Schlussminuten keine Torgelegenheiten mehr zu.

Es spielten: Tobias Behrendt, Tommi Zovko, Falko Müller, Falk Breunig, Martin Czarnecki, Ilias Mejdoule, Tobias Hammann, Tobias Lang, Gerrit Jost, Rafe Pal, Patrick Engert, Thomas Wilfer, Bilal ell Haddadi und Torben Hammann.

 

Protokoll der Mitgliederversammlung der Abteilung Fußball

Am 26. August 2021 eröffnete Abteilungsleiter Horst Hammann die Mitgliederversammlung der Abtei-lung Fußball des TSV 03, freute sich, dass man während der Corona-bedingten Pause keine Kicker verloren hatte und erläuterte nach seiner Begrüßung der 33 anwesenden Mitglieder und dem Beschluss der Tagesordnung, warum er sich zukünftig ins zweite Glied der Abteilungsleitung zurückziehen möchte. Der sportliche Leiter Christoph Schaffner berichtete von einer kurzen, weil abgebrochenen Saison 2020/21 und der Freude über die Verpflichtung des neuen Trainers Drago Brkovic. Der stellvertretende Abteilungsleiter Daniel Schnölzer erläuterte, dass während der Pandemie lediglich zwei Arbeitseinsätze möglich waren, bei denen Pflastersteine in Wolfskehlen aufgeladen und zum Sportheim transportiert wurden. Die Abteilung hat die später stattfindenden Pflasterarbeiten, die von den Platzwarten in Eigenregie organisiert und durchgeführt wurden, mit der gemäß den geltenden Verordnungen maximal möglichen Anzahl von drei Helfern unterstützt. Durch die geschaffenen Wege wird der Zugang zu den Räumen, deren Türen sich hinter dem Sportheim befinden, besonders bei schlechten Bodenverhältnissen erheblich vereinfacht. Zum Verkauf von Speisen und Getränken auf dem Gelände des Kunstrasenplatzes wurde direkt neben der Garage eine Überdachung errichtet. Michael Schaffner hat zehn Bierzelttische gestrichen und neue Bänke für den Kunstrasenplatz gebaut. Veranstaltungen waren im Berichtszeitraum nicht möglich. Bei der Saisoneröffnung 2021 wurde der Verkauf von Speisen und Getränken vom neuen Wirt und seinem Team übernommen. Ob und wann die Veranstaltungen Weihnachtsmarkt und Christbaumverbrennen wieder stattfinden können ist derzeit unklar. Beide Veranstaltungen sind noch nicht abgesagt. Ggf. ist 2022 mit „Der Kreis rollt“ eine zusätzliche Veranstaltung im Programm, die wie bisher von den AH organisiert wird. Mark Breitwieser berichtete von der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs bei den Alten Herren und Karlheinz Schnölzer trotz fehlender Einnahmen im abgelaufenen Jahr von soliden finanziellen Verhältnissen. Ingo Röder erläuterte, dass die Jugendfußballer zukünftig von einem Orga-Team aus sechs Personen geführt wird, die sich die Aufgaben des Jugendleiters teilen. Derzeit sind alle Jahrgänge einfach besetzt, die C- bis A-Junioren gemeinsam mit den anderen Riedstädter Vereinen im Rahmen von Jugendspielgemeinschaften. Bei den C- und A-Junioren stellt der TSV mit Dino Monaco und Fabian Winter die Trainer für diese Teams. Für die Organisation von Veranstaltungen warb Röder um Unterstützung. Bevor es zu den Neuwahlen der Abteilungsleitung unter Wahlleiter und Ehrenpräsident Manfred Gollenbeck kam, skizzierte Christian Kummer die zukünftige Aufstellung des Führungsgremiums der Abteilung und die damit einhergehende Verteilung der Tätigkeiten auf mehr Schultern als bisher. Anschließend wurde Christoph Schaffner als Nachfolger von Horst Hammann, dessen langjährige Verdienste Manfred Gollenbeck würdigte, in die Position des Abteilungsleiters gewählt. Mark Breitwieser tritt die Nachfolge Karlheinz Schnölzers als Abteilungsrechner an. Auch Schnölzer war in den vergangenen mehr als zwanzig Jahren in verschiedenen Führungspositionen der Abteilung tätig und brachte die Fußballer mit Ruhe und Sachverstand durch ihre bislang schwerste Zeit im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends. Daniel Schnölzer wurde in der Position des stellvertretenden Abteilungsleiters bestätigt. Nach den Wahlen wurden Horst Hammann und Karlheinz Schnölzer mit diversen Präsenten verabschiedet. Die Veranstaltung endete fußballgerecht nach knapp neunzig Minuten.

 

Stand (01.06.2021), Regeln für die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs beim TSV

Vorwort

Nach Genehmigung durch den Kreis Groß-Gerau und die Stadt Riedstadt werden wir ab Montag, 07.06.2021 unter Berücksichtigung der Regeln gemäß Stufe 2 Sport betreiben. Die folgenden Regeln sind für den Sportplatz, die Kreissporthalle, das Bürgerhaus, sowie den Bewegungsraum für die Durchführung des Rehasports gültig. Gemäß der zur Zeit geltenden Fassung des CoKoBeVO vom 26. November 2020 mit Stand vom 27. April 2021 gilt in Stufe 2 (bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 an weiteren 14 aufeinanderfolgenden Tagen oder unter 50 an weiteren fünf aufeinanderfolgenden Tagen) das Mannschaftssport und somit der gesamte Sportbetrieb erlaubt ist. Voraussetzung ist ein entsprechendes Hygienekonzept und die Einhaltung der Empfehlungen des RKI.

Allgemeines

Damit können alle unsere Abteilungen wieder mit dem Training beginnen, auch Mannschaftssportarten mit Teilnehmern über 14 Jahren (bisher nur bis 14 Jahren) entsprechend der Regeln der jeweiligen Sportart. Auch Sport in Gruppen kann wieder betrieben werden (z.B.: Gymnastikgruppen, Karate, etc.). Dies betrifft sowohl den Trainings- als auch den Wettkampfbetrieb.

(...)

Für die Mannschaftssportarten darf die Personenanzahl nicht „die volle Mannschaftsstärke“ überschreiten. Das bedeutet, dass z.B. beim Fußball 11 Spieler in einer Mannschaftsgruppe sein können und diese bspw. mit Abstand von 3 Metern und ohne Durchmischung einer anderen Gruppe trainieren können. Damit soll sichergestellt werden das Gruppen klar nachverfolgbar sind.

Zuschauer sind beim Trainings- und Wettkampfbetrieb auch in geschlossenen Räumlichkeiten (gedeckte Sportanlagen, z.B. Sporthallen) zulässig, wenn sichergestellt wird, dass diese den allgemeinen Vorgaben für Veranstaltung nachkommen können. Voraussetzung ist, dass die allgemeinen Hygienevorschriften beachtet werden, wie die Abstandsregelung und das Tragen von einem Mundnasenschutz.

Die Umkleide- und Duschräume dürfen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln genutzt werden. Der Aufenthalt ist kurz zu halten, persönliche Dinge sollten nicht in den Umkleide- und Duschräumen bleiben, es ist für eine ausreichende Lüftung zu sorgen. Beim Verlassen der Räumlichkeiten ist jedoch darauf zu achten, dass alle Fenster wieder zu schließen sind.

Unabhängig davon gilt grundsätzlich: die endgültige Entscheidung über die Durchführung eines Trainings und den Teilnehmerkreis fällt der verantwortliche Trainer für jede Trainingseinheit individuell. Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Ergänzende Hinweise zum Trainingsbetrieb der einzelnen Abteilungen werden separat an die Sportler/innen kommuniziert. Die Testpflicht aus Stufe 1 entfällt in Stufe 2. Sollten sich Trainer und Betreuer weiterhin testen möchten, können sie die Selbsttests vom Verein erhalten. Die allgemein geltenden Abstands- und Hygieneregeln sind weiterhin einzuhalten. Wir bitten die Wechselzeiten zu beachten, damit ein Zusammentreffen verschiedener aufeinanderfolgender Gruppen vermieden werden kann.

Grundsätzlich sollte niemand am Trainingsbetrieb teilnehmen, der typische Grippesymptome aufweist oder von solchen in seiner Familie weiß. Nach einem positiven Coronavirus-Test innerhalb der Familie eines Sportlers oder Trainers ist die Teilnahme am Trainingsbetrieb für 14 Tage nicht möglich und der Abteilungsvorstand ist zu informieren. Grundsätzlich gilt: nur wer sich gesund fühlt, darf zum Training erscheinen.

Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, führen die Trainer für die Zeit der Gültigkeit des Hygieneplans Anwesenheitslisten mit Vornamen, Name, Zeit und Ort des Trainings. Die rechtliche Grundlage dafür ist durch § 6 Abs. 1 lit. d) DS-GVO gegeben und es bedarf somit keiner expliziten Zustimmung. Diese Listen werden von den Trainern/Abteilungsleitern mit dem Vorstand zeitnah geteilt, so dass ein schneller Zugriff gegeben ist. Es hängt auch ein QR Code zur Registrierung der Anwesenheit auf dem Sportgelände aus. Nach spätestens 1 Monat werden die Listen vernichtet bzw. gelöscht. Um weiterhin schnell auf Fragen, Anforderungen etc. zu reagieren ist, wird eine WhatsApp Gruppe eingerichtet, in der alle Verantwortlichen eingeladen werden.

Sicherheitsvorkehrungen

Der Verein stellt ausreichend Hand- und Flächen-Desinfektionsmittel zur Verfügung. Jeder Trainingsteilnehmer hat dafür Sorge zu tragen, sich vor und nach dem Training die Hände zu desinfizieren. Wer eigenes Desinfektionsmittel hat, sollte dieses bitte mitbringen, um Schlangenbildung zu vermeiden.

Wir bitten dringend um die Einhaltung dieser Regeln. Nur so tragen wir ausreichend für die Gesundheit aller Beteiligten Sorge. Die Teilnahme am Training ist für alle Beteiligten freiwillig und erfolgt in eigener Verantwortung. Wer sich nicht an die Regeln hält, kann umgehend des Trainings verwiesen werden.

Inga Büdinger 1. Vorsitzende

Alte Herren kicken wieder

Nachdem für die Saison 2019/2020 keine dritte Herrenmannschaft mehr gemeldet wurde, hatte man beschlossen den vor einigen Jahren eingestellten AH-Betrieb wieder aufzunehmen. Aufgrund des antizyklischen Spielbetriebes konnte für das Jahr 2019 lediglich noch ein Spiel mit dem “Stadtrivalen” TSV Goddelau vereinbart werden. Aufgrund unterschiedlicher Zeitzonen der Stadtteile Wolfskehlen und Goddelau begann das Spiel mit knapp einer Stunde Verzögerung am Donnerstag, 28.11.2019 gegen 19:20 Uhr Von Beginn zeigten die neu formierten alten Herren, wer das Heimspiel austrägt und erarbeiteten sich sehenswerte Chancen. Bereits in der zweiten Minute prüfte Mark Breitwieser der gegnerischen Torhüter, der Abpraller fand leider ebenfalls nicht den Weg in die Maschen.

Die Gäste aus Goddelau fanden kaum Lücken, ein ums andere Mal wurde der Ball von der sicheren Abwehr abgefangen und schnelle Gegenstöße eingeleitet. Folgerichtig war es dann in der zwölften Minute soweit, Torsten Andres erzielte das erste Tor des Spiels und brachte den TSV Wolfskehlen in Front. Nur zwei Minuten später war es erneut Torsten Andres der nach einer flachen Hereingabe mit der Hacke vollendete und den Ball unhaltbar ins Tor lenkte. Nach der 2:0 Führung verlor das Spiel etwas an Fahrt, in dieser Phase kamen die Gegner immer wieder zu gefährlichen Torannäherungen, allerdings vereitelte entweder Pech oder der sehr stark parierende Jojo Müllner den Torerfolg für Goddelau. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit erhöhte Paul Gerlach mit einem sehenswerten Flachschuss aus der zweiten Reihe auf den Stand von 3:0. Mit dem Wiederanpfiff das gleiche Bild. Der TSV Wolfskehlen spielte ruhig und konzentriert, die Gäste leisteten sich immer wieder Fehlpässe und Ballverluste, der bereits erwähnte Torhüter konnte sich ebenfalls noch das eine oder andere Mal auszeichnen. Nicht den Schlusspunkt gesetzt, aber der Heimsieg perfekt gemacht wurde durch Maged Abdelkerim, der in der 55. Minute das 4:0 erzielen konnte. Da der TSV Wolfskehlen nun wieder munter durchwechselte, ging die Ordnung ein Stück weiter verloren, so dass in der 62. Minute das erste Mal der Ball aus dem eigenen Tor geholt werden muss. Aber sozusagen vom Anstoß weg konnte Torsten Andres die passende Antwort geben und versenkte den Ball nur eine Minute später mit seinem dritten Tor des Tages im gegnerischen Tor. Den Schlusspunkte setze noch einmal die Gastmannschaft, die in der 68. Minute zum zweiten Mal einen Torerfolg bejubeln konnte, obwohl sich bei dem Spielstand der Jubel nicht recht einstellen wollte. So feierte der TSV Wolfskehlen einen sehr gelungenen Start, auf diesem soll mit ca. zehn Spielen im Jahr 2020 aufgebaut werden, mit der gezeigten Leistung waren alle Beteiligten sehr zufrieden.

Es spielten: Müllner, Breitwieser (Illich), Gerlach, Turnsek A., Abdelkerim (Wicher), Hlanguyo, Andres

AH unterwegs: Auf dem Pfad der blauen Boa

Nach den kulinarisch exzellenten, menschlich aber eher robusten Erfahrungen des Vorjahres in Thüringen suchten die alten Herren im Jahr 2019 etwas mehr Heimatnähe und einen höheren Kuschelfaktor bei ihrer traditionellen Mehrtageswanderung. Das mit der Heimatnähe erwies sich als vorausschauend, denn wieder einmal torpedierten die aktiven Fußballer des TSV den vorgesehenen Ablauf mit einer unverhofften Relegationsteilnahme. Der geneigte Fußballfan konnte sich so den Prolog sparen und am Abend des ersten Tages binnen zwei Stunden nachreisen. Der Neckarsteig zwischen Neckargerach und Bad Wimpfen war das Ziel und wieder einmal hatte das bewährte Organisatorenteam aus Sputti und Enfuchs nichts unversucht gelassen, bislang zögerliche Altfußballler für das gemeinsame Projekt zu begeistern. Ob sie aber tatsächlich, wie kolportiert wurde, auch Einfluss auf das Wanderzeichen des Neckarsteigs – Insidern zufolge eine blaue Boa auf weißem Grund – nahmen, um auch den letzten Zögerlichen noch zu überzeugen, darf doch zumindest bezweifelt werden. Nun, schon die Anreise mit der Deutschen Bahn entlang des Neckars gestaltete sich mit vielen optischen Reizen spektakulär und die erste Etappe von Neckargerach nach Mosbach stand dem in nichts nach. 14 Kilometer und 450 Höhenmeter waren zu überwinden und das schien der routinierten Trekkinggruppe durchaus machbar. Die seit 1940 unter Naturschutz stehende Margarethenschlucht, deren Begehung nur bei guter Witterung empfohlen wird, brachte aber doch den einen oder anderen etwas unverhofft schon an seine Grenzen. Wunderschön war diese Strecke, aber halt auch brütend heiß die Witterung und was man im letzten Jahr an Einkehrmöglichkeiten zu viel hatte, hatte man dieses Jahr wieder zu wenig. So freute man sich über die Ankunft im lauschigen Mosbach, wo man eine vorzügliche proteinlastige Abendmahlzeit zu sich nahm, den per Bahn mit freudiger Botschaft eintreffenden Abteilungsleiter in Empfang nahm und zu später Stunde mit dem einheimischen Kreisligisten dessen Pokalsieg feierte. Tags darauf ging es zeitig los, denn an jenem Freitag wollten gleich zwei Tagesetappen bewältigt werden. Dabei erwies sich der erste Teilabschnitt wieder als ambitioniert und vor allem trocken. Besonders die steile Passage vom Bahnhof Haßmersheim hoch in Richtung Burg Hornberg verlangte der routinierten Truppe einiges ab. Wie gelegen kam da der mit herrlicher Aussicht lockende Biergarten der Festung, die einst Götz von Berlichingen bewohnt hatte und seit dem Mittelalter den in Wolfskehlen nicht unbekannten Herren von Gemmingen gehört. Doch plötzlich fühlte man sich wieder an den Rennsteig versetzt: mit dem harschen Verweis auf die erst eine Stunde später beginnende Öffnungszeit verweigerte der livrierte Dienstleister den Ausschank auch des Nötigsten. Von einem mit perfekter Blume gekrönten, wohl temperierten Durstlöscher garnicht zu sprechen. Dem Urahn der Burg muss es einst wohl ähnlich ergangen sein, denn prompt hatte der eine oder andere dürstende Wandersmann die von Berlichingen zugeschriebene unflätige Redensart auf den Lippen. Die aus dem angrenzenden Weinshop besorgten, aber nicht hinreichend temperierten Tropfen konnten das Mütchen der Zornigen nicht kühlen und so war man nach dem ungeplant zeitigen Aufbruch froh, zur Mittagsrast in Gundelsheim einzutreffen. Die dortige Kuhberg-Schänke erfüllte endlich die Erwartungen, die Männer zwischen fünfzig und sechzig nach einem entbehrungsreichen Tag so hegen: kalte Getränke in verschiedenen Varianten und üppige Mahlzeiten, hier zumeist in Form von Maultaschen dargereicht. Derart üppig gar, dass ein guter Teil der Truppe die nachmittägliche Etappe in Richtung Bad Wimpfen mit öffentlichen Verkehrsmitteln absolvierte. Das war auch in der Vergangenheit schon nicht unüblich, verschiebt sich mit fortschreitendem Alter aber scheinbar immer weiter nach vorne. Das wackere Häuflein der Aufrechten passierte per pedes Burg Guttenberg, musste aber aus zeitlichen Gründen auf eine Audienz beim ehemaligen Verteidigungsminister verzichten. Noch beeindruckender, als dessen nie zerstörte und seit 800 Jahren durchgehend bewohnte Heimstatt war freilich der große, im 16. Jahrhundert angelegte jüdische Friedhof bei Heinsheim. Besonders beklemmend, dass offensichtlich die letzten Gräber zu Beginn des zweiten Weltkriegs angelegt wurden – ein erschütterndes Zeugnis vom schwärzesten Kapitel Deutschlands und der Tatsache, dass nahezu alle Jüdinnen und Juden aus der Umgebung deportiert wurden. Das stille Mahnmal beeindruckte die Wanderer derart, dass minutenlang jedes Gespräch verstummte. Der letzte Teil der Etappe führte am Neckar entlang Richtung Bad Wimpfen und zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass alle Einkehrmöglichkeiten gut sichtbar, aber unerreichbar am anderen Ufer des Flusses lagen. Da half es auch wenig, dass bereits frühzeitig der Blaue Turm, das imposante Wahrzeichen des Tagesziels, sichtbar wurde. Als erste, weil nächste Einkehr musste stattdessen wenig traditionell eine Tankstelle am Eingang der ehemaligen Stauferstadt herhalten, die – obwohl 40 Kilometer jenseits der Grenze gelegen – zwischen 1803 und 1951 zu Hessen und dem Landkreis Heppenheim gehörte. Die Stauferstadt, nicht die Tankstelle. Flugs waren auch die kleinen, atmosphärischen Störungen behoben, die sich im Rahmen der fortschreitenden Dehydrierung fast zwangsläufig ergeben hatten. Harmonisch erklomm man durch das Untere Tor die imposante und sehr gepflegte Altstadt, traf dort auf die erstaunlicherweise auch erst kurz zuvor angekommenen Bahnreisenden und verbrachte einen wundervollen Abend bei Variationen von der Maultasche und perfekter Witterung im Biergarten der Gaststätte Dobel. Ausgeruht und bester Dinge spazierte man am nächsten Tag ins nahegelegene Bad Rappenau, sah sich dort noch ein wenig um und trat anschließend die Heimreise an.

AH Wanderung 2018: Rennsteig!

Was sagen den geneigten Lesern die Ortsnamen Wutha, Mölmen, Petkus, Krätzersrasen oder gar Klein Berlinchen? Nichts? Nun, dann waren sie wohl noch nicht auf dem Rennsteig unterwegs. Die alten Herren des TSV 03 schlossen diese zweifellos nicht unwesentliche Wissenslücke bei ihrer achten Mehrtageswanderung über Fronleichnam ohne - ich greife vor - auch nur einen winzigen Anhaltspunkt von etwas zu entdecken, was man sich so unter "Klein Berlinchen" vorzustellen glaubt. Selbst die Bezeichnung Rennsteig muss man im Nachhinein als mindestens irreführend deklarieren, denn an hurtige Fortbewegung und schnelles Ankommen war bei den vom jungfräulichen Organisationsteam Sputti/Enfuchs ausbaldowerten Tagesetappen nicht zu denken. Das lag aber in erster Linie an der schwülheißen Witterung, der respekteinflößenden Topographie und nicht zuletzt der Getränkevielfalt bei der Bahnanreise, die jeder Bar der großen Schwester von Klein Berlinchen zur Ehre gereicht hätte. Selbst ein 5l-Partyfass hatte den Weg in einen der ansonsten nur mit dem Notwendigsten bestückten Rucksäcke gefunden. So ging es nach der Ankunft in Eisenach um die Mittagszeit zunächst nur schleppend hinauf, doch die Wartburg musste sein, von der hatte man schließlich schon etwas gehört. Müh-, weil bierselig war er, der Anstieg zum Weltkulturerbe, das einst von Jörg dem Springer als einfache Festung gegründet und zwischenzeitlich Martin Luther als Versteck und Ort der Inspiration gedient hatte. In nur elf Wochen übersetzte Luther das Neue Testament aus der altgriechischen Sprache in die deutsche. Das ist manchem Wolfskehler Wirt mit seiner Speisekarte in dreißig Jahren nicht gelungen. Möglicherweise genoss Luther zwischendurch auch mal die herrlichen Ausblicke aus über 400 Metern Höhe auf den Thüringer Wald, ganz sicher aber auch das eine oder andere Bier und wenigstens darin taten wir es ihm gleich. Bei Temperaturen deutlich über dreißig Grad wäre der eine oder andere sicher gerne noch etwas im lauschigen Biergarten sitzen geblieben und hätte dafür vielleicht auch eine Bibel-Übersetzung in Kauf genommen, doch man war schließlich nicht zum Spaß hier, sondern zum Wandern. Die erste Tagesetappe zum Waldgasthof und Rennsteighotel "Hubertushaus" über prognostizierte 12 Kilometer zog uns schnell in ihren Bann, die Gespräche verstummten, wurden bald aber wieder lebhafter, als man feststellte, dass die Einkehrmöglichkeiten nie gekannte Ausmaße annahmen. Ja, so hatte man sich das auch in den vergangenen sieben Jahren vorgestellt, aber eben in den seltensten Fällen angetroffen. Alle ein bis zwei Kilometer eine Gelegenheit zum Verweilen und Abschalten von allzuviel Natur und Stille. Kleine Paradiese wie der "Rastplatz Hohe Sonne" und die "Rasthütte am Rennsteig" versorgten uns fortan zur rechten Zeit mit dem Nötigsten, bevor wir an unserem Tagesziel eintrafen. Dort fühlten wir uns sofort gut aufgehoben, die auf uns einprasselnde ruppige Rhetorik des Servicepersonals trieb so manchem die Tränen in die Augen, erinnerte sie doch stark an zahllose Abende in einem jüngst geschlossenen Erlebnislokal in heimischen Gefilden. Das leckere Essen ließ uns über die verbalen Entgleisungen der blonden Fee großzügig hinweghören. Der Spaß wurde nur kurzfristig durch den Radlerschock des Batwiesers getrübt, der ihn wie einst den Kletterer beim Dummschwätzer am Rheinsteig ereilte, worauf er sein Abendmahl der Allgemeinheit spendete. Doch als sich die Stimmung bei zwei mehr oder weniger spontanen Gesangseinlagen für Jubilar Paul dem Siedepunkt zuneigte, wurden wir per last Order kurz nach 22 Uhr in die spartanischen Betten komplimentiert. Zugegeben, das war auch gut so, denn im Morgengrauen lauerte die Königsetappe über 16km, 400 Höhenmeter und den großen Inselsberg. Große Hoffnungen für die nähere Zukunft hegte man nach Einnahme des Frühstücks noch nicht, doch was soll man sagen: "Woas en scheene Doag" wartete auf uns. Los ging es, als man nach kurzer Wegstrecke auf den heiligen Berg einer Wolfskehler Dynastie von Kirchendienern traf - den Glöckner am Rennsteig, ein herrlicher Aussichtspunkt. Klar, dass sich Manni dort verewigte. Nur wenig später folgte man einer spontanen Eingebung, kehrte in die "Waldschänke Dreiherrnstein" ein und fand Kreuzberger Klosterbier vom Fass! Diesem Idyll gab man sich bei guten Gesprächen und mehreren Steinkrügen fast zu lange hin, denn am Horizont drohte bereits der Große Inselsberg mit seinen mehr als 900 Metern Höhe. Laut Wikipedia der "höchste Berg der nordwestlichen Hälfte des Mittleren Thüringer Waldes" und "ein Quarzporphyr-Härtling, der aus den umliegenden weicheren Schichten herausgewittert ist". Alles klar? Jedenfalls zog sich die Etappe jetzt für die teilweise verwitterten Härtlinge aus dem mittleren hessischen Ried, warum auch immer. Oben angekommen lohnte die grandiose Rundumsicht alle Mühen und der nahezu dehydrierte Altfußballerr labte sich alsbald am unvermeidlichen Wernesgrüner. Man tat allerdings gut daran, nicht allzu lange zu verweilen und strebte wohl von einer Ahnung getrieben dem Tagesziel "Haus am Reitstein" (Kleiner Inselsberg) zu. Das erwies sich als vorausschauend, denn auch hier schloss die Küche bereits um 19 Uhr. Was bei der Ankunft bedeutete: Bestellen, kasernenähnliche Behausung aufsuchen, Katzenwäsche, Essen fassen, zwei Bier trinken, ein Kümmerling auf's Haus und sich auf der Straße wiederfinden. Gemütlich scheinen die nicht zu sein, die Thüringer, zumindest dort, wo wir sie angetroffen haben. Den Abend retteten wir mit einem überteuerten Kasten War(m)steiner, der ob seiner körpernahen Temperatur nicht einmal vollständig verzehrt wurde. Der abschließende Samstag brachte erneut Sonne und Wärme für (fast) ganz Deutschland und Nebel und Nieselregen für den kleinen Inselsberg und so reduzierte sich das Häuflein der Wanderer auf zwei durchnässte Gestalten, die der Rest mit dem Linienbus Nummer 42 auf dem Weg von Brotterode über Ruhla nach Eisenach wieder auflas. In Eisenach trennte man sich bester Laune bis zum nächsten Jahr, wenn Ober-Seemen droht. Während drei Kameraden zwecks Konzertbesuch zur großen Schwester von Klein Berlinchen weiterreisten, bekam der Rest auf seinem Heimweg nach Frankfurt von der Deutschen Bundesbahn noch einen kostenlosen Ausflug mit dem ICE über Messel und Darmstadt-Kranichstein spendiert, so dass man just in time zum Relegationsspiel wohlbehalten wieder in Wolfskehlen eintraf. Fazit: tolles Wetter, prima Einkehr und ein Team, das sich mittlerweile ohne viele Worte versteht!

AH-Wanderung 2017: Bier und mehr in Bamberg

Nachdem in den vergangenen beiden Jahren das oft vergebliche Streben nach innerer Befeuchtung die Wanderungen der Altherrenfußballer dominierte und ein gewisser Hang zur Askese gefordert war, wollte man im Jahr 2017 einen neuen Selbstversuch mit geradezu konträrer Ausrichtung starten. Dazu hatte sich die im letzten Jahr unfreiwillig "Jako Brass" getaufte Wandergruppe Mittelfranken ausgesucht. Eine Gegend, deren Schönheit nicht nur in der reizvollen Landschaft, sondern auch in der hohen Brauereidichte liegt. Mal schauen, wie es um die Moral der Truppe steht, wenn die Verlockung stets in greifbarer Nähe ist, war die Devise. Verschärfend hatte man sich erstmals ein kleines Teufelchen als Mitreisenden gegönnt, das immer bereit war, ein Stück Weg für ein schnelles Helles zu opfern. Die Anreise nach Mittelfranken verlief so unspektakulär wie trocken, der brütend heiße Tag weckte in dem einen oder anderen wohl unschöne Erinnerungen an die Strapazen der Odenwaldhölle. Trotzdem wollte man sich in Bamberg vor der ersten Etappe noch eine Erfrischung gönnen, stieß aber bei Spezial-Bräu auf taube Ohren und reservierte Bänke, was - es war schließlich Fronleichnam - wohl auch mit der falschen Konfession zu tun hatte. Im gegenüberliegenden Fässla zeigte man sich aufgeschlossener und bald hatte man die erste Erfrischung zu sich genommen. Nun ging es mit dem Bus hinaus nach Memmelsdorf, wo das Fremdenverkehrsamt einen Marathon in doppeltem Sinne offerierte. Tour Nummer 20 bietet laut Prospekt "Idylle, Bier und Braukunst". Übersetzt bedeutet dies 13 (dreizehn) Brauereien auf 31 (einunddreißig) Kilometern. Logisch, dass diese Etappe nur in einer Ansiedlung namens Strullendorf enden kann. Dem gesunden Menschenverstand folgend verkürzte man die Tortur schon während der Planungsphase auf zwölf Kilometer und fünf Brauereien. Auf den ersten hundert Metern hinter der Bushaltestelle im Zentrum von Memmelsdorf lagen mit den "Drei Kronen" und "Höhn" gleich die beiden ersten attraktiven Angebote fränkischer Lebensart und die wenigen Besonnenen der Gruppe hatten angesichts der vom Himmel lachenden sieben Sonnen Mühe, Teufelchen und inneren Schweinhund daran vorbei zu lotsen. Schließlich war ja noch nichts geschafft, die Moral noch intakt. Das änderte sich auf den folgenden Kilometern durch blühende Felder bei gleißendem Licht und enormer Hitze. Die nächste Zapfstelle in Merkendorf wurde förmlich gestürmt und diese konnte - das Teufelchen lässt grüßen - natürlich nur "Wagner" heißen. Selbst der disziplinierteste Wandersmann musste zugeben, dass der dort vorgefundene Biergarten ein wahrhaft paradiesischer Ort ist und im Hinblick auf Ambiente, Angebot und Preisgestaltung keine Wünsche offen lässt. Der halbe Liter zu zwei Euro zehn - das war wie einst in Berlin bei der indischen "häbbi Auer ganse Nachd". Nur ungern löste man sich von diesem Idyll und dem am Nachmittag offerierten Kuchen- und Tortenbüfett, ließ von Seiten der Reiseleitung die zweite ortsansässige Brauerei "Höhn" besser unerwähnt und begab sich auf die zweite Schleife vorbei an Drosendorf. Dort passierte man eine Schankstube mit dem wenig einladenden Namen "Go(e)ller" und landete schließlich doch noch in den eingangs bereits erwähnten Etablissements in Memmelsdorf, wo die Zeit bis zur Rückfahrt des Busses erfolgreich überbrückt werden konnte. Schon jetzt hatte man an einem Nachmittag mehr unterschiedliche Biersorten gekostet, als je in der Zellerei angeboten wurden. Zwei weitere (St. Georgenbräu zum Abendessen im Kachelofen und Klosterbräu zum Abschluss) wurden es im Verlauf eines ruhigen Abends in der wunderschönen Bamberger Altstadt noch und zeitig zog man sich in die jeweils zu zweit zu belegenden Hotelzimmer zurück, die in einem durchschnittlichen Wolfskehler Bauernhaus ob ihrer Größe wohl kaum über den Status eines Wandschranks oder einer Speisekammer hinaus gekommen wären. 24.000 Schritte zeigte die Uhr vor dem Schlafengehen für diesen Tag, das war schon ganz ordentlich. Da ahnte allerdings noch niemand, dass es am nächsten Tag fast doppelt so viele, nämlich rund 46.000 Schritte werden sollten. Es hätte wohl auch Mord und Totschlag gegeben. So startete man frohen Mutes am frühen Freitagmorgen mit der Bahn nach Ebelsbach-Eltmann und enterte von dort die neunte Etappe des Steigerwald-Panoramawegs, die über 25 Kilometer zurück nach Bamberg führen sollte. Bei perfekten klimatischen Rahmenbedingungen kam man bis zur Mittagsrast in Roßstadt zügig voran und erfreute sich der tollen Aussicht hinunter in die Mainebene und auf die in der Ferne liegenden Türme von Kloster Michelsberg in Bamberg. Beim dem Mittagsmahl folgenden Aufstieg ließ man sich aber zu einem Schwenk auf den regionalen Pfad der Menschenrechte verleiten und hatte den Panoramaweg auf Nimmerwiedersehen verloren. Das hatte zur Folge, dass man bald wieder an Höhe einbüßte und ab Viereth zurück nach Bamberg in den Flussauen entlang von Main und Regnitz unterwegs war. Auch schön, aber deutlich weiter als geplant. Daran änderte auch ein ungefragt auskunftsfreudiger Passant nichts, der für die letzten sechs Kilometer "etliche Kilometer" Abkürzung verhieß, sollte man seiner Weisung folgen. Die verbalen Auszeichnungen, mit denen er am Ende der "Abkürzung" in Abwesenheit geehrt wurde, bleiben hier unerwähnt. Und weil am Abend noch einmal ein 1,5 km langer Fußmarsch zum Biergarten der Traditionsbrauerei Mahr anstand, hatte das Teufelchen am späten Freitag endgültig gewonnen. Mahr indes wurde seinem Ruf gerecht, bot leckeres Essen und ausgezeichnetes Bier. Am Samstag jedoch fanden sich nur noch drei Unentwegte bereit, die Tour der Bamberger Sehenswürdigkeiten via Rathaus und Michelsberg zur Altenburg mit ihren grandiosen Aussichten und weiteren 24.000 Schritten auf sich zu nehmen. Der Rest ließ den Ausflug nach den Strapazen des Vortags verständlicherweise locker ausklingen. Am Nachmittag traf man sich zum Essen im Biergarten Greifenklau, testete das unvergleichliche Schlenkerla und begab sich sich nach einem Abschlusstrunk dort wo alles begann (im Fässla) wieder auf die Heimreise. Unterwegs verdiente man sich quasi im Schlaf durch eine zweistündige Verspätung der Bahn die Hälfte der Fahrtkosten und kehrte wohlbehalten am späten Abend nach Wolfskehlen, Hanau und Günterfürst zurück.

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