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TSV 03 ehrt Harnischfeger und Jost

Für langjährige Vereinstreue hat Abteilungsleiter Christoph Schaffner die beiden Kicker Patrick Harnischfeger und Gerrit Jost anlässlich der Saisoneröffnung geehrt. Während Gerrit Jost mittlerweile 350 Pflichtspiele für den TSV absolviert hat und dabei 139 Tore erzielte, kommt Patrick Harnischfeger auf 300 Pflichtspiele und 42 Tore. In dieser Bilanz sind nur Punkt- und Pokalspiele enthalten. Vielen Dank an die beiden langjährigen Akteure, die einst der Jugendabteilung des TSV 03 entsprungen sind.

Erste Mannschaft: Sieg im Auftaktderby

Mit einem 3:1 (1:0) Erfolg beim Aufsteiger und Nachbarn TSV Goddelau ist die erste Fußballmannschaft des TSV 03 erfolgreich in die neue Saison in der Kreisoberliga gestartet. Einmal tief durchatmen hieß es danach auf Wolfskehler Seite, denn dieser Sieg war nach einer, vorsichtig ausgedrückt, nicht einfachen Vorbereitungsphase alles andere als selbstverständlich. Erst Mitte Juni war die letztjährige Spielrunde zu Ende, bereits zwei Wochen später musste wieder mit dem Training begonnen werden, weil schon in der ersten Augustwoche der erste Spieltag terminiert war. Kaum Zeit also, um etwas Abstand zu gewinnen, in den Urlaub zu fahren, die in den beiden letzten Coronajahren ausgefallenen Parties nachzuholen und und und. Der eine oder andere unserer Kicker ist vielleicht auch aus diesem Grund bis heute noch nicht im Training aufgetaucht. Die Ursache für diese Hetze ist eine Weltmeisterschaft im Dezember, die eigentlich keiner haben will und wegen der die Amateurspiele im Jahr 2022 schon Ende November beendet sein müssen, um die geballte Aufmerksamkeit des geneigten Publikums auf die Gelddruckmaschine in der Wüste zu richten. Gelddruckmaschine für Profis, Verbände und Fernsehanstalten wohlgemerkt, nicht aber für die Amateure. So standen sich am Sonntag in Goddelau zwei Teams gegenüber, die von den geplanten Stammformationen ein Stück weit entfernt waren, vor einem Publikum, das nicht zuletzt deshalb für ein Derby ungewohnt ausgedünnt war, weil wir uns in Hessen mitten in den Sommerferien befinden. Wie unbeliebt der frühe Starttermin war, wird durch lediglich drei ausgetragene Spiele dokumentiert. Alle anderen Begegnungen der Kreisoberliga wurden teilweise bis Ende September verlegt. Beim Team von Drago Brkovic war man zurecht skeptisch, hatte man doch lediglich zwei Testspiele mit stark variierenden Stammformationen bestritten und am letzten Dienstag bei der krachenden 1:5 Niederlage in Wixhausen die beiden Peter-Brüder noch mit Verletzungen verloren. So konzentrierte man sich auf Wolfskehler Seite von Beginn an auf die Basics, in diesem Fall konzentrierte Abwehrarbeit und legte damit den Grundstein für den Erfolg. Schön war das nicht unbedingt anzuschauen, aber das spielte an diesem Sonntag keine Rolle. Kai Riesles Kopfballtor nach knapp der Hälfte der ersten Halbzeit spielte unserer Mannschaft so richtig in die Karten und mit Moritz Knoches 2:0 gleich nach der Halbzeit war die Partie eigentlich schon entschieden, weil die nie aufsteckenden Gastgeber bei aller vorhandener Struktur zu wenig Torgefahr entwickelten. Nach Kai Riesles Solo zum 0:3 erzielte Jannek Bunzel zwar bald den Goddelauer Ehrentreffer, doch richtig in Gefahr geriet der Wolfskehler Erfolg bis zum Ende nicht mehr. Aus beiden Lagern war anschließend zu hören, dass die eigentliche Saison erst im September beginnt, wenn man hofft, wieder alle Mann an Bord zu haben. Umso wichtiger ist jeder Punkt, der bis dahin gesammelt werden kann und umso wichtiger war dieser Dreier in Goddelau.

Es spielten: Jonas Kursch, Falko Müller, Falco Eberling, Felix Schulz, Armin Slotos, Tim Hammann, Tobias Keim, Patrick Harnischfeger, Moritz Knoche, Falk Breunig, Kai Riesle, Timo Epple, Fabian Dietz und Tobias Hammann.

 

Zweite Mannschaft: SG verliert Auftakt in Bauschheim

Die SG Leeheim/Wolfskehlen II musste bei ihrem Saisonauftakt in der Kreisliga C eine vollkommen unnötige 2:3 (1:2) Niederlage bei der SKG Bauschheim III hinnehmen. Dabei fand das Team von Alex Pabst und Patrick Engert eigentlich gut in die Begegnung, weil ihr der Gegner viel Platz ließ. Doch diesen konnte die SG nicht nutzen und geriet deshalb bereits vor der Pause nach einem Konter und einem langen Ball vorentscheidend mit 0:2 in Rückstand. Zwar verkürzte Spielertrainer Engert kurz vor dem Seitenwechsel, doch nach einem Fehler im Aufbau stellten die Gastgeber den alten Abstand wieder her. Den Sturmlauf der SG in der Schlussphase bremste eine Zeitstrafe und so kam Riccardo Cicerellos Treffer zum Anschluss zu spät.

Es spielten: Lukas Pütz, Tobias Behrendt, Kevin Winterhalter, Malte Tschöpe, Luca Klump, Andreas Krüger, Amine el Marouani, Thomas Wilfer, Neil Fraikin, Patrick Engert, Tomi Zovko, Justin Hoffmann, Uli Krumb und Riccardo Cicerello.

TSV 03 und FC Leeheim kooperieren im Aktivenbereich

Nachdem die Abteilungsleitung Fußball des TSV 03 kurz nach Ende der Saison 2021/22 von Kooperationsversuchen der Fußballer des FC Leeheim erfahren hatte, bot sie dem Nachbarverein eine Zusammenarbeit an. Schon knapp eine Woche später hatten sich die Verantwortlichen beider Vereine auf eine zunächst auf drei Jahre befristete Kooperation geeinigt und das positive Votum ihrer Kicker und der jeweiligen Abteilungsvorstände eingeholt. In diesem Zeitraum werden die erste Fußballmannschaft des FC Leeheim und die zweite Fußballmannschaft des TSV 03 eine Spielgemeinschaft in der Kreisliga C Groß-Gerau bilden, sofern der Hessische Fußball Verband seine Zustimmung gibt. Ein entsprechender Antrag ist gestellt.

Alte Herren kicken wieder

Die "neuen" Alten Herren vor ihrem ersten Spiel seit 2019.

(MB) Am 01.06.2022 traten die Alten Herren des TSV 03 Wolfskehlen zum Rückspiel gegen den Standnachbarn TV Crumstadt an. Nachdem das Heimspiel 1:2 verloren ging, waren alle Akteure doppelt motiviert, in der Fremde etwas zählbares mitzunehmen. Und so begann der TSV schwungvoll, gewann Ball um Ball und Zweikampf um Zweikampf und konnte binnen weniger Minuten mehrere Abschlüsse verzeichnen, einzig der Torerfolg wollte sich nicht einstellen. Nach rund fünfzehn gespielten Minuten angelte sich Laszlo Barabas den Ball nach einen steil gespielten Pass, wurde auf dem Weg zum Tor jedoch mit unfairen Mitteln gestoppt. Den fälligen Freistoß aus zentraler Position verwandelte Fateh Pal schwer haltbar per direktem Torschuss. Rund zwei Minuten später war es dann der vorher gefoulte selbst, der aus dem Spiel heraus, ebenfalls aus zentraler Position und der zweiten Reihe Maß nahm und den Ball im Netz des Gegners unterbrachte. Mit dem 0:2 ging es in die PauseNach dem Seitenwechsel und verschiedenen Spielerwechseln wandelte sich das Spielbild jedoch zum Nachteil des TSV. Während die Heimmannschaft die berühmte zweite Luft bekam, verlor das Spiel des TSV an Struktur und Gefährlichkeit. So konnte Mark Breitwieser nach rund 15 gespielten Minuten eine Flanke nicht verhindern und der TV Crumstadt auf 1:2 verkürzen. Rund zehn Minuten später blockte Alexander Turnsek einen Distanzschuss mit vor der Brust verschränkten Armen, der Schiedsrichter entschied auf strafbares Handspiel innerhalb des Strafraumes. Den fälligen Elfmeter verwandelten die Gastgeber zum Ausgleich. Doch es sollte noch schlimmer kommen… Fünf Minuten vor Ende des Spiels hatte der TV Crumstadt erneut Grund zum jubeln, da der Schlussmann des TSV, Tim Fuchs, nach einem unhaltbaren Distanzschuss erneut den Ball aus den Maschen sammeln musste. Der TSV warf zwar noch einmal alles nach vorne, allerdings konnte keine nennenswerte Torchance mehr erspielt werden. Es spielten: Fuchs, Breitwieser, Schermuly, Kurath, Krumb, Gretzke (Lueck), Abdelkerim, Siller (Turnsek A.), Illich, Pal Fateh, Barabas (Minich).

 

Nach mehr als zwei Jahren wettkampffreier Zeit (das letzte Spiel datiert vom 28.11.2019) traten die mittlerweile deutlich verjüngten alten Herren des TSV 03 Wolfskehlen wieder zu einem Freundschaftsspiel an. Der erste Gegner des Jahres 2022 war der TV Crumstadt, welcher bereits häufiger Gast am Sportgelände An der Sandkaute gewesen ist. Auch wenn alle Akteure des TSV mehr oder minder regelmäßig zum donnerstäglichen Training erschienen, war es spürbar eine gänzlich andere Situation wieder einmal auf einen „Gegner“ zu treffen. Es entwickelte sich ein munteres Spiel, dass insgesamt von vielen Ballverlusten aber auch Abspielfehlern geprägt war. Sowohl der TSV als auch der TV Crumstadt konnten keine wirkliche Torgefahr entwickeln.Fast genau 30 Minuten waren gespielt als sich der TV Crumstadt auf der rechten Angriffsseite eine Möglichkeit zur Flanke erspielen konnte und eine solche schlagen (wollte). Allerdings wurde der Ball zunächst länger und länger um dann wie ein Stein vom Himmel und in den von Richard Minich gehüteten Kasten zu fallen. Fünf Minuten später ging es in die Pause, bei der ein paar personelle und taktische Umstellungen besprochen und beschlossen worden. Allerdings gehörte nach Wiederanpfiff die erste wirklich gefährliche Aktion den Gästen aus Crumstadt. Einen zunächst nicht wirklich gefährlichen Ball bekam die Wolfskehler Mannschaft nicht aus dem Strafraum, so dass nach ein paar Stockeraktionen der Ball über die Linie gedrückt wurde. Trotz oder gerade wegen des nun doppelten Rückstandes lief das Spiel des TSV immer besser. Mehr Ballstaffetten gelangen und es gab immer wieder gute Aktionen in Richtung des gegnerischen Tores, einzig der finale Pass oder darauf folgende Torschuss wollte nicht wirklich gelingen. In der 55. Minute war es dann soweit. Nach einem scharfen Pass von Christian Ehlhardt durch die Mitte wurde der Ball von Laszlo Barabas aufgenommen und direkt zu Fateh Pal weitergeleitet, welcher von der Strafraumgrenze aus der Drehung abschloss und dem Ball im Kasten des Gegners unterbrachte. Auch wenn die Mannschaft des TSV weiter gegen die drohende Niederlage anrann, wurde eben diese nach siebzig Minuten mit dem Schlusspfiff besiegelt. Es spielten: Richard Minich, Mark Breitwieser (Marcell Illich), Jan Paul Schermuly, Patrick Kurath, Uli Krumb, Laszlo Barabas, Fateh Ahmad Pal, Christian Ehlhardt, Mischa Gretzke (Dustin Lück), Michael Siller (Alexander Turnsek), Björn Engelhart.

AH unterwegs Vol. 10 - wenn gaanix mee geht...

...geht immer noch Gehfußball. Nach zwei Corona-Jahren, in denen man sich zweimal zum Erfahrungsaustausch im Haisterbacher Biergarten getroffen hatte, musste 2022 wieder eine Mehrtages-Wanderung her. Doch wohin so kurzfristig? Die Lösung war das Jugend- und Feriendorf des Kreises Groß-Gerau in Ober-Seemen (Vogelsberg). Kein Wolfskehler Knabe, der dort nicht mindestens eine zweistellige Anzahl von Freizeiten in seiner Kindheit und Jugend verbracht hatte und mit entsprechenden Traumata gesegnet war. Riesige Blechkannen mit Hagebuttentee, Aufräumen und Spüldienst in der Küche sowie endlose Fußmärsche durch die Wallachei war man von zu Hause nicht gewohnt und hatten sich tief ins Gedächtnis eingebrannt. Da musste im Vorfeld bei den mittlerweile ganz alten Herren viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, doch der Durchbruch bei den Anmeldungen wurde erst durch die Kombination mit einem Seminar unter dem Thema "Gehfußball" erreicht. Das interessiert unsere Generation so brennend wie "sind Rente und Bierpreis noch sicher?". Und da viele tatsächlich in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts im Vogelsberg ihre ersten fußballerischen Gehversuche unternommen hatte, fand man das Motto passend. Elf hoffnungsfrohe Best-Ager machten sich schließlich auf die Reise, jedoch nicht ohne im Vorfeld intensiv nach Informationen gesucht zu haben. Sogar einen Spähtrupp hatte man an einem Mittwochabend zu einem entsprechend spezialisierten Nachbarverein geschickt, doch die Kiebitze kamen schulternzuckend zurück: an der Art, wie dort Fußball gespielt wurde, hatte sich scheinbar nichts geändert. Also hieß es, selbst Fortschritte zu wagen. Im Feriendorf angekommen fand man ein wahres Schmuckstück von Unterkunft vor, dessen Preis-/Leistungsverhältnis unschlagbar ist. Was man beim Ausladen nicht fand, war ein Ball, dessen Platz hatte man den in den besten Jahren unbedingt notwendigen Nahrungsergänzungsmitteln geopfert. Nach Einnahme des Abendessens ging es zur ersten Trainingseinheit, einer Kombination aus Theorie und Praxis. Drei Kilometer Fußweg hinab ins Dorf zur Gaststätte Lapp, drei Stunden Diskussionen mit dem Arbeitstitel "Oaner geht noch" und wieder drei Kilometer nach oben in die Doppelstockbetten. Das war intensiv und ein wenig fußlahm und schwerfällig blickte man am nächsten Morgen in den Nieselregen. Ein Königreich für einen Ball als Ausrede, die avisierte Konditionseinheit nicht absolvieren zu müssen. Doch zur Traumabewältigung war die anstehende Wanderung zum Hoherodskopf unabdingbar, dem heiligen Berg unseres ehemaligen Jugendtrainers und Wanderfreunds Hans Schäfer. Unterwegs war eigentlich alles wie immer: fehlende Beschilderung, Umwege durch Unterholz und über Skipisten, ca. 25 Argumente des Organisators, warum gerade jetzt ein guter Zeitpunkt zur Umkehr wäre, aber auch viel Landschaft und Gaststätten, die samstagsmorgens um neun schon ihre Pforten öffnen. Paradiesisch letzteres, gemessen am eigenen Wohnort. Nach gut fünf Stunden, fünfzehn Kilometern und dreihundert Höhenmetern waren die überwiegend erschöpften Rudeltiere am Gipfel des ehemaligen Vulkans angelangt, eine Bilanz, die der eine oder andere ansonsten in einem kompletten Jahr nicht absolviert. Und so machten sich natürlich nur die vier schon früher unangenehm Ehrgeizigen per pedes auf den Rückweg, den sie auch prompt in neuer Weltrekordzeit von gut 100 Minuten für zehn Kilometer absolvierten. Dass dabei sämtliche Annehmlichkeiten des Hinwegs auf der Strecke blieben, muss nicht erwähnt werden. Der Rest labte sich derweil an Thüringer Würsten, Schwarzwälder Kirsch und Halbliterhumpen und kehrte per Taxi in die Unterkunft zurück. Die Energiebilanz des Tages vollends zum Kippen brachten das vorzügliche, aus Jägerschnitzeln mit Pommes bestehende Abendmahl im Feriendorf und die unerwartet üppigen Getränkevorräte, die durch das vorausschauende Agieren unseres zweiten Doktors zu später Stunde noch einmal sinnvoll ergänzt werden konnten. Fast beiläufig wurde eine zweite Theorieeinheit absolviert, die mit themengerechter Musik wie Walking in my shoes, Go your own way, das unvermeidliche You'll never walk alone und den Derbyhit Walk on the wild side untermalt wurde. Beim Frühstück am nächsten Morgen dann das befürchtete Fazit: informativ und schee war's, aber die meisten von uns werden doch eher das Level "Gehfußball" überspringen und sich fortan als Stehfußballer bei den sonntäglichen Spielen unserer aktiven Mannschaften vergnügen.

Fußballer sammeln für die Ukraine

Alle Aktiven- und Jugendmannschaften des TSV 03 Wolfskehlens haben sich an einer von unserem Torwart Pascal Trumpfheller initiierten Spendenaktion für die Ukraine beteiligt. Insgesamt konnten stolze 1.715 Euro und weitere Sachspenden in Form von Kleidung und Spielzeugen für das kriegsgebeutelte ukrainische Volk gesammelt werden. Beim letzten Heimspiel der 1A (20.03.022) wurden alle Eintrittseinnahmen gespendet. Anschließend verdoppelte Andreas Harnischfeger vom Autohaus Brass aus Pfungstadt die Einnahmen und leistete damit einen großen Beitrag! Sämtliche Spenden wurden von unserem Torwart Pascal und seinem Arbeitskollegen Martin in Form einer Spendenreise in das 750 km entfernte Walbrzych in Polen gebracht. Dort wurden die beiden am Mittwoch (23.03.2022) vor dem Rathaus in Walbrzych in Empfang genommen. Die Spenden wurden daraufhin in ein zentrales Verteilungslager gebracht und sortiert. Einige Hilfsmittel wurden umgehend an der polnisch-ukrainischen Grenze benötigt. Von den Geldspenden kauften die beiden Helfer während des dreitägigen Aufenthalts in Polen jeden Tag Lebensmittel und tagesaktuell benötigte Produkte. Sie hatten auch die Möglichkeit mit Kriegsflüchtigen zu sprechen und zu erfahren, was am dringendsten benötigt wird. Nächstes Ziel war die Sporthalle von Walbrzych. In dieser befinden sich die Kriegsflüchtigen, die jüngst über die Grenze gekommen sind und für die noch keine Unterkunft gefunden wurde. Dort wurden vor allem die eingekauften Spielzeuge für Kinder erfreulich entgegengenommen. Leider mussten die beiden die Reise in eine weitere Unterkunft in Katowice absagen, da in diesem Gebiet Corona ausgebrochen war. Nach insgesamt drei Tagen in Polen war es dann Zeit für die Heimkehr. Eine sehr starke Aktion von Pascal! Die Fußballer des TSV sind froh, dem kriegsgeplagten ukrainischen Volk unmittelbar helfen zu können!

AH unterwegs: Auf dem Pfad der blauen Boa

Nach den kulinarisch exzellenten, menschlich aber eher robusten Erfahrungen des Vorjahres in Thüringen suchten die alten Herren im Jahr 2019 etwas mehr Heimatnähe und einen höheren Kuschelfaktor bei ihrer traditionellen Mehrtageswanderung. Das mit der Heimatnähe erwies sich als vorausschauend, denn wieder einmal torpedierten die aktiven Fußballer des TSV den vorgesehenen Ablauf mit einer unverhofften Relegationsteilnahme. Der geneigte Fußballfan konnte sich so den Prolog sparen und am Abend des ersten Tages binnen zwei Stunden nachreisen. Der Neckarsteig zwischen Neckargerach und Bad Wimpfen war das Ziel und wieder einmal hatte das bewährte Organisatorenteam aus Sputti und Enfuchs nichts unversucht gelassen, bislang zögerliche Altfußballler für das gemeinsame Projekt zu begeistern. Ob sie aber tatsächlich, wie kolportiert wurde, auch Einfluss auf das Wanderzeichen des Neckarsteigs – Insidern zufolge eine blaue Boa auf weißem Grund – nahmen, um auch den letzten Zögerlichen noch zu überzeugen, darf doch zumindest bezweifelt werden. Nun, schon die Anreise mit der Deutschen Bahn entlang des Neckars gestaltete sich mit vielen optischen Reizen spektakulär und die erste Etappe von Neckargerach nach Mosbach stand dem in nichts nach. 14 Kilometer und 450 Höhenmeter waren zu überwinden und das schien der routinierten Trekkinggruppe durchaus machbar. Die seit 1940 unter Naturschutz stehende Margarethenschlucht, deren Begehung nur bei guter Witterung empfohlen wird, brachte aber doch den einen oder anderen etwas unverhofft schon an seine Grenzen. Wunderschön war diese Strecke, aber halt auch brütend heiß die Witterung und was man im letzten Jahr an Einkehrmöglichkeiten zu viel hatte, hatte man dieses Jahr wieder zu wenig. So freute man sich über die Ankunft im lauschigen Mosbach, wo man eine vorzügliche proteinlastige Abendmahlzeit zu sich nahm, den per Bahn mit freudiger Botschaft eintreffenden Abteilungsleiter in Empfang nahm und zu später Stunde mit dem einheimischen Kreisligisten dessen Pokalsieg feierte. Tags darauf ging es zeitig los, denn an jenem Freitag wollten gleich zwei Tagesetappen bewältigt werden. Dabei erwies sich der erste Teilabschnitt wieder als ambitioniert und vor allem trocken. Besonders die steile Passage vom Bahnhof Haßmersheim hoch in Richtung Burg Hornberg verlangte der routinierten Truppe einiges ab. Wie gelegen kam da der mit herrlicher Aussicht lockende Biergarten der Festung, die einst Götz von Berlichingen bewohnt hatte und seit dem Mittelalter den in Wolfskehlen nicht unbekannten Herren von Gemmingen gehört. Doch plötzlich fühlte man sich wieder an den Rennsteig versetzt: mit dem harschen Verweis auf die erst eine Stunde später beginnende Öffnungszeit verweigerte der livrierte Dienstleister den Ausschank auch des Nötigsten. Von einem mit perfekter Blume gekrönten, wohl temperierten Durstlöscher garnicht zu sprechen. Dem Urahn der Burg muss es einst wohl ähnlich ergangen sein, denn prompt hatte der eine oder andere dürstende Wandersmann die von Berlichingen zugeschriebene unflätige Redensart auf den Lippen. Die aus dem angrenzenden Weinshop besorgten, aber nicht hinreichend temperierten Tropfen konnten das Mütchen der Zornigen nicht kühlen und so war man nach dem ungeplant zeitigen Aufbruch froh, zur Mittagsrast in Gundelsheim einzutreffen. Die dortige Kuhberg-Schänke erfüllte endlich die Erwartungen, die Männer zwischen fünfzig und sechzig nach einem entbehrungsreichen Tag so hegen: kalte Getränke in verschiedenen Varianten und üppige Mahlzeiten, hier zumeist in Form von Maultaschen dargereicht. Derart üppig gar, dass ein guter Teil der Truppe die nachmittägliche Etappe in Richtung Bad Wimpfen mit öffentlichen Verkehrsmitteln absolvierte. Das war auch in der Vergangenheit schon nicht unüblich, verschiebt sich mit fortschreitendem Alter aber scheinbar immer weiter nach vorne. Das wackere Häuflein der Aufrechten passierte per pedes Burg Guttenberg, musste aber aus zeitlichen Gründen auf eine Audienz beim ehemaligen Verteidigungsminister verzichten. Noch beeindruckender, als dessen nie zerstörte und seit 800 Jahren durchgehend bewohnte Heimstatt war freilich der große, im 16. Jahrhundert angelegte jüdische Friedhof bei Heinsheim. Besonders beklemmend, dass offensichtlich die letzten Gräber zu Beginn des zweiten Weltkriegs angelegt wurden – ein erschütterndes Zeugnis vom schwärzesten Kapitel Deutschlands und der Tatsache, dass nahezu alle Jüdinnen und Juden aus der Umgebung deportiert wurden. Das stille Mahnmal beeindruckte die Wanderer derart, dass minutenlang jedes Gespräch verstummte. Der letzte Teil der Etappe führte am Neckar entlang Richtung Bad Wimpfen und zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass alle Einkehrmöglichkeiten gut sichtbar, aber unerreichbar am anderen Ufer des Flusses lagen. Da half es auch wenig, dass bereits frühzeitig der Blaue Turm, das imposante Wahrzeichen des Tagesziels, sichtbar wurde. Als erste, weil nächste Einkehr musste stattdessen wenig traditionell eine Tankstelle am Eingang der ehemaligen Stauferstadt herhalten, die – obwohl 40 Kilometer jenseits der Grenze gelegen – zwischen 1803 und 1951 zu Hessen und dem Landkreis Heppenheim gehörte. Die Stauferstadt, nicht die Tankstelle. Flugs waren auch die kleinen, atmosphärischen Störungen behoben, die sich im Rahmen der fortschreitenden Dehydrierung fast zwangsläufig ergeben hatten. Harmonisch erklomm man durch das Untere Tor die imposante und sehr gepflegte Altstadt, traf dort auf die erstaunlicherweise auch erst kurz zuvor angekommenen Bahnreisenden und verbrachte einen wundervollen Abend bei Variationen von der Maultasche und perfekter Witterung im Biergarten der Gaststätte Dobel. Ausgeruht und bester Dinge spazierte man am nächsten Tag ins nahegelegene Bad Rappenau, sah sich dort noch ein wenig um und trat anschließend die Heimreise an.

AH Wanderung 2018: Rennsteig!

Was sagen den geneigten Lesern die Ortsnamen Wutha, Mölmen, Petkus, Krätzersrasen oder gar Klein Berlinchen? Nichts? Nun, dann waren sie wohl noch nicht auf dem Rennsteig unterwegs. Die alten Herren des TSV 03 schlossen diese zweifellos nicht unwesentliche Wissenslücke bei ihrer achten Mehrtageswanderung über Fronleichnam ohne - ich greife vor - auch nur einen winzigen Anhaltspunkt von etwas zu entdecken, was man sich so unter "Klein Berlinchen" vorzustellen glaubt. Selbst die Bezeichnung Rennsteig muss man im Nachhinein als mindestens irreführend deklarieren, denn an hurtige Fortbewegung und schnelles Ankommen war bei den vom jungfräulichen Organisationsteam Sputti/Enfuchs ausbaldowerten Tagesetappen nicht zu denken. Das lag aber in erster Linie an der schwülheißen Witterung, der respekteinflößenden Topographie und nicht zuletzt der Getränkevielfalt bei der Bahnanreise, die jeder Bar der großen Schwester von Klein Berlinchen zur Ehre gereicht hätte. Selbst ein 5l-Partyfass hatte den Weg in einen der ansonsten nur mit dem Notwendigsten bestückten Rucksäcke gefunden. So ging es nach der Ankunft in Eisenach um die Mittagszeit zunächst nur schleppend hinauf, doch die Wartburg musste sein, von der hatte man schließlich schon etwas gehört. Müh-, weil bierselig war er, der Anstieg zum Weltkulturerbe, das einst von Jörg dem Springer als einfache Festung gegründet und zwischenzeitlich Martin Luther als Versteck und Ort der Inspiration gedient hatte. In nur elf Wochen übersetzte Luther das Neue Testament aus der altgriechischen Sprache in die deutsche. Das ist manchem Wolfskehler Wirt mit seiner Speisekarte in dreißig Jahren nicht gelungen. Möglicherweise genoss Luther zwischendurch auch mal die herrlichen Ausblicke aus über 400 Metern Höhe auf den Thüringer Wald, ganz sicher aber auch das eine oder andere Bier und wenigstens darin taten wir es ihm gleich. Bei Temperaturen deutlich über dreißig Grad wäre der eine oder andere sicher gerne noch etwas im lauschigen Biergarten sitzen geblieben und hätte dafür vielleicht auch eine Bibel-Übersetzung in Kauf genommen, doch man war schließlich nicht zum Spaß hier, sondern zum Wandern. Die erste Tagesetappe zum Waldgasthof und Rennsteighotel "Hubertushaus" über prognostizierte 12 Kilometer zog uns schnell in ihren Bann, die Gespräche verstummten, wurden bald aber wieder lebhafter, als man feststellte, dass die Einkehrmöglichkeiten nie gekannte Ausmaße annahmen. Ja, so hatte man sich das auch in den vergangenen sieben Jahren vorgestellt, aber eben in den seltensten Fällen angetroffen. Alle ein bis zwei Kilometer eine Gelegenheit zum Verweilen und Abschalten von allzuviel Natur und Stille. Kleine Paradiese wie der "Rastplatz Hohe Sonne" und die "Rasthütte am Rennsteig" versorgten uns fortan zur rechten Zeit mit dem Nötigsten, bevor wir an unserem Tagesziel eintrafen. Dort fühlten wir uns sofort gut aufgehoben, die auf uns einprasselnde ruppige Rhetorik des Servicepersonals trieb so manchem die Tränen in die Augen, erinnerte sie doch stark an zahllose Abende in einem jüngst geschlossenen Erlebnislokal in heimischen Gefilden. Das leckere Essen ließ uns über die verbalen Entgleisungen der blonden Fee großzügig hinweghören. Der Spaß wurde nur kurzfristig durch den Radlerschock des Batwiesers getrübt, der ihn wie einst den Kletterer beim Dummschwätzer am Rheinsteig ereilte, worauf er sein Abendmahl der Allgemeinheit spendete. Doch als sich die Stimmung bei zwei mehr oder weniger spontanen Gesangseinlagen für Jubilar Paul dem Siedepunkt zuneigte, wurden wir per last Order kurz nach 22 Uhr in die spartanischen Betten komplimentiert. Zugegeben, das war auch gut so, denn im Morgengrauen lauerte die Königsetappe über 16km, 400 Höhenmeter und den großen Inselsberg. Große Hoffnungen für die nähere Zukunft hegte man nach Einnahme des Frühstücks noch nicht, doch was soll man sagen: "Woas en scheene Doag" wartete auf uns. Los ging es, als man nach kurzer Wegstrecke auf den heiligen Berg einer Wolfskehler Dynastie von Kirchendienern traf - den Glöckner am Rennsteig, ein herrlicher Aussichtspunkt. Klar, dass sich Manni dort verewigte. Nur wenig später folgte man einer spontanen Eingebung, kehrte in die "Waldschänke Dreiherrnstein" ein und fand Kreuzberger Klosterbier vom Fass! Diesem Idyll gab man sich bei guten Gesprächen und mehreren Steinkrügen fast zu lange hin, denn am Horizont drohte bereits der Große Inselsberg mit seinen mehr als 900 Metern Höhe. Laut Wikipedia der "höchste Berg der nordwestlichen Hälfte des Mittleren Thüringer Waldes" und "ein Quarzporphyr-Härtling, der aus den umliegenden weicheren Schichten herausgewittert ist". Alles klar? Jedenfalls zog sich die Etappe jetzt für die teilweise verwitterten Härtlinge aus dem mittleren hessischen Ried, warum auch immer. Oben angekommen lohnte die grandiose Rundumsicht alle Mühen und der nahezu dehydrierte Altfußballerr labte sich alsbald am unvermeidlichen Wernesgrüner. Man tat allerdings gut daran, nicht allzu lange zu verweilen und strebte wohl von einer Ahnung getrieben dem Tagesziel "Haus am Reitstein" (Kleiner Inselsberg) zu. Das erwies sich als vorausschauend, denn auch hier schloss die Küche bereits um 19 Uhr. Was bei der Ankunft bedeutete: Bestellen, kasernenähnliche Behausung aufsuchen, Katzenwäsche, Essen fassen, zwei Bier trinken, ein Kümmerling auf's Haus und sich auf der Straße wiederfinden. Gemütlich scheinen die nicht zu sein, die Thüringer, zumindest dort, wo wir sie angetroffen haben. Den Abend retteten wir mit einem überteuerten Kasten War(m)steiner, der ob seiner körpernahen Temperatur nicht einmal vollständig verzehrt wurde. Der abschließende Samstag brachte erneut Sonne und Wärme für (fast) ganz Deutschland und Nebel und Nieselregen für den kleinen Inselsberg und so reduzierte sich das Häuflein der Wanderer auf zwei durchnässte Gestalten, die der Rest mit dem Linienbus Nummer 42 auf dem Weg von Brotterode über Ruhla nach Eisenach wieder auflas. In Eisenach trennte man sich bester Laune bis zum nächsten Jahr, wenn Ober-Seemen droht. Während drei Kameraden zwecks Konzertbesuch zur großen Schwester von Klein Berlinchen weiterreisten, bekam der Rest auf seinem Heimweg nach Frankfurt von der Deutschen Bundesbahn noch einen kostenlosen Ausflug mit dem ICE über Messel und Darmstadt-Kranichstein spendiert, so dass man just in time zum Relegationsspiel wohlbehalten wieder in Wolfskehlen eintraf. Fazit: tolles Wetter, prima Einkehr und ein Team, das sich mittlerweile ohne viele Worte versteht!

AH-Wanderung 2017: Bier und mehr in Bamberg

Nachdem in den vergangenen beiden Jahren das oft vergebliche Streben nach innerer Befeuchtung die Wanderungen der Altherrenfußballer dominierte und ein gewisser Hang zur Askese gefordert war, wollte man im Jahr 2017 einen neuen Selbstversuch mit geradezu konträrer Ausrichtung starten. Dazu hatte sich die im letzten Jahr unfreiwillig "Jako Brass" getaufte Wandergruppe Mittelfranken ausgesucht. Eine Gegend, deren Schönheit nicht nur in der reizvollen Landschaft, sondern auch in der hohen Brauereidichte liegt. Mal schauen, wie es um die Moral der Truppe steht, wenn die Verlockung stets in greifbarer Nähe ist, war die Devise. Verschärfend hatte man sich erstmals ein kleines Teufelchen als Mitreisenden gegönnt, das immer bereit war, ein Stück Weg für ein schnelles Helles zu opfern. Die Anreise nach Mittelfranken verlief so unspektakulär wie trocken, der brütend heiße Tag weckte in dem einen oder anderen wohl unschöne Erinnerungen an die Strapazen der Odenwaldhölle. Trotzdem wollte man sich in Bamberg vor der ersten Etappe noch eine Erfrischung gönnen, stieß aber bei Spezial-Bräu auf taube Ohren und reservierte Bänke, was - es war schließlich Fronleichnam - wohl auch mit der falschen Konfession zu tun hatte. Im gegenüberliegenden Fässla zeigte man sich aufgeschlossener und bald hatte man die erste Erfrischung zu sich genommen. Nun ging es mit dem Bus hinaus nach Memmelsdorf, wo das Fremdenverkehrsamt einen Marathon in doppeltem Sinne offerierte. Tour Nummer 20 bietet laut Prospekt "Idylle, Bier und Braukunst". Übersetzt bedeutet dies 13 (dreizehn) Brauereien auf 31 (einunddreißig) Kilometern. Logisch, dass diese Etappe nur in einer Ansiedlung namens Strullendorf enden kann. Dem gesunden Menschenverstand folgend verkürzte man die Tortur schon während der Planungsphase auf zwölf Kilometer und fünf Brauereien. Auf den ersten hundert Metern hinter der Bushaltestelle im Zentrum von Memmelsdorf lagen mit den "Drei Kronen" und "Höhn" gleich die beiden ersten attraktiven Angebote fränkischer Lebensart und die wenigen Besonnenen der Gruppe hatten angesichts der vom Himmel lachenden sieben Sonnen Mühe, Teufelchen und inneren Schweinhund daran vorbei zu lotsen. Schließlich war ja noch nichts geschafft, die Moral noch intakt. Das änderte sich auf den folgenden Kilometern durch blühende Felder bei gleißendem Licht und enormer Hitze. Die nächste Zapfstelle in Merkendorf wurde förmlich gestürmt und diese konnte - das Teufelchen lässt grüßen - natürlich nur "Wagner" heißen. Selbst der disziplinierteste Wandersmann musste zugeben, dass der dort vorgefundene Biergarten ein wahrhaft paradiesischer Ort ist und im Hinblick auf Ambiente, Angebot und Preisgestaltung keine Wünsche offen lässt. Der halbe Liter zu zwei Euro zehn - das war wie einst in Berlin bei der indischen "häbbi Auer ganse Nachd". Nur ungern löste man sich von diesem Idyll und dem am Nachmittag offerierten Kuchen- und Tortenbüfett, ließ von Seiten der Reiseleitung die zweite ortsansässige Brauerei "Höhn" besser unerwähnt und begab sich auf die zweite Schleife vorbei an Drosendorf. Dort passierte man eine Schankstube mit dem wenig einladenden Namen "Go(e)ller" und landete schließlich doch noch in den eingangs bereits erwähnten Etablissements in Memmelsdorf, wo die Zeit bis zur Rückfahrt des Busses erfolgreich überbrückt werden konnte. Schon jetzt hatte man an einem Nachmittag mehr unterschiedliche Biersorten gekostet, als je in der Zellerei angeboten wurden. Zwei weitere (St. Georgenbräu zum Abendessen im Kachelofen und Klosterbräu zum Abschluss) wurden es im Verlauf eines ruhigen Abends in der wunderschönen Bamberger Altstadt noch und zeitig zog man sich in die jeweils zu zweit zu belegenden Hotelzimmer zurück, die in einem durchschnittlichen Wolfskehler Bauernhaus ob ihrer Größe wohl kaum über den Status eines Wandschranks oder einer Speisekammer hinaus gekommen wären. 24.000 Schritte zeigte die Uhr vor dem Schlafengehen für diesen Tag, das war schon ganz ordentlich. Da ahnte allerdings noch niemand, dass es am nächsten Tag fast doppelt so viele, nämlich rund 46.000 Schritte werden sollten. Es hätte wohl auch Mord und Totschlag gegeben. So startete man frohen Mutes am frühen Freitagmorgen mit der Bahn nach Ebelsbach-Eltmann und enterte von dort die neunte Etappe des Steigerwald-Panoramawegs, die über 25 Kilometer zurück nach Bamberg führen sollte. Bei perfekten klimatischen Rahmenbedingungen kam man bis zur Mittagsrast in Roßstadt zügig voran und erfreute sich der tollen Aussicht hinunter in die Mainebene und auf die in der Ferne liegenden Türme von Kloster Michelsberg in Bamberg. Beim dem Mittagsmahl folgenden Aufstieg ließ man sich aber zu einem Schwenk auf den regionalen Pfad der Menschenrechte verleiten und hatte den Panoramaweg auf Nimmerwiedersehen verloren. Das hatte zur Folge, dass man bald wieder an Höhe einbüßte und ab Viereth zurück nach Bamberg in den Flussauen entlang von Main und Regnitz unterwegs war. Auch schön, aber deutlich weiter als geplant. Daran änderte auch ein ungefragt auskunftsfreudiger Passant nichts, der für die letzten sechs Kilometer "etliche Kilometer" Abkürzung verhieß, sollte man seiner Weisung folgen. Die verbalen Auszeichnungen, mit denen er am Ende der "Abkürzung" in Abwesenheit geehrt wurde, bleiben hier unerwähnt. Und weil am Abend noch einmal ein 1,5 km langer Fußmarsch zum Biergarten der Traditionsbrauerei Mahr anstand, hatte das Teufelchen am späten Freitag endgültig gewonnen. Mahr indes wurde seinem Ruf gerecht, bot leckeres Essen und ausgezeichnetes Bier. Am Samstag jedoch fanden sich nur noch drei Unentwegte bereit, die Tour der Bamberger Sehenswürdigkeiten via Rathaus und Michelsberg zur Altenburg mit ihren grandiosen Aussichten und weiteren 24.000 Schritten auf sich zu nehmen. Der Rest ließ den Ausflug nach den Strapazen des Vortags verständlicherweise locker ausklingen. Am Nachmittag traf man sich zum Essen im Biergarten Greifenklau, testete das unvergleichliche Schlenkerla und begab sich sich nach einem Abschlusstrunk dort wo alles begann (im Fässla) wieder auf die Heimreise. Unterwegs verdiente man sich quasi im Schlaf durch eine zweistündige Verspätung der Bahn die Hälfte der Fahrtkosten und kehrte wohlbehalten am späten Abend nach Wolfskehlen, Hanau und Günterfürst zurück.

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